Mobilität Carsharing in Sachsen: Kaum Angebote abseits der Großstädte

Rund drei Millionen Menschen in Deutschland nutzen inzwischen Carsharing-Angebote. Dank moderner Vernetzung, GPS und mobilem Internet ist das Teilen von Autos einfacher als je zuvor. Doch in Sachsen gibt es in vielen Städten noch kein Angebot.

Zwei Fahrzeuge des Carsharing-Anbieters Teilauto
Carsharing ist in Sachsen bislang nicht flächendeckend nutzbar. Besonders im ländlichen Raum gibt es verschiedene Hürden. Bildrechte: dpa

Carsharing, das oft kurzzeitige Mieten von Wagen mit Hilfe des Internets, ist im Freistaat Sachsen bislang oft nur in großen Städten möglich. Gerade in kleineren Städten gebe es noch immer verschiedene Hürden, bis ein solches Angebot an den Start gehen könne, sagte Benjamin Plank vom Bundesverband Carsharing mit Sitz in Berlin. So gebe es etwa Probleme mit der technischen Anbindung. Auch die Suche nach geeigneten Stellplätzen sei ein Knackpunkt. Und dass sich das Carsharing auf dem Land nicht rechne.

In bundesweit 446 Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern gibt es laut Bundesverband mittlerweile stationsbasierte Carsharing-Angebote. Anders als in den großen Städten sei es im ländlichen Raum jedoch in der Regel kein aus sich heraus tragfähiges Geschäftsmodell. Die Angebote würden dort oft von ehrenamtlichen Vereinen getragen oder von Kommunen mitfinanziert.

Teilauto Marktführer in Sachsen

Marktführer in Sachsen ist laut Verbandsangaben die Firma Teilauto. Nach Betreiberinformationen ist das Ausleihen von Teilautos in mehreren Städten in Sachsen möglich, etwa in Chemnitz, Dresden und Görlitz, aber auch in Markkleeberg, Pirna und Zwickau. Sogenannte Cityflitzer, die keine Stationen zum Abholen haben, sondern an der Straße mittels einer App ausgeliehen werden können, gibt es demnach aber nur in Leipzig.

Man bekomme regelmäßig Anfragen von kleineren sächsischen Städten und Gemeinden, hieß es von einer Teilauto-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Angesprochen auf mögliche Pläne, das eigene Netz auch in kleinere Städte oder Dörfer auszudehnen, nennt sie aber auch die gleichen Hürden wie Verbandssprecher Plank.

Auch andere Carsharinganbieter sind in Sachsen nur in den drei Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz vertreten, so zum Beispiel die Firma Carlundcarla, die Kleinbusse und Transporter verleiht. Anbieter von Mietautos, die man nahezu ausschließlich auf der Straße ausleihen und abstellen kann, meiden hingegen den Freistaat. Share Now, die rund 11.000 Fahrzeuge in 16 europäischen Städten haben und Miles mit rund 4.000 Autos, haben kein Angebot in Sachsen. An der Kontaktaufnahme mit sächsischen Städten sei man aber dennoch interessiert, so eine Sprecherin von Miles.

Carsharing in Deutschland Deutschlandweit gab es zum ersten Januar 2021 laut Branchenverband mehr als 26.000 Autos, die von 228 Carsharing-Firmen angeboten wurden. Gut 18 Prozent davon waren Elektroautos.
An 855 Orten stellen die Anbieter ihre Autos öffentlich zum Teilen zur Verfügung. Rund 2,9 Millionen Kundinnen und Kunden sind registriert. Quelle: Bundesverband Carsharing

Quelle: MDR/al/dpa

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