Festakt in Aue-Bad Schlema Kretschmer: "Wir Sachsen haben allen Grund zur Freude"

In Aue-Bad Schlema ist am Sonnabend der 30. Jahrestag der Wiedergründung des Freistaates Sachsen gefeiert worden. Die Festveranstaltung fand vor rund 2.000 Zuschauern und Ehrengästen im Erzgebirgsstadion statt.

Die Musiker des Landesbergmusikkorps Sachsen spielen während einer Festveranstaltung im Erzgebirgsstadion.
Die Musiker des Landesbergmusikkorps Sachsen eröffneten die Festveranstaltung im Erzgebirgsstadion. Bildrechte: dpa

"Hausherr" Frank Vogel, Landrat des Erzgebirges, sah in der Wahl des Veranstaltungsortes eine Wertschätzung der ländlichen Räume im Allgemeinen und dem Erzgebirge im Besonderen. "Die ländlichen Räume sind der Motor der erfolgreichen Entwicklung Sachsens", so der Landrat. Er sei stolz auf die Menschen im Erzgebirge, die anpackten und sich für Mitmenschen engagierten.

Laschet: Visionen haben sich gelohnt

Michael Kretschmer (r), Ministerpräsident von Sachsen, und Armin Laschet (beide CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen
Die Ministerpräsidenten von Sachsen und Nordrhein-Westfalen, Kretschmer und Laschet, würdigten die Aufbauleistung der Sachsen. Bildrechte: dpa

Neben Landrat Vogel würdigten auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, der als Ehrengast geladen war, die Lebensleistung der Sachsen. "Der, der beitritt, für den verändert sich alles", so Laschet. "Doch diese Visionen haben sich gelohnt", sagte er mit Blick auf das moderne und wiederaufgebaute Sachsen.

Diese Deutsche Einheit ist vor allem ein Erfolg der Menschen in den neuen Bundesländern. […] Sachsen war immer ein Teil Deutschlands. Es war nur getrennt durch eine Mauer.

Armin Laschet Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen

Olaf Schubert, Kabarettist und Comedian
MP Kretschmer kündigte Olaf Schubert als den derzeit wohl bekanntesten Sachsen an. Er sorgte in gewohnter Manier für Kurzweil. Bildrechte: dpa

Kretschmer würdigt Aufbauleistung der Sachsen

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer verwies in seiner frei gehaltenen Rede auf die wiederaufgebauten Städte, die starke Wirtschaft und die gute Gesundheitsversorgung in Sachsen. "Wir Sachsen haben allen Grund zur Freude. Wir haben die Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft genutzt. Und dieses System ist besser als Sozialismus und Planwirtschaft."

Zugleich nutzte er den Festakt, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen.

Sachsen ist ein Land der Freiheit. Hier wird mit jedem gesprochen, hier darf jeder seine Meinung sagen. Doch wir sind aber auch das Land, in dem widersprochen wird. Eine Reichskriegsflagge ist ein Synonym für Hitlergruß und Hakenkreuz. Das ist mit anständigen Sachsen nicht zu machen.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Viel Applaus für Kurt Biedenkopf

Kurt Biedenkopf (CDU), ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen, und seine Frau Ingrid sitzen mit Mundschutz bei der Festveranstaltung
Die Besucher im Stadion applaudierten Sachsens Alt-MP Kurt Biedenkopf und seiner Frau Ingrid. Bildrechte: dpa

Besonders großer Applaus ging durch das Stadion, als Landrat Vogel Sachsens ersten Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf und seine Frau Ingrid begrüßte. Er sei der Mann der ersten Stunde, dem Sachsen viel zu verdanken habe. Dem pflichteten auch die Ministerpräsidenten Laschet und Kretschmer bei. Kurt Biedenkopf habe die entscheidenden Weichen gestellt, so Kretschmer.

Musikalisch wurde die Feier von der Sächsischen Staatskapelle unter Leitung von Christian Thielemann und dem Landesbergmusikkorps Sachsen aus Schneeberg gestaltet.

Die Musiker der Sächsischen Staatskapelle unter Leitung von Christian Thielemann
Erstmals trat die Sächsische Staatskapelle in einem Stadion auf. Bildrechte: dpa

Laschet verteidigt Besuch in Sachsen

Laschets Besuch hatte angesichts strenger Corona-Regeln in Nordrhein-Westfalen für Kritik gesorgt. Die Corona-Regeln in Sachsen seien anders als in Nordrhein-Westfalen. "Die Infektionszahlen in Sachsen sind aber auch andere als in Nordrhein-Westfalen", erklärte Laschet.

Als erstes Bundesland erlaubt Sachsen seit dem 1. September unter Auflagen wieder Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern. Mit der Veranstaltung will die sächsische Landesregierung ein Zeichen setzen. Eigentlich hätte dort der diesjährige Tag der Sachsen stattfinden sollen. Der Großteil der Sitze in dem Fußballstadion, das sonst bis zu 16 000 Menschen Platz bietet, blieb den Corona-Bestimmungen gemäß leer.

Armin Laschet kommt gemeinsam mit Michael Kretschmer und Frank Weißflog ins Bergwerk 'Zinnkammern Pöhla'.
Vor dem Festakt besuchten Laschet und Kretschmer das Schauberwerk "Zinnkammern Pöhla". Laschet sieht wegen der Bergbautradition viele Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 06.09.2020 | 19:00 Uhr

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