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Brotexperte aus dem Erzgebirge gibt online Backkurse

Stand: 22. Januar 2021, 11:50 Uhr

Lutz Geißler gilt als Brotexperte. Neben einem erfolgreichen Blog schrieb er auch zahlreiche Bücher und gibt Kurse zu verschiedenen Themen des Brotbackens in einer Backstube in Cranzahl im Erzgebirge.

Brotexperte Lutz Geißler überbrückt die Corona-Pandemie mit Online-Backkursen. Bildrechte: Ulff Berger/Eugen Ulmer

Angefangen hat alles vor 13 Jahren, als Lutz Geißler aus Cranzahl nur den Kopf in der Diplomarbeitsphase frei bekommen wollte und deswegen Brot backte. "Am Anfang wollte ich nur mal etwas anderes sehen als ein Mikroskop oder eine Tastatur", erzählt der studierte Geologe. "Aber dann habe ich gemerkt, dass ich mit etwas Lebendigem arbeite. Beim gleichen Rezept kommt immer etwas anderes heraus."

Sein wissenschaftlicher Ehrgeiz Dingen auf den Grund zu gehen und reproduzierbare Ergebnisse zu erlangen, war geweckt. Er probierte viel aus und schaute auch professionellen Bäckern über die Schultern. Seine Ergebnisse teilt er seitdem in seinem Blog. 2012 kam die Anfrage eines Verlags, ob er ein Buch schreiben wolle. "Und Weihnachten 2013 stand ich dann vor der Entscheidung, ob ich mich mit dem Brot selbstständig mache", erzählt Geißler. Zeitlich seien Geologie und Brot nicht mehr vereinbar gewesen.

Brot wird eingefroren

Dabei backt Geißler aber längst nicht jeden Tag. "Das passiert eher phasenweise", erzählt er. Wenn er an einem neuen Projekt oder Buch arbeite, backe er dann etwa 30 bis 40 Brote hintereinander und friert sie ein. "95 Prozent der Brote nehmen beim Einfrieren keinen Schaden", so Geißler. "Manche schmecken nach dem Einfrieren sogar noch besser. Warum das so ist, habe ich aber noch nicht herausgefunden."

Langweilig wird es ihm mit dem Thema Brot nicht. "Allein mit dem Thema Sauerteig könnte man sein ganzes Leben verbringen", erzählt er. "Alle Teige, die mit lebenden Organismen zu tun haben, also zum Beispiel Hefe oder Milchsäurebakterien, interessieren mich." Ob süß oder herzhaft sei dabei nicht ausschlaggebend. "Bei 'toten' Teigen bin ich aber raus." Sein persönliches Lieblingsbrot ist das Roggensauerteigbrot. "Das geht sehr einfach und schnell, wenn man den Sauerteig einmal hat", sagt Geißler.

Für ein neues Buchprojekt hat er sich in antiquarischen Büchern auf Spurensuche nach fast vergessenen regionalen Spezialitäten gemacht. "Oft gibt es in den alten Büchern nur Bilder und eine allgemeine Beschreibung", erzählt er. Mengenangaben suche man häufig vergeblich. "Das ist dann eine fast detektivische Arbeit."

Online-Backkurse sind gefragt

Geld verdient Geißler aber hauptsächlich mit seinen Backkursen. "Das ist mit dem ersten Lockdown natürlich komplett zusammengebrochen", sagt er. Zehn bis 15 Personen versammelten sich sonst regelmäßig zu verschiedenen Themen in der Backstube in Cranzahl. "Ich stand kurz vor dem unternehmerischen Tod", so Geißler.

Da die Blogzugriffe sich im ersten Lockdown aber fast verdreifachten, konzipierte er gemeinsam mit einer Bäckermeisterin einen Onlinekurs. "Wir haben das an einem Wochenende getestet und sehr gute Resonanz bekommen", erzählt er. Danach wurden weitere Themen konzipiert und die Onlinekurse nach und nach erweitertet. "Es sind andere Themen als in den Präsenzkursen und auch wenn diese wieder stattfinden können, werden die Onlinekurse nicht komplett abgeschafft", so Geißler.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSENMDR FERNSEHEN | 22.01.2021 | 22:00 Uhr in Riverboat

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