Beherbergungsverbot Hotelbranche klagt gegen Corona-Notfallverordnung in Sachsen

Seit dem 22. November sind touristische Beherbergungen in Sachsen verboten. Das sieht die Corona-Notfallverordnung wegen des dramatischen Infekionsgeschehens vor. Die Hotelbranche fühlt sich dadurch ungerecht behandelt und klagt nun gegen die Notfallverordnung.

Das Hotel "Am Bühl" in Eibenstock klagt gegen die aktuelle sächsische Corona- Notfallverordnung. Die Klage wurde am Freitag eingereicht. Das bestätigte der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, der das Mitgliedsunternehmen fachlich und finanziell dabei unterstützen will.

Durch die aktuelle Verordnung mussten Hotels und Pensionen im November wieder schließen. In dem angestrebten Eilverfahren soll nun geklärt werden, ob angesichts eines geringen Infektionsrisikos in Beherbergungsbetrieben eine Komplettschließung überhaupt verhältnismäßig und gerechtfertigt war, so die Dehoga.

Hotelbranche fühlt sich benachteiligt

"Die Lage ist dramatisch", begründet der Geschäftsführer des Hotel "Am Bühl", Ralf Schibelius, die Klage. "Wir haben einen Umsatzverlust von rund 600.000 Euro." Außerdem bestehe die Angst, Mitarbeiter zu verlieren, weil diese keine Zukunft mehr in der Branche sehen. Das Unternehmen bekomme schon jetzt kaum noch Bewerbungen.

"Es geht nicht darum, die Situation mit dem Virus kleinzureden, aber wir sind erneut die Prügelknaben von verfehlter Landespolitik", meint der Vizepräsident der Dehoga Sachsen und Hotelbetreiber in Oberwiesenthal, Jens Ellinger. In allen anderen Bundesländern sei Tourismus weiterhin möglich und in Sachsen dürfe zum Beispiel der Einzelhandel unter 2G-Bedingungen öffnen.

Jens Ellinger
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Ich sehe mich schon Silvester allein mit meiner Frau in unserem Hotel sitzen und um halb eins ins Bett gehen, ohne zu wissen, wie es im neuen Jahr weitergeht.

Jens Ellinger Vizepräsident der Dehoga Sachsen

Die Branche fühle sich ungerecht behandelt. "Es ist eine einseitige Benachteiligung ohne wissenschaftlichen Beleg", so Ellinger. Seine Branche habe ausgefeilte Hygienekonzepte und sei nachweislich laut Robert-Koch-Institut kein Treiber der Pandemie.

Umsatzverlust von rund 40 Prozent

Bei einer Umfrage der Dehoga unter 430 sächsischen Unternehmen wurden die Umsatzausfälle im Jahr 2021 mit rund 40 Prozent angegeben. Allein im November lag der Umsatzausfall im Schnitt bei rund 60 Prozent. "Es weiß keiner, was kommt, ob und wann wieder geöffnet wird", sagt Axel Klein, Hauptgeschäftsführer der Dehoga Sachsen. "Wir haben keine klare Perspektive und es ist unklar, was an Hilfen kommt."

Klage für Gastronomie wird vorbereitet

Auch für die Gastronomie in Sachsen soll in der nächsten Woche eine Klage eingereicht werden, kündigt Klein an. Durch die eingeschränkten Öffnungszeiten sei für viele Betriebe ein wirtschaftliches Arbeiten nicht mehr möglich.

Quelle: MDR(al)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 03. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

lk2001 vor 7 Wochen

Mal schauen was herauskommt. Ich fürchte nicht viel. Die Regierung verbietet allen alles und wenn man fordert endlich mal etwas in die Reihe zu bekommen wie bei Impf und Testmöglichkeiten sehe ich rundherum Behördenversagen ohne Ende.

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