Staatsakt Trauerfeier in der Dresdner Frauenkirche: Abschied von Kurt Biedenkopf

Am Freitag haben politische Weggefährten in der Dresdner Frauenkirche Abschied von Kurt Biedenkopf genommen. Im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwiesen rund 300 Gäste aus Politik und Gesellschaft dem ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten die letzte Ehre. Die Trauerfeier war der offizielle Abschied. Eine Beisetzung gab es bereits im engen Kreise der Familie.

Drei Wochen nach dem Tod von Kurt Biedenkopf nimmt Sachsen offiziell Abschied von seinem ersten Ministerpräsidenten
Drei Wochen nach dem Tod von Kurt Biedenkopf nimmt Sachsen offiziell Abschied von seinem ersten Ministerpräsidenten. Bildrechte: dpa

In der Dresdner Frauenkirche haben am Freitag Weggefährten Abschied von dem im August verstorbenen langjährigen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf genommen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte ihn bei der Trauerfeier als einen intellektuellen Vordenker und Ideengeber. In Sachsen sei Biedenkopf mit seinen Fähigkeiten der richtige Mann zur richtigen Zeit gewesen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht auf einem Trauerstaatsakt in der Frauenkirche zu den Gästen
Bundespräsident Steinmeier beim Trauerakt in der Frauenkirche. Bildrechte: dpa

Mit Kurt Biedenkopf verabschieden wir heute einen der anregendsten, im besten Sinn einflussreichsten und originellsten Politiker, die unsere Republik gekannt hat.

Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident

300 Gäste bei Staatsakt

Zu dem Trauerstaatsakt kamen auch Unionskanzlerkandidat Armin Laschet sowie die Ministerpräsidenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Michael Kretschmer und Reiner Haseloff. Unter den Trauergästen waren neben führenden Persönlichkeiten aus Politik, Religion, Wirtschaft und Kultur auch Familie, Weggefährten und Freunde. Auch Biedenkopfs Witwe Ingrid hatte in der ersten Reihe Platz genommen.

Die Trauerfeier zum Nachschauen

Kretschmer würdigt Vorgänger

Sachsens Regierungschef Kretschmer gedachte Biedenkopf als Menschen, dem "wir in Sachsen und Deutschland viel zu verdanken haben." Er würdigte Biedenkopfs Leistung beim Aufbau des Freistaates Sachsen nach 1990. Ihm sei es gelungen "für Demokratie zu lehren, ohne selbst belehrend zu sein."

Der CDU-Parteivorsitzende und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet ging auf die Rolle Biedenkopfs bei der Veränderung der CDU ein. Biedenkopf habe die Christlich Demokratische Union in den 1970er-Jahren zu einer Mitgliederpartei verändert. Das Land habe einen besonderen Menschen und großen Staatsmann verloren, sagte Laschet in seiner Ansprache: "Er war ein Visionär, aber kein Fantast."

Steinmeier: "Wäre auch heute mehr als willkommen"

Biedenkopf war am 12. August im Alter von 91 Jahren nach langer Krankheit in Dresden gestorben. Der CDU-Politiker war von 1990 bis 2002 Regierungschef in Sachsen und damit der erste Ministerpräsident nach der deutschen Wiedervereinigung im Freistaat. Er wurde bereits im engsten Familienkreis beigesetzt. "Auch heute, gerade heute, wo wir vor so vielen neuen Herausforderungen stehen, wäre er mehr als willkommen: ein reflektierter Denker, der die Gesellschaft, in der er lebt, in ihren ganzen Facetten zu verstehen sucht, der aber auch im Praktischen weiß, was zu tun ist, wenn es auf ihn ankommt", sagte Steinmeier.

Quelle: MDR/bj/epd/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 03. September 2021 | 19:00 Uhr

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