Brauchtum Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz - die Fichte steht

In der neuen Corona-Schutzverordnung werden Weihnachtsmärkte als "landestypische Veranstaltungen" bezeichnet. Für sie soll es Ausnahmen inmitten des Corona-Geschehens geben. In Annaberg-Buchholz bereitet man sich darauf vor.

Ein Autokran hebt einen etwa 20 Meter hohen Tannenbaum auf dem Marktplatz von Annaberg-Buchholz.
23 Meter hoch ist der Baum auf dem Annaberg-Buchholzer Weihnachtsmarkt. Bildrechte: Stadt Annaberg-Buchholz/Annet Flämig

Am Dienstag hat in Annaberg-Buchholz der Aufbau des Weihnachtsmarktes begonnen. Deutlichstes Zeichen für die vorweihnachtliche Stimmung ist der Weihnachtsbaum. Die 24 Meter hohe Fichte wurde am Dienstag geliefert und aufgestellt. Sie stammt aus einem Wald zwischen Kretscham-Rothensehma und Niederschlag. An den Baum sollten noch am Dienstagabend die Lichter angebracht werden.

Vor Eröffnung noch Absprachen

Nachdem der Weihnachtsmarkt der Bergstadt im Advent 2020 coronabedingt abgesagt wurde, laufen die Vorbereitungen in diesem Jahr planmäßig - trotz einer aktuellen Inzidenz von 440,8, sagte Stadtsprecherin Annett Flämig. Der Besuch des Weihnachtsmarktes soll möglich sein. "Dazu wird es noch eine Absprache mit den Gemeinden und dem Landratsamt geben, an der unter Umständen auch das Sozialministerium beteiligt sein wird", kündigte sie an. Dabei solle besprochen werden, wie die Regeln der Corona-Schutzverordnung umgesetzt werden könnten. "Momentan wissen wir von Flanier- und Verweilbereichen. In den Flanierbereichen soll es keine Einschränkungen geben, während in den Verweilbereichen die 2G-Regelung gelten soll."

Weihnachtsmarkt "light"

"In diesem Jahr wird es auch leider kein Bühnenprogramm geben", sagte Flämig und begründete die Entscheidung so: "Damit wollen wir Menschenansammlungen vermeiden." Dafür werde es einzelne Konzerte vom Balkon des Rathauses geben. "Wir wollen uns etwas einfallen lassen, damit es nicht ganz ruhig bleibt. Aber es ist schon eine andere Situation als vor der Corona-Pandemie." Auch die Anzahl der Buden sei kleiner als noch 2019. "Im Moment haben wir 74 Marktstände geplant. Das kann man im Moment nur tagesaktuell sagen, weil immer noch etwas dazwischenkommen kann. Normalerweise sind es 82 Stände."

Neben einem Brunnen stehen zwei Marktbuden auf dem Marktplatz von Annaberg-Buchholz.
In diesem Jahr wird es weniger Marktbuden auf dem Annaberg-Buchholzer Weihnachtsmarkt geben. Bildrechte: MDR/Dany Striese

Personal und Material fehlen

Dass weniger Stände gebucht wurden, begründete Sprecherin Flämig mit der Unsicherheit einiger Händler, die doch noch Absagen befürchteten. "Allerdings kommen auch Personalmangel und Lieferengpässe dazu. Gerade das Material für die erzgebirgische Volkskunst fehlt."

Das Problem kennt die Inhaberin der Erzgebirgsgalerie, Yvonne Buchheim in diesen Tagen. "Wir haben sehr spät bestellt, weil wir während der coronabedingten Schließung kein Geld hatten, um einkaufen zu können." Im Sommer habe sie dann viele Absagen bekommen. "Die Hersteller haben uns gesagt, dass in die Ware in diesem Jahr bereits ausverkauft ist." Auch die Verkaufssituation sei nicht sehr gut. "Normalerweise würden wir jetzt jeden Tag Ware auspacken. Das geht quer durch unser Sortiment. Ich baue auch Puppenhäuser. Da bekommen wir auch gerade gar nichts."

Erzgebirger lassen sich ihr Weihnachten nicht nehmen

Ein Kran hebt das Gerüst einer etwa fünf Meter hohen Pyramide an ihren Platz auf einem Marktplatz.
Die große Pyramide ist am Dienstag auch aus ihrem Sommerquartier geholt und auf dem Markt aufgebaut worden. Bildrechte: MDR/Dany Striese

Ob sich die Versorgungsprobleme aufs Angebot des Weihnachtsmarktes in Annaberg-Buchholz auswirken werden, können die Händler momentan noch nicht abschätzen. Für Flair wollen die Annberg-Buchholzer trotzdem sorgen. Die große Pyramide, die neben dem Weihnachtsbaum der zweite große Blickfang des Marktes ist, wurde ebenfalls am Dienstag aufgebaut. Die Eröffnung der Weihnachtsmarktes ist - wenn nichts dazwischenkommt - am 26. November vorgesehen.

Quelle: MDR/tfr/ds

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten aus dem Regionalstudio Chemnitz | 09. November 2021 | 15:30 Uhr

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