Nahverkehr Bildungsticket für Schüler startet in Sachsen

Mobilität bedeutet Freiheit. Schülerinnen und Schüler wollen nicht nur zur Schule fahren, sondern auch in ihrer Freizeit mit dem ÖPNV unterwegs sein. Allerdings ging das für die junge Generation bisher schnell ins Geld. Das neue Bildungsticket soll das ändern. Für eine monatliche Flatrate von 15 Euro können Jugendliche das Nahverkehrsangebot nun so oft nutzen, wie sie wollen.

Auf einer Bildcollage sieht man eine Regionalbahn, die im verkehrsverbund Obere Elbe fährt und davor 15 Euro in drei 5-Euro-Scheinen. So viel kostet ein Bildungsticket für Schüler pro Monat, wenn sie das im Abo kaufen.
15 Euro für einen Monat ÖPNV fahren - das verspricht das neue Bildungsticket. Bildrechte: VVO/Martin Schmidt/panthermedia

Ab dem 1. August wird in allen sächsischen Verkehrsverbünden das Bildungsticket eingeführt. Schülerinnen und Schüler können ab sofort für monatlich 15 Euro den ÖPNV benutzen. Dafür müssen sie ein Abo mit einer Laufzeit von einem Jahr abschließen. Rund 430.000 Schüler sowie 50.000 Jugendliche profitieren von dem Angebot. Neben der Fahrt zur Schule oder Ausbildungsstätte darf es auch für die Freizeitaktivitäten genutzt werden.

Nur Schüler berechtigt, keine Azubis

Berechtigt sind alle Kinder und Jugendlichen ab der 1. Klasse, die eine allgemeinbildende Schule in Sachsen besuchen. Zur Zielgruppe gehören auch Berufsschüler, wenn sie keine duale Ausbildung absolvieren. Für Auszubildende gibt es bereits das Azubi-Ticket. Das Bildungsticket kann in allen öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb des Verkehrsverbundes wie S-Bahn, Straßenbahn, Zug oder Bus benutzt werden.

Ticket nur in einem Verkehrsverbund gültig

Allerdings gilt es nicht für ganz Sachsen, sondern für einen der fünf Verkehrsverbünde. Kinder und Jugendliche, deren Wohnort in einem anderen Verkehrsverbund liegt als ihre Schule, können sich aussuchen, für welches Gebiet sie das Ticket haben möchten. Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) empfiehlt, das Ticket für den Bereich zu nehmen, in dem die Schüler in ihrer Freizeit häufiger unterwegs sind. Für den Schulweg in den anderen Verkehrsverbund wird das Ticket demnach anerkannt. Beim MDV gilt zudem, dass das Ticket nur im sächsischen Teil des Verbundes gültig ist.

50 Millionen Euro vom Freistaat

Sachsen beteiligt sich mit rund 50 Millionen Euro an den Kosten für das Bildungsticket. Der Einführung gingen lange Verhandlungen voraus. Am Ende einigte sich Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) mit Landräten, Verkehrsverbünden und dem CDU geführtem Finanzministerium. "Das sind zwar Entscheidungen, die trifft man in einer Koalition, aber sie sind auf eine mittelfristige Dauer angelegt und von daher kann man sich auch sicher sein, dass das Angebot auch in den nächsten Jahren bleibt", sagte Dulig.

Quelle: MDR/sth/dpa

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