Pflanzaktion 500 Tannenbäume für den "Miriquidi" in Aue - Bad Schlema

Dem Wald geht es nach den Dürrejahren immer noch schlecht. Lichte Flächen sollen wieder aufgeforstet werden. In Aue-Bad Schlema beteiligen sich die Stadtwerke finanziell an der Pflanzung. Und Kinder werden zu Förstern.

Ein Nadelbaum-Sprössling steht frisch gepflanzt in einer Senke im Waldboden.
Die Schülerinnen und Schüler der Pestalozzi-Grundschule in Aue - Bad Schlema sind begeistert von der Baumpflanzaktion. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Im Kommunalwald auf dem Heidelsberg im Auer Ortsteil Eichert haben am Dienstag Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse 500 neue Bäumchen gepflanzt. Sie unterstützen das Projekt "Miriquidi" (lateinisch: tiefer, dunkler Wald) der Stadtwerke Aue - Bad Schlema. Miriquidi heißt ein Angebot für Ökostrom des Energiedienstleisters, sagt René Rücker, der Geschäftsführer der Stadtwerke. "Wir haben ein Naturstromprodukt entwickelt mit einhundert Prozent Ökostrom." Dabei sei die Idee mit den Baumpflanzungen entstanden, um das Angebot noch etwas nachhaltiger zu gestalten. "Ein Pflänzchen kostet vier Euro. Sie stammen von der regionalen Forstbaumschule an der Heinzebank."

Weißtannen sollen in den Wald zurückkehren

Forstpädagoge Michael Pfalz vom Forstbezirk Eibenstock, der das Projekt begleitet, weiß, warum ausgerechnet Weißtannen gepflanzt werden. "Es ist ein Fichtenbestand, hier und da ist noch eine Kiefer oder Lärche dabei. Wir pflanzen Weißtannen, weil sie den Schatten dieser hohen Bäume tolerieren." Außerdem gebe es keine alten Tannen mehr, daher müsse man eingreifen. "Die Weißtanne gehört ursprünglich in diese Erzgebirgslagen. Sie hält Trockenheit aus und wurzelt tiefer. Die Laubbäume hier helfen sich bereits selbst."

Kinder sind begeisterte "Nachwuchsförster"

Die Kinder der Pestalozzi-Grundschule in Aue - Bad Schlema, die die kleinen Bäumchen in die Erde gebracht haben, sind begeistert bei der Sache. Die Viertklässler wissen genau, warum ihre Arbeit wichtig ist. "Wir pflanzen die Bäume, damit nicht alle absterben und dann irgendwann gar keine mehr da sind. Das ist auch für den Klimawandel gut." In einem Jahr könne man vielleicht schon sehen, was man gemacht habe.

Ein kauerndes Mädchen hält einen frisch gepflanzten Nadelbaum-Sprössling in der Hand.
Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Lehrerin Heike Schiffmann ergänzt: "Wir behandeln zur Zeit im Unterricht Themen wie Umwelt, Mülltrennung und Recycling. Unsere Kinder sind sehr viel in der Natur in der Nähe des Wohngebietes." Sie würden den Wald kennen und da sei es eine tolle Sache für sie gewesen, mithelfen zu können.

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Grundschüler aus Aue pflanzen Bäume im Stadtwald

MDR AKTUELL Di 14.09.2021 20:52Uhr 02:19 min

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Quelle: MDR/tfr/nk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 14. September 2021 | 16:30 Uhr

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