Pandemiefolgen DRK-Blutspendedienst in Sachsen beklagt schwindenden Vorrat

Corona-Infektionen und Osterferien: Der DRK-Blutspendedienst beklagt, dass die Vorräte aktuell besonders knapp sind. Dabei steigt der Bedarf nach Blutprodukten in Kliniken gerade stark an. Aufgeschobene Operationen werden nachgeholt. Und viele Krebspatienten benötigen Blutplättchen sowieso immer. Diese sind aber nur wenige Tage haltbar und werden deshalb immer aus frischen Spenden benötigt.

Blutspendeaktion in Leipzig
Treue Blutspender sind für das DRK eine zuverlässige Bank - auch in Osterferien und während der Pandemie. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Versorgung mit Blukonserven bleibt in Sachsen angespannt. Als Gründe nennt der DRK-Blutspendedienst Nordost die Osterferien sowie die weiterhin anhaltende Zurückhaltung der Spendenbereitschaft im Zuge der Corona-Pandemie. Aktuell reiche der Vorrat an Blutpräparaten in Sachsen für knapp zwei Tage, ideal wären fünf Tage, hieß es. "Das schaffen wir seit Pandemiebeginn nicht mehr", sagte DRK-Mitarbeiterin Kerstin Schweiger. Von einem Engpass will sie aber noch nicht sprechen. Die vor allem für Krebspatienten wichtigen Blutplättchen sind nur fünf Tage haltbar, herkömmliche Blutkonserven etwa fünf Wochen.

Die Situation ist sehr, sehr angespannt, aber wir sprechen noch nicht von Engpass.

Kerstin Schweiger DRK-Blutspendedienst

Bedarf in Kliniken steigt wegen aufgeschobener Operationen

Laut Blutspendedienst steigt der Bedarf in den Krankenhäusern, wo seit den Lockerungen viele verschobene Operationen nachgeholt werden. Seit Wochen werde daher alles getan, um für das Thema Bluspende zu sensibilisieren und neue Spender zu gewinnen. Laut DRK hänge die Spendenbereitschaft von vielen Faktoren ab - sogar vom Wetter. Schönes Wetter lasse die Spendenbereitschaft kurzfristig sinken, so die Erfahrungen.

Blutspendezentrum beim DRK Dresden
Blutprodukte sind nur bedingt haltbar. Deshalb werden Blutspenden ständig benötigt. Bildrechte: Monika Werner

Im Spendenmobil zu wenig Abstand in der Pandemie

Seit März 2020 steht zudem das DRK-Blutspendemobil wegen der Corona-Pandemie in der Garage. In dem Mobil sei zu wenig Platz, um die nötigen Abstände einzuhalten, wie auch an einigen der sonst üblichen Aktionsorte.

Laut Schweiger hat nicht zuletzt das immer noch sehr hohe Corona-Infektionsgeschehen negativen Einfluss auf das Spendenaufkommen. "Infizierte dürfen bis zur vollständigen Ausheilung nicht zur Blutspende, das sind vier Wochen." Und auch deren Kontaktpersonen fielen aus.

DRK lobt Zuverlässigkeit "treuer Spender"

Bei Blutspendeterminen gilt derzeit die 3G-Regelung - Zutritt erhalten ausschließlich Menschen, die den Status vollständig geimpft, genesen oder getestet vorweisen können.

Dennoch lobt das DRK die Zuverlässigkeit "der treuen Spender", die trotz Widrigkeiten regelmäßig zur Blutspende kämen und auch immer wieder Bekannte und Freunde zu einer Blutspende animierten.

MDR (lam)/dpa

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