Verbund gegründet Lausitzer Wasserversorger wollen Trinkwasserversorgung gemeinsam organisieren

Mit dem Ende der Kohleförderung steht die Lausitz auch vor einem Wasserproblem. Denn das Trinkwasser stammt größtenteils aus Tagebauwasser, dass dann nicht mehr zur Verfügung steht. Die Versorgung muss deshalb neu organisiert werden. Eine Aufgabe, die sechs kommunale Wasserversorger im Lausitzer Revier jetzt gemeinsam angehen wollen.

Das warme Licht der tiefstehenden Abendsonne scheint auf die Kühltürme des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG).
Das Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg soll bis 2028 vom Netz gehen. Mit dem Ende der Kohleförderung wird auch kein Grubenwasser für die Trinkwasserversorgung aufbereitet. Bildrechte: dpa

Die Lausitzer Wasserversorger in Sachsen und Brandenburg haben nach dem Kohleausstieg ein Problem: Sie müssen rund 250.000 Menschen und Industriestandorte wie Schwarze Pumpe, Sachsenmilch in Leppersdorf oder Schwarzheide weiter stabil mit Wasser versorgen. Doch ein großer Teil des Trinkwassers ist aufbereitetes Grubenwasser aus den Tagebauen. Das aber wird immer weniger sprudeln. Das Wasserwerk in Schwarze Pumpe bei Hoyerswerda muss deshalb schon Ende 2022 schließen. Für den Vorstandschef der Energie- und Wasserversorgung (Ewag) Kamenz, Torsten Pfuhl, ist klar: "Diese Mengen, die bisher aus diesem Wasserwerk geliefert wurden, müssen kompensiert werden."

Tagebauentwässerungsbrunnen der Leag
Die Tagebauentwässerungsbrunnen der Leag haben bald ausgedient (Archivfoto). Bildrechte: Leag/Rainer Weisflog

100 Millionen Euro für Trinkwassernetz

Um das für die gesamte Lausitz zu organisieren, haben die sechs Lausitzer Wasserversorger die länderübergreifende Arbeitsgemeinschaft "Trinkwasserverbund Lausitzer Revier" gegründet. Darin arbeiten neben der Ewag Kamenz auch die Stadtwerke Weißwasser, die Wasserverbände Mittlere Neiße/Schöps und Lausitz sowie die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda und der Spremberger Wasserzweckverband zusammen. Sie wollen in den kommenden 15 Jahren 100 Millionen Euro in ein zukunftssicheres Trinkwassernetz investieren.

Strukturwandel hängt auch von stabiler Wasserversorgung ab

Dafür brauche es gemeinsame Absprachen, damit das Gesamtsystem am Ende ordentlich funktioniere, so Ewag-Chef Torsten Pfuhl. "Wenn mehrere Wasserwerke, Pumpstationen, Hochbehälter in ein hydraulisches System einspeisen, dann muss das System so gespeist sein, dass die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet ist." Das sei auch für die Ansiedlung von neuen Unternehmen wichtig.

Wasserversorgung ist eine wichtige Voraussetzung für Arbeitsplatzentwicklung.

Torsten Pfuhl Vorstandschef der Ewag Kamenz

Denn ohne eine zuverlässige und leistungsfähige Wasserversorgung komme kein High-Tech-Unternehmen in die Region, auch kein Metallbetrieb oder Autohersteller. Damit hängt der geplante Strukturwandel in der Lausitz auch direkt vom Wasser ab.

Quelle: MDR/dh/vis

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Bautzen | 14. Januar 2022 | 16:30 Uhr

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