Fußball 120 Anzeigen nach Ausschreitungen beim Westsachsen-Derby Zwickau gegen Aue

Die Polizei ermittelt nach den Ausschreitungen beim Fußballspiel zwischen dem FC Erzgebirge Aue und dem FSV Zwickau am Sonntag. Nach Abpfiff der Partie, die für Aue 0:1 verloren ging, rasteten einige Fans der Veilchen aus. Ein vermummter Fan versuchte ein Interview von FSV-Spieler und Trainer zu stören. Zudem wurde ein Spieler des FSV Zwickau nach Spielende von einem Aue-Fan verletzt.

Vor einer Fußballtribüne mit hohem Gitter stehen Polizisten mit Helmen. Randalierer versuchen, über das Gitter zu steigen.
Nach den Ausschreitungen am Rande der Partie des FC Erzgebirge Aue gegen den FSSV Zwickau ermittelt die Polizei in 120 Fällen gegen die Randalierer. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Polizei hat nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen nach dem Fußballspiel des FC Erzgebirge Aue gegen den FSV Zwickau 120 Anzeigen gegen die Beteiligten aufgenommen. Wie die Polizeidirektion Chemnitz am Montag mitteilte, wurden allein 97 Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz festgestellt. Dabei steht die vielfache Verwendung von Bengalos und Pyrotechnik in den Fanblöcken der Auer und der Zwickauer Fußballanhänger im Mittelpunkt der Ermittlungen. Außerdem wird wegen Beleidigungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung, tätlichen Angriffen auf Vollstreckungsbeamte, Nötigung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Bei den Ausschreitungen wurden demnach zwei Beamte leicht verletzt, die ihren Dienst jedoch fortsetzen konnten.

Bengalos brennen auf dem Spielfeld.
Allein 97 Anzeigen wurden wegen des Abbrennens von Bengalos erstellt. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

Störungen und Straftaten beider Fanlager schon bei Anreise

Bereits bei der Anreise der Fans gab es am Sonntag Störungen und Straftaten zwischen den beiden Fanlagern. Wie die Polizei berichtete, gab es bereits am Vormittag bei der Anreise von rund 650 Fans des FSV Zwickau einen Zwischenfall. Die in einem Sonderzug bis Lößnitz angereisten Fans zogen am Haltepunkt vor dem Erzgebirgsstadion die Notbremsen. Anschließend versuchten Störer auf der Auer Seite zum Zug zu gelangen, was durch Polizisten verhindert werden konnte. Ein Bengalo wurde Richtung Zug geworfen, flog jedoch drüber weg und entzündete hinter der Bahn die Hecke eines Privatgrundstücks. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen.

Auer Fan stürmt nach Abpfiff aufs Spielfeld

Während des gesamten Fußballspiels wurde Pyrotechnik in beiden Fanblocks gezündet. Nach dem Zwickauer Führungstreffer durch Johan Gomez lief der Torschütze mit einer provozierenden Geste zum Aue-Block. Gomez erhielt dafür die gelbe Karte. Mit dem Abpfiff und der Niederlage für Aue rasteten einige Fans im Auer Block aus. Einige versuchten auf das Spielfeld zu gelangen.

Einem Mann gelang es, auf den Platz zu kommen. Er rannte auf einen FSV-Spieler und den FSV-Trainer zu, die dort Interviews gaben. Sicherheitskräfte konnten den Mann überwältigen und vom Platz bringen. Da er jedoch nicht der Polizei übergeben wurde, versucht die Chemnitzer Kriminalpolizei jetzt die Identität des Mannes zu ermitteln. Weitere Platzstürme aus dem Auer Block konnten Polizisten verhindern.

FSV-Spieler auf der Tribüne angegriffen

Des Weiteren wurde ein Spieler des FSV Zwickau, der nicht im Kader stand und sich auf einer Tribüne im Heimbereich befand, nach Spielende leicht verletzt. Nach Polizeiangaben hatten sich Auer Störer Zugang zu der Tribüne verschafft und dem 22-Jährigen die Verletzungen zugefügt. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatte offenbar eine 21-jährige Frau dem Fußballer einen Schlag versetzt. Am Montag teilten die Beamten mit, dass zur genauen Klärung der Tat-Umstände noch weitere Zeugenbefragungen nötig seien.

Etwa 530 Polizisten und Polizistinnen waren wegen des Fußballspiels im Einsatz. Im Stadion sahen sich rund 11.500 Menschen das Match an.

MDR (ama/tfr)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 12. September 2022 | 05:30 Uhr

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