ÖPNV Freistaat präsentiert Bildungsticket

15 Euro für Bus und Bahn – so viel soll das Bildungsticket für Sachsens Schülerinnen und Schüler kosten. Von der 1. Klasse an können Kinder und Jugendliche das Ticket nutzen, außerdem Berufsschülerinnen und Berufsschüler. Dabei gilt die Vergünstigung nur im jeweiligen Verkehrsverbund, nicht sachsenweit. Startschuss für das neue Bildungsticket ist der 1. August 2021. Am Donnerstag wurde es vorgestellt.

Eine Frau geht vor einem Fototermin mit einem überdimensionalen Bildungsticket vor einem Bus entlang.
Für 15 Euro monatlich durch den Verkehrsverbund: Das Bildungsticket kommt am 1. August. Bildrechte: dpa

In Delitzsch ist am Donnerstag das sogenannte Bildungticket für Sachsen vorgestellt worden. Damit können Schüler und Azubis für 15 Euro im Monat innerhalb eines Verkehrsverbundes in Sachsen rund um die Uhr unterwegs sein.

Kosten: 50 Millionen Euro

Der Freistaat beteiligt sich mit rund 50 Millionen Euro an den Kosten für das Bildungsticket. Der Einführung gingen lange Verhandlungen voraus. Am Ende einigte sich Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) mit Landräten, Verkehrsverbünden und dem CDU geführtem Finanzministerium.

Das sind zwar Entscheidungen, die trifft man in einer Koalition, aber sie sind auf eine mittelfristige Dauer angelegt und von daher kann man sich auch sicher sein, dass das Angebot auch in den nächsten Jahren bleibt.

Martin Dulig Verkehrsminister Sachsen

"Meilenstein für Schülerinnen und Schüler"

Die Schülerschaft begrüßt das Ticket und hofft auf eine sachsenweite Ausweitung. Vor allem sei es aber wichtig, dass der öffentliche Nahverkehr im ländlichen Raum ausgebaut werde.

Ein gutes Ticket wird uns nichts nützen, wenn kein Bus kommt. Natürlich müssen gerade im ländlichen Raum die Busverbindungen, die Zugverbindungen, allgemein der ÖPNV häufiger kommen und auch flexibler kommen.

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 08. Juli 2021 | 08:30 Uhr

3 Kommentare

andreas1058 vor 14 Wochen

Ich kann den Meilenstein nicht erkennen, denn auch hier zeigt sich erneut eine krasse Zweiklassengesellschaft.....die Jugendlichen, die in einer super erschlossenen Stadt und deren Einzugsgebiete leben und den zigtausend Jugendlichen, die von diesem "Bildungsticket-Geschenk" kaum partizipieren, da in ihren abgehängten und vernachlässigten Regionen kaum Angebote des ÖPNV bestehen. Sie sind weiterhin auf Fahrdienste von ihren Eltern und Großeltern angewiesen. Aber man hat an diese Ungleichbehandlung wieder einmal nicht gedacht. Junge Menschen haben ein sehr feines Gespür auf diese ständigen Benachteiligungen und werden zu gegebener Zeit an der Wahlurne darauf antworten......wenn sie überhaupt noch wählen gehen

Oskar75 vor 14 Wochen

Schön dass sich da endlich etwas bewegt hat. Aber wo liegt der Mehrwert und die Kosten von 50 Mio?
Die Mehrzahl der Schüler haben bereits ihre Schülerkarten, die i.d.R. als Verbundfahrkarte ausgelegt sind - und für die FerienMonate Juli/August ein Jahresabo für 180 Euro (das wird inder Bereichterstattung nirgends erwähnt!) ist nicht gerechtfertigt.
Außerhalb der Großstädte ist ohne Schülerverkehr ohnehin für die Jugendlichen kaum ein ÖPNV-ANgebot vorhanden.
ALSO MDR -recherchieren Sie mal genau und schauen Sie auch mal über den Dresdner/Leipziger Tellerrand!

andreas1058 vor 14 Wochen

Gut gedacht - schlecht gemacht !
Und wiedermal guckt die Dorfjugend neidvoll auf die Stadtjugend, wo man jede Stunde Bus und Bahn nutzen kann und damit diese 15 Euro auf ein Vielfaches durch die Nutzung des ÖPNV aufwerten kann.
Kinder und Jugendliche in abgehängten ländlichen Regionen können all diese "Geschenke" kaum oder gar nicht nutzen......es gibt schlicht keine Möglichkeiten den ÖPNV zu nutzen! Also müssen Eltern und Großeltern auf eigene Kosten ihre Sprößlinge zu Freunden, Kino, Freibad oder zu Veranstaltungen mit dem Auto hinfahren und wieder abholen und bezahlen dies zu einhundert Prozent. Bei mehreren Kindern geht das ins Geld und kostet viel Zeit.
Wie wäre es, wenn genau für diese Landjugend eine monatliche "Ausgleichs-Summe" überwiesen wird, damit sie wenigstens einmal spüren, dass sie den Politikern nicht egal sind? Aber welcher der handelnden Politiker interessiert sich schon für den ländlichen Raum, außer vor der Wahl?

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