Megastau Stundenlanger Einsatz für THW auf A4

Der kräftige Schneefall in den vergangenen Tagen hat auch auf den Straßen in Ostsachsen zu einem Verkehrschaos geführt. Vor allem auf der A4 kamen Lkw und Autos über Stunden nicht mehr voran. Zwischen Niederseifersdorf und Burkau saßen Lkw-Fahrer fast einen Tag in ihrem Fahrzeug fest. Das THW war mit schwerer Technik angerückt.

Das THW auf der A4 im Einsatz bei Schneefall
Sechs Fahrzeuge des THW aus Bautzen waren im Einsatz. Bildrechte: THW Bautzen

Die A4 zwischen Görlitz und Dresden ist innerhalb weniger Stunden erneut zur eisigen Staufalle für viele Lkw-Fahrer geworden. Nach starken Schneefällen kam am Montag der Verkehr auf der Strecke zum Erliegen. Vor allem zwischen den Abfahrten Niederseiferdorf und Burkau in Richtung Dresden drehte sich lange kein Rad mehr. Nach Angaben der Polizei in Görlitz saßen einige Lastwagenfahrer fast 24 Stunden in ihrem Gefährt fest. Kräfte des Technischen Hilfswerks, der Autobahnmeistereien und der Polizei waren seit Montagmorgen im Dauereinsatz. Mehrere Anschlussstellen mussten vorübergehend gesperrt werden, damit Winterdienste zu den verschneiten Abschnitten durchkamen.

THW schleppt unzählige Lkw über Burkauer Berg

Das Technische Hilfswerk in Bautzen hatte am Montagmittag begonnen, die ersten Lastwagen am Burkauer Berg freizuschleppen. Unterstützt wurden sie dabei von Kräften aus Kamenz, Görlitz und Zittau. Wie Andreas Heinrich vom THW in Bautzen MDR SACHSEN sagte, musste jeder Lkw von einem THW-Fahrzeug einzeln wieder auf die Fahrbahn geschleppt werden. Zuvor hatten Räumfahrzeuge den Abschnitt zwischen Burkau in Richtung Dresden befahrbar gemacht.

Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele Lkw wir schon freigeschleppt haben.

Andreas Heinrich stellv. Dienststellenleiter THW Bautzen

Dauereinsatz - auch in der Nacht

Nach fast zehn Stunden im Dauereinsatz zog Heinrich eine erste Zwischenbilanz. So konnte von 13 Uhr bis Montagabend 22 Uhr ein Großteil der Lastwagen zwischen den Anschlusstellen Uhyst am Taucher und Abfahrt Burkau die Weiterfahrt fortsetzen.

Das THW auf der A4 im Einsatz bei Schneefall
25 Einsatzkräfte des THW Bautzen waren gemeinsam mit Kräften des THW Kamenz am Burkauer Berg im Einsatz. Bildrechte: THW Bautzen

Auch in der Nacht zum Dienstag setzten die Einsatzkräfte ihre Arbeit fort. Trotzdem staute es sich fast bis nach Görlitz zurück. Daraufhin entschloss sich die Polizei am frühen Dienstagmorgen, den Tunnel Königshainer Berge in Richtung Dresden zu schließen. Immer wieder mussten die Einsatzkräfte Kraftfahrer wecken, wenn wieder ein Stück Autobahn freigeräumt war. Erst am späten Dienstagvormittag entspannte sich die Situation auf der A4 und alle festgefahrenen Lastwagen konnten ihre Fahrt fortsetzen.

Unfall des THW-Teams verläuft glimpflich

Ein THW-Fahrzeug zieht ein anderes THW-Auto aus der Autobahnböschung.
Der Mannschafts-Lastwagen ist in der Regel auf ein Unimog-Fahrgestell aufgebaut. Hier kam ein THW-Fahrzeug ins Schlingern. Die THW-Teams mussten sich selbst helfen. Bildrechte: Lausitznews

Am Dienstagmorgen gegen 09:15 Uhr verunfallte in der Nähe des Rastplatzes Löbauer Wasser ein mit Helfern voll besetztes Fahrzeug. Der Gerätekraftwagen war in den rechten Straßengraben gerutscht. Verletzt wurde dabei niemand. Ein weiteres Fahrzeug des THW eilte umgehend an die Unfallstelle und zog das Fahrzeug wieder auf die Fahrbahn. Wie groß der Schaden am Fahrzeug ist, ist bislang noch unklar.

Quelle: MDR/jc

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.02.2020 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

5 Kommentare

Jakob T. vor 42 Wochen

Übrigens: Solche Wintereinbrüche wie jetzt werden in ihrer Heftigkeit und Dauer durch die globale Erwärmung deutlich wahrscheinlicher. (1000 Zeichen reichen nicht: daher nur Stichworte: Arktische Verstärkung -> Labiler Jetstream -> längere Extremwetterlagen in Europa. Zweiter Effekt: Stratospheric Warmings).

Wenn wir alle Fahrzeuge durch Elektroautos ersetzen, haben wir keinen Gewinn in der Bilanz. Meine Hoffnung wäre eher, dass nach einer soliden Transformation diese Staus nicht mehr auftreten, weil alle für lange Distanzen und Frachtverkehr die Bahn nutzen können.

Ludwig vor 42 Wochen

Die Fahrer ernähren sich und manche von ihnen eine ganze Familie von ihrer Arbeit. Ja, sie unterwerfen sich den Anordnungen ihrer Chefs und diese haben den Druck, ihre Lieferverträge zu erfüllen. "Unterwerfen" wir uns nicht alle dem Direktionsrecht unserer Arbeitgeber oder als Selbstständige den Gesetzen bzw. Bedingungen des Marktes? Selbst Langzeitarbeitslose haben sich zu unterwerfen, nämlich den Auflagen des Amtes. Letztlich unterwirft sich nur der besitzlose Obdachlose niemandem. Allerdings hat er sich nach Wind und Wetter zu richten, wenn er/sie überleben will.

Berg11 vor 42 Wochen

Ich kann für die meisten Lkw Fahrer kein richtiges Mitleid empfinden. Entweder selbst Schuld oder sich dem profitgierigen Chef unterworfen und losgefahren. Die Wetterlage war bekannt. Wie war die Ausrüstung mit geeigneten Reifen, das Mitführen von Schneeketten (zumindest für die Anfahrhilfe am Berg/Steigung) und geht weiter über geeignete warme Kleidung (Warnkleidung, "Blaumänner" u.s.w) ? Die meisten sitzen doch mit Jogginghosen, Socken und T-Shirt in der Kabine. Es ist sogar möglich sog. "Schleuderketten" zu benutzen, der Fahrer drückt einen Knopf und schwupp die Ketten werfen sich unter die Antriebsachse und der Lkw rollt an, alles kein Hexenwerk (der Wille des Spediteurs zur Investition vorausgesetzt). Und weiterhin, was haben die Sattelzüge in der linken Spur zu suchen? Viele können ja nicht mal eine ordentliche Rettungsgasse bilden. Mein Mitleid aber an alle Kraftfahrer die ausgerüstet waren und wegen solchen Idi... stehen mussten. Dank an das THW, Winterdienst und Polizei.

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