Chipmangel BMW Leipzig stellt Produktion ein – VW Sachsen arbeitet wieder

Wegen fehlender Halbleiter muss das Leipziger BMW-Werk seine Produktion vorübergehend einstellen. Der Betrieb soll voraussichtlich bis Ende der Woche ruhen. Bei VW in Dresden und Zwickau laufen die Bänder wieder.

Gläserne Manufaktur von VW Transparente Fertigung in der Gläsernen Manufaktur.
In der Gläsernen Manufaktur in Dresden kann die VW-Produktion fortgesetzt werden. Bildrechte: imago images/Sylvio Dittrich

Ursprünglich sollte in dieser Woche in Leipzig mit der Produktion von Fahrzeugen der BMW-Modellreihen 1er und 2er wieder begonnen werden. Doch die Produktion ruht voraussichtlich bis Ende der Woche. Rund die Hälfte der Belegschaft befinde sich derzeit in Kurzarbeit, sagte Sprecher Kai Lichte auf Nachfrage von MDR SACHSEN. BMW beschäftigt auf dem Werksgelände im Leipziger Norden rund 5.400 Menschen.

Chipmangel durch Corona

Im Leipziger Werk werden täglich rund 1.000 Fahrzeuge produziert. Bereits vor den Betriebsferien ruhten die Bänder, weil es Lieferschwierigkeiten gab. Grund sei ein Produktionsstau von Halbleitern insbesondere bei Herstellern aus Asien. Die Produktion des Elektrofahrzeugs i3, sowie der in Leipzig gefertigten Batteriemodule sei nicht betroffen, bestätigte Lichte.

VW nimmt Produktion wieder auf

In der Gläsernen VW-Manufaktur in Dresden, sowie im VW-Werk Zwickau ist die Produktion am Montag wieder aufgenommen worden. Das bestätigte VW-Sprecher Carsten Krebs MDR SACHSEN.

Die Produktion läuft wieder an beiden Standorten Dresden & Zwickau reibungslos. Derzeit sind keine weiteren Produktionsstopps absehbar.

Carsten Krebs Sprecher Volkswagen Sachsen

Seit vergangenem Donnerstagwar war wegen fehlender Elektronik-Bauteile nicht gearbeitet worden, sagte Krebs. Dadurch konnten insgesamt 3.000 Elektroautos nicht gefertigt werden. Der Rückstand soll in den kommenden Wochen wieder aufgeholt werden, hieß es von VW Sachsen. Über die arbeitsrechtlichen Regelungen werde mit dem Betriebsrat verhandelt. Die Produktion in den nächsten Wochen sei abgesichert, so der VW-Sprecher.

Chipmangel Immer wieder muss die Produktion in der Automobilindurstrie vorübergehend eingestellt werden. Grund dafür ist die anhaltend angespannte Liefersituation bei Halbleitern. In modernen Autos stecken zwischen fünf- und zehntausend Halbleiterbauteile. Aufgrund der Lieferengpässe infolge der Pandemie mussten die Unternehmen ihr Produktionsprogramm mehrfach anpassen. Die Nachfrage aus der Autoindustrie war jahrelang gestiegen, brach dann aber in der Corona-Krise zunächst ein. Die Chipproduzenten fanden neue Abnehmer, etwa aus der IT, Unterhaltungselektronik oder Medizintechnik. Ein Chip-Hersteller in Malaysia hat sein Werk komplett schließen müssen.

Quelle: MDR/ms/lt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten aus dem Regionalstudio Dresden | 31. August 2021 | 09:30 Uhr

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