Bundestagswahl Sachsens CDU kürt Marco Wanderwitz zum Spitzenkandidaten

Auf Bundesebene ringt die CDU immer noch darum, wer nun ihr Spitzenkandidat wird. In Sachsen hat die Union ihr Personal für die Bundestagswahl jetzt klar gemacht. Nachdem bereits zuvor in allen 16 Wahlkreisen die Direktkandidaten nominiert wurden, hat die Partei nun ihre Landesliste gewählt. Auf einem Parteitag in Dresden, zu dem es nur Eintritt mit einem negativen Corona-Test gab.

Marco Wanderwitz (CDU), spricht während des Landesparteitags zu den Mitgliedern vor Michael Kretschmer (CDU, l), Ministerpräsident von Sachsen.
Marco Wanderwitz während seiner Rede auf dem Parteitag. Bildrechte: dpa

Der Spitzenkandidat der sächsischen CDU für die Bundestagswahl ist Marco Wanderwitz. Mit 79 Prozent wurde der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium auf Platz 1 der Landesliste gewählt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. In seiner Rede verwies der gebürtige Chemnitzer schon ganz im Wahlkampfmodus auf die Erfolge der Bundesregierung, die man trotz aller Kritik betonen müsse:

Ja, die Wirtschaftshilfen im Herbst hätten so laufen müssen, wie die im Frühjahr gelaufen sind und wie es auch jetzt wieder läuft. Nämlich schnell und unbürokratisch. Trotzdem will ich hier auch mal die aktuellen Zahlen nennen: Bundesgeld für Unternehmen im Freistaat Sachsen 712 Millionen Euro bis heute. So viel zum Thema‚ ihr helft uns nicht.

Marco Wanderwitz Sachsens CDU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl

Außerdem habe die CDU das Baukindergeld ins Leben gerufen. 16.000 Familien in Sachsen hätten sich damit den Traum der eigenen vier Wände verwirklichen können, gab Wanderwitz den Wahlkämpfern auf der Straße ein weiteres Argument für die CDU mit an die Hand. Denn ein Zuckerschlecken wird dieser Wahlkampf für die CDU nicht, da nahm auch Generalsekretär Alexander Dierks kein Blatt vor den Mund: "Es wird wahrscheinlich der härteste Bundestagswahlkampf der letzten Jahrzehnte werden. Alle werden sich an uns abarbeiten."

Hauptgegner AfD

Und die CDU versucht vor allem, sich an der AfD abzuarbeiten. Der Partei, die bei der letzten Bundestagswahl in Sachsen mehr Zweitstimmen als die CDU bekommen hatte. Die AfD als Hauptgegner, auch in der Rede von CDU-Chef Michael Kretschmer:

Wir werfen der AfD, den Querdenkern und diesen anderen verschwurbelten Menschen vor, dass sie uns von der Arbeit abhalten, dass sie Menschen irritieren und dass sie damit den klaren Kurs, den es in der Bekämpfung der Pandemie braucht, kaputt machen. Dem stellen wir uns entgegen!

Michael Kretschmer Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

Michael Kretschmer sprach in seiner Rede auch über die noch offene Frage der Kanzlerkandidatur der CDU. Es handle sich um die wichtigste Personalentscheidung in der Europäischen Union, denn mit welchem Verve die CDU sich für europäische Themen einsetze, entscheide viel über die Zukunft Europas. Deshalb müsse die Personalie auch gründlich ausgesucht werden.

Parteitagsmitglieder wollen Söder als Kanzlerkandidaten

Trotzdem forderte Kretschmer, dass am besten noch binnen Stunden eine Entscheidung zwischen Laschet oder Söder getroffen werden müsse. Kretschmer selbst positionierte sich nicht eindeutig für einen der beiden Kandidaten. Eine Umfrage unter Parteitagsmitgliedern sprach jedoch eine eindeutige Sprache pro Söder.

Kampfkandidatur um Platz 2

Die eigene Landesliste der CDU war kaum strittig. Es gab nur eine Kampfkandidatur um Platz 2, die scheiterte. Der Parteitag bestätigte bis auf Platz 20 den Vorschlag des Landesvorstandes, wonach jetzt elf Frauen und acht Männer auf der CDU-Landesliste für die Bundestagswahl stehen. Bei den bisherigen Wahlen hat die Liste für die CDU jedoch kaum eine Rolle gespielt, da die Union immer die meisten Direktmandate in Sachsen gewonnen hat.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 17. April 2021 | 18:00 Uhr

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