Landesparteitag Kretschmer mit 76 Prozent als sächsischer CDU-Chef bestätigt

Die Bundestagswahl war für die CDU in Sachsen wenig erfreulich. Hinter AfD und SPD landete sie nur auf dem dritten Platz. Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach sich am Sonnabend auf einem Landesparteitag in Dresden für Konsequenzen aus. Die Delegierten bestätigten ihn in seinem Amt als Parteichef im Freistaat.

Michael Kretschmer spricht auf dem Landesparteitag der CDU Sachsen
Michael Kretschmer während seiner Rede auf dem Parteitag in Dresden. Bildrechte: dpa

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist mit rund 76 Prozent als CDU-Landeschef bestätigt worden. Auf einem Landesparteitag in Dresden wählten ihn die Delegierten am Sonnabend erneut in das Amt - jedoch bei weitem nicht so überzeugend wie in den Vorjahren. Bei 214 abgegebenen Stimmen bekam er 155 Stimmen, elf Delegierte enthielten sich. Damit schnitt Kretschmer deutlich schlechter ab als bei vorherigen Abstimmungen. 2017 hatte er bei seiner ersten Wahl 90 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können, zwei Jahre später waren es sogar 95,5 Prozent.

In seiner Rede hatte der 46-Jährige Veränderungen in seiner Partei gefordert. Er bekräftigte, dass der Misserfolg bei der Bundestagswahl nicht nur Kanzlerkandidat Armin Laschet zuzuschreiben sei. Auch die sächsische CDU müsse sich neu aufstellen und ihr bisheriges Handeln überdenken.

Kretschmer seit 2017 Landesvorsitzender

Kretschmer nahm selbst an der Veranstaltung teil, nachdem er zuvor wegen eines Corona-Falls im familiären Umfeld mehrere Tage in Quarantäne gewesen war. Er ist seit 2017 CDU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident in Sachsen. Damals trat er die Nachfolge von Stanislaw Tillich an, der sich aus beiden Ämtern zurückgezogen hatte, nachdem die CDU im Freistaat bei der Bundestagswahl nur zweitstärkste Kraft hinter der AfD geworden war.

CDU nur Dritter bei Bundestagswahl in Sachsen

Bei der jüngsten Bundestagswahl Ende September wurde die CDU in Sachsen sogar nur noch drittstärkste Partei hinter der AfD und SPD. Zudem holte die AfD zehn der 16 Direktmandate im Land. Kretschmer selbst hatte 2017 nach 15 Jahren sein Bundestagsdirektmandat im Wahlkreis Görlitz an die AfD verloren. Zwei Jahre später, im September 2019, holte er dann bei der Landtagswahl für die CDU den Wahlsieg und regiert seitdem mit SPD und Grünen.

Quelle: MDR/sth/dak/afp/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 06. November 2021 | 19:00 Uhr

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