#vaterschaftistmehr "Väter laufen nicht mehr so nebenbei"

Mehr als 30 Väter aus ganz Deutschland zeigen in einer Videoaktion, dass für sie Vaterschaft mehr ist als nur Geld zu verdienen oder Spielplatzheld zu sein. Unter #vaterschaftistmehr wollen sie aktive Väter sichtbar machen. Der Oberlausitzer Mario Förster ist einer von ihnen.

Vater und Sohn auf einer Wiese
Mehr als nur Versorger und Wochenend-Papas: Viele Väter sind heute aktiv für ihre Kinder da. Bildrechte: Colourbox.de

Es gibt sie, die Väter, die beruflich zurückstecken, um bei ihren Kindern sein zu können. Die lange Elternzeit nehmen, viel Zeit mit ihren Söhnen und Töchtern verbringen und nicht nur Spielplatzhelden sind. Diese Väter möchte die Aktion #vaterschaftistmehr sichtbar machen, sagt Mario Förster aus Königshain bei Görlitz. Er ist einer der mehr als 30 Väter, die in kurzen Videos erzählen, was es für sie bedeutet, Vater zu sein.

Mario Förster, der selbst das Online-Magazin netpapa.de betreibt, ist gut mit anderen Vätern vernetzt, die so wie er im Onlinebereich arbeiten. So sei auch die Idee für diese Aktion entstanden, sagt Förster. Denn in ihren Online-Communities sei deutlich geworden, dass Väter sich mehr als früher mit ihrer Rolle auseinandersetzen und aktiver werden.

Mario Förster aus Königshain betreibt den Väterblog netpapa.de
Mario Förster in seinem Homeoffice. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Väter laufen nicht mehr so nebenbei, gehen nur arbeiten und verbringen ein bisschen Zeit mit ihren Kindern auf dem Spielplatz. Sie bemühen sich vielmehr aktiv um ihre Vaterschaft und wachsen daran.

Mario Förster

Aktive Väter sind noch nicht selbstverständlich

Aber aktive Väter sind längst noch nicht so selbstverständlich, wie viele sich das wünschen. Heiner Fischer, Vater von zwei Kindern und Initiator der Aktion #vaterschaftistmehr: "Das gesellschaftliche Bild ist immer noch geprägt vom abwesenden, hilflosen Vater, der keine Ahnung hat, wie er seine Kinder anziehen soll, wie die Namen der Freunde sind oder die Lehrerinnen und Lehrer heißen." Wenn Väter von diesem Bild abweichen, stößt das auch auf Skepsis, wie Sascha Verlan in einem der Videos erzählt. Beim Kinderturnen oder auf Spielplätzen habe er oft die unausgesprochenen Fragen gespürt: Hat der nichts Besseres zu tun? Ist er vielleicht sogar arbeitslos? Er fühlte sich oft in seiner Rolle als Vater nicht ernst genommen, sagt Verlan. Deshalb freue er sich, dass durch diese Aktion jetzt die aktiven Väter eine Stimme bekommen.

Nachholbedarf bei den Vätern

Man wolle den Müttern damit nicht den Rang ablaufen, betont Mario Förster. Aber historisch gesehen sei die aktive Vaterschaft eben längst nicht so etabliert, wie dies bei den Müttern der Fall ist. Da bestehe Nachholbedarf: "Väter müssen auch deswegen mehr in den Fokus gerückt werden." Damit er mit seinen beiden Söhnen mehr Zeit verbringen kann, hat sich Förster auch beruflich neu orientiert, sich selbstständig gemacht und arbeitet im Homeoffice. Das ist nicht immer leicht: "Meine größte Schwierigkeit in meiner Vaterschaft war es, mich selbst etwas zurückzunehmen und meine eigenen Interessen nicht auf die Jungs zu projizieren." Mehr Geschichten von aktiven Vätern, Regenbogenpapas, alleinerziehenden Vätern und Hausmännern gibt es unter #vaterschaftistmehr.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | NAH DRAN | 14. Mai 2021 | 22:35 Uhr

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