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Der THW-Ortsverband Aue-Schwarzenberg und der THW-Landesverband Sachsen, Thüringen kämpfen gegen Falschmeldungen im Internet. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Eibner

Astrazeneca-Impfstoff

THW Aue-Schwarzenberg kämpft gegen Falschmeldungen im Internet

von MDR SACHSEN

Stand: 18. März 2021, 17:31 Uhr

Eine Sprachnachricht im Internet empört zurzeit den Ortsverband Aue-Schwarzenberg des Technischen Hilfswerks (THW). Wie die Helfer mitteilten, haben sie am Dienstag Kenntnis davon erhalten, dass darin falsche Informationen über den Tod eines Kameraden verbreitet werden. Demnach wird behauptet, dass der THW-Chef aus Aue aufgrund eines Blutgerinnsels nach einer Impfung mit dem Impfstoff Astrazeneca verstorben sei.

Die Sprachnachricht zum angeblichen Tod unseres THW-Kameraden durch eine Corona-Impfung, die über verschiedene Kanäle in den sozialen Medien verbreitet wird, schockiert uns.

Mitteilung des THW-Ortsverbandes auf seiner Internetseite

Dem Ortsverbandsleiter aus Aue-Schwarzenberg gehe es gut, stellt Andrea Wirth, Pressesprecherin des THW-Landesverbandes Sachsen, Thüringen klar. "Der Ortsverband trauert um einen Kameraden, aber dabei handelt es sich um den Jugendbetreuer", sagt sie. Auch ansonsten sei der Inhalt der Sprachnachricht komplett falsch. "Es stimmt nichts von dem, was da gesagt wird", so Wirth.

Kein Zusammenhang mit einer Impfung

In der Sprachnachricht, die dem MDR vorliegt, sagt eine männliche Stimme, dass der "THW-Chef aus Aue" in der vorherigen Woche nur wenige Tage nach seiner Impfung mit Astrazeneca verstorben sei. Eine von der Ehefrau angeforderte Leichenschau habe ein Blutgerinnsel als Todesursache gezeigt, so die Nachricht weiter.

Der Jugendbetreuer des Ortsverbands Aue-Schwarzenberg verstarb aber bereits am 25. Februar. Zur Todesursache möchte Wirth zum Schutz der Persönlichkeitsrechte keine Angaben machen. "Es hatte aber definitiv keinen Zusammenhang mit einer möglichen Impfung", sagt sie.

Freiwillige des THW sind in der Impfpriorisierung in Gruppe drei angesiedelt, können sich aktuell also noch nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Diejenigen, die aber bei Aufbau und Betrieb eines Impfzentrums geholfen haben, konnten sich bereits früher impfen lassen. Ob sich der Jugendbetreuer impfen ließ oder nicht, dazu machte Wirth keine Angaben. Zum Zeitpunkt einer möglichen Impfung seinerseits war aber der Wirkstoff Astrazeneca in Deutschland noch gar nicht zugelassen.

THW will sich juristisch gegen Falschbehauptung wehren

"Wir werden für eine Verschwörungstheorie instrumentalisiert", sagt Wirth. Es gehe nicht gegen das THW direkt, sondern gegen den Impfhersteller. Trotzdem schlage der Sachverhalt Wunden bei Angehörigen und Kameraden. "Wir lassen jetzt juristische Schritte prüfen, aber es ist kompliziert", so Wirth. Der Ortsverband und der Landesverband haben sich entschieden, mit Fakten auf ihrer Internetseite und in den sozialen Medien gegen die Falschmeldungen vorzugehen.

Quelle: MDR/al

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