Auszeichnung Deutscher Nachhaltigkeitspreis für Unternehmen aus Aue

Die Nickelhütte Aue GmbH ist einer der Gewinner des 15. Deutschen Nachhaltigkeitspreises. Die sächsische Firma recycelt bestimmte Metalle aus Abfall. Bundeskanzler Scholz forderte in seiner Eröffnungsrede, Nachhaltigkeit nicht mit Verzicht gleichzusetzen. Ein Ehrenpreis ging an ein Staatsoberhaupt.

Ein Mann in silberner Sicherheitskleidung vor der Öffnung eines Schmelzofens.
Die Nickelhütte Aue GmbH setzte sich beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis im Bereich Ressourcen durch. Bildrechte: dpa

Das sächsische Unternehmen Nickelhütte Aue GmbH ist einer von sieben Gewinnern des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. Die jährlich vergebene Auszeichnung wurde am Freitagabend in Düsseldorf verliehen. Im Fokus stehen beispielhafte Konzepte gegen die Erderwärmung und gegen die Verschwendung von Ressourcen.

Recycling verhindert hohen CO2-Ausstoß

Das Unternehmen aus Aue-Bad Schlema erhielt die Auszeichnung im Bereich Ressourcen – gemeinsam mit dem Naturkosmetikhersteller Laverana GmbH & Co. KG. Die Nickelhütte stellt aus Galvanikschlämmen und Rückständen der Metallverarbeitung im Schmelzbetrieb Nichteisen-Metallkonzentrate her, um sie in nachfolgenden Prozessen unter anderem zu Nickel-, Kobalt- und Kupferchemikalien zu veredeln.

Die Rückgewinnung tausender Tonnen hochwertiger Nichteisenmetalle aus Abfall schone Ressourcen und vermeide damit zugleich auch Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid, die durch den Abbau freigesetzt würden, hieß es zur Begründung.

Im Feld Gesellschaft ging der Preis an das Unternehmen Dialoghaus Hamburg. Es lässt Besucher in Ausstellungen erleben, wie Menschen mit Behinderungen die Umgebung wahrnehmen. Für ihr Klimaschutz-Engagement wurden die nachhaltig orientierte Druckerei Lokay und der Werkstoffhändler Klöckner & Co geehrt. Bio-Lebensmittel-Hersteller Allos gewann die Auszeichnung im Bereich Biodiversität.

Scholz: Nachhaltigkeit als "Schlüssel für Wachstum"

Olaf Scholz an Rednerpult
Bundeskanzler Olaf Scholz Bildrechte: Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis

In seiner Eröffnungsrede sprach sich Bundeskanzler Olaf Scholz für ein neues Verständnis des Begriffs "Nachhaltigkeit" aus. "Wir müssen Nachhaltigkeit anders erzählen. Mich hat es nie überzeugt, Nachhaltigkeit mit Verzicht gleichzusetzen", sagte der SPD-Politiker.

"Wachstum und Fortschritt sind in uns angelegt – aber nicht als ein Weniger, sondern vor allem als smarter und besser", so der Kanzler. Nachhaltigkeit sei der Schlüssel für Wachstum und Fortschritt, "der Schlüssel für langfristigen Erfolg und für die Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft".

Ehrenpreise für Prominente

Fürst Albert II. von Monaco (Preisträger Ehrenpreis) und Stefan Schulze-Hausmann (Veranstalter und Stifter)
Fürst Albert II. von Monaco und Preisstifter Stefan Schulze-Hausmann Bildrechte: Raphael Stötzel/Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Fürst Albert II. von Monaco, die französische Sängerin Zaz und der Musiker Michael Patrick Kelly nahmen Ehrenpreise für ihr soziales und ökologisches Engagement entgegen.

Die undotierte Auszeichnung wurde zum 15. Mal verliehen. Sie wird vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden und Wirtschaftsvereinigungen.

dpa, MDR (dak)

Logo MDR 19 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr aus Annaberg, Aue und Schwarzenberg

Mehr aus Sachsen