Radfahren Wald, Wiese, Wasserfall: Um die Talsperre Sosa mit dem Fahrrad kurven

Fahrradtouren für den Hobby-Radler gibt es viele. Doch eine Radtour um die Talsperre Sosa bietet sich für alle an, die es ruhig, schwerer oder ganz hart angehen wollen. Verschiedene Streckenvarianten und Schwierigkeitsgrade stehen hier zum Radfahren zur Wahl. Regionale Highlights wie der Blauenthaler Wasserfall oder der Auersberg warten auf eine Stippvisite. MDR-Reporter Philipp Brendel hat sich eine Radtour genauer angeschaut und dabei über 500 Höhenmeter zurückgelegt.

Blick von einem Aussichtsturm in die Mittelgebirgslandschaft des Erzgebirges. Es handelt sich um den Aussichtsturm auf dem Auersberg. Auf dem Bild ist ebenso das Gasthaus sowie Menschen zu sehen, die in die Ferne blicken. Im linken unteren Bildteil steht auf einer gelben Tafel "Urlaub zu Hause"
Bildrechte: Philipp Brendel/Silke Wild

Die Grafik zeigt im oberen Teil eine Karte von Sachsen, der Erzgebirgskreis und der Ort Sosa sind markiert. Im unteren Teil wird auf Wissenswertes rund um die Talsperre informiert. So kostet Parken mit Tagesticket vier Euro, erreichbar ist der Ort mit Auto, Zug und Bus, zudem bietet sich ein Ausflug als Tagesausflug an. Essen kann man vor Ort oder als Selbstversorgung, die Radtour um die Talsperre Sosa ist geeignet zum Radfahren mit leichten bis scheren Schwierigkeitsgrad. Die Örtlichkeiten sind teilweise barrierefrei.
Bildrechte: Philipp Brendel/Silke Wild

Entspannt an wilden Bächen radeln, bei leichtem Anstieg in die Pedale treten oder Radfahren auf die harte Tour – rund um die Talsperre Sosa gibt es für Hobby-Radler genügend Strecken mit verschiedenen Schwierigkeitsniveaus. Aber auch für Wanderer bietet die Region diverse Ausflugsziele und Einblicke in die Flora und Fauna.

Der kleine Waldparkplatz in Blauenthal ist vormittags am Wochenende schon gut gefüllt. Radfahrer in Komplettmontur mit Helm und sportlichem Outfit sowie Wanderer mit Gepäck auf dem Rücken brechen auf dem Zimmersacherweg entlang der Großen Bockau in Richtung Wildenthal auf.

Auf einem Waldparkplatz stehen einige Autos, im Hintergrund gehen Wanderer und fahren Radfahrer in Richtung Wald
Gerade an den Wochenenden ist auf dem Parkplatz am Blauenthaler Wasserfall viel Betrieb. Parkplätze gibt es aber ausreichend. Falls der Parkautomat mal kaputt sein sollte: Über eine Park-App lässt sich ebenfalls ein Parkticket lösen. Bildrechte: Philipp Brendel

Der Parkplatz am Blauenthaler Wasserfall ist einer von mehreren möglichen Startpunkten für die Rad- und Wandertour rund um die Talsperre Sosa. Alternativ ist auch ein Start am Parkplatz Wildenthal und am Parkplatz an der Talsperre Sosa möglich.

Durch kühle Waldluft an Bächen und Blumenwiesen vorbei radeln

Ein erster Höhepunkt der Strecke ist der Blauenthaler Wasserfall, der mit 30 Metern Fallhöhe der größte Wasserfall Sachsens, aber derzeit leider ausgetrocknet ist. Idyllisch zieht sich der erste Teil der Strecke durch das Tal der Großen Bockau – die Kühle des Waldes ist genau das Richtige für so eine Radtour.

Wasser plätschtert in einem Bachlauf durch Steine und Felsen hindurch.
Den wilden Verlauf der Großen Bockau begleiten Radfahrer und Radfahrerinnen den ersten Teil der Strecke bis Wildenthal. Bildrechte: Philipp Brendel

Mehrere Abzweige aus dem Tal der Großen Bockau bieten sich als Abkürzungen oder Alternativrouten zur Talsperre Sosa an, wie etwa beim Abzweig des Eibenstocker Weg über den Höllengrundweg. Bei diesen Routen ist die Steigung jedoch schon zu Beginn vergleichsweise groß.

Entlang der Großen Bockau lässt es sich hingegen mit dem Rad mit einer relativ geringen Steigung bis nach Wildenthal entspannt fahren. Vorsicht ist jedoch gerade für Familien mit Kindern geboten, denn die Radfahrer rasen teilweise mit hoher Geschwindigkeit auf der Radroute ins Tal hinab.

Zwei Radfahrer fahren auf einem Waldweg linkerseits, rechterseits verläuft ein Waldbach.
Der Streckenabschnitt von Blauenthal nach Wildenthal besticht nicht nur durch seine Atmosphäre. Wer es entspannter angehen will, bietet dieser Teil der Radtour eine moderate Steigung. Bildrechte: Philipp Brendel

Radlerinnen und Radler müssen Verpflegung gut planen

Wer hungrig wird, bekommt schnell eine Empfehlung von anderen Radfahrern mit auf den Weg: "In Wildenthal kann man in der Gaststätte 'Am Rölzhang' gut Mittagessen gehen." Dabei ist die Verpflegung ein kleines Manko der Radstrecke, denn nur in Wildenthal, auf dem Auersberg und in Sosa gibt es Imbiss- und Rastangebote.

Vor einem Bistro 'Am Rölzhang' stehen ein Radfahrer und eine Radfahrerin in sportlicher Kleidung und Sonnenbrillen. Sie blicken in die Kamera.
Jens und Simone Scheumann legen nach über 20 Kilometern Fahrt eine Pause in der Gaststube "Am Rölzhang" in Wildenthal ein. Die Chemnitzer sind von Aue aus geradelt und wollen die Karlsroute noch bis zum Erzgebirgskamm fahren. Bildrechte: Philipp Brendel

Wer selbst Verpflegung mitbringt, kann in Wildenthal im kleinen Park mit Dorfbrunnen eine Auszeit im Grünen einlegen. Und eine Rast ist angebracht, bevor es ab Wildenthal in Richtung "Großer Stern" über den Sosaer Weg deutlich steiler bergauf geht. Wer danach schon genug vom Strampeln hat, kann vom Großen Stern direkt zur Talsperre Sosa über den Mittelweg und dann den Seitenflügel fahren.

Ab auf den Auersberg: Für alle, die ins Schwitzen kommen wollen

Das Bild zeigt den Aussichtsturm und das Gasthaus auf dem Auersberg im Erzgebirge. Davor spazieren Wanderer.
Der Aufstieg lohnt sich: Einmal auf dem Auersberg angelangt, können Radfahrer und Wanderer einen einmaligen Ausblick über das Erzgebirge und auf die Talsperre genießen. Bildrechte: Philipp Brendel

Die Radfahrer, die jedoch noch nicht genug ins Schwitzen gekommen sind, können noch einen Abstecher auf den Auersberg machen. Dabei ist ein steiler Anstieg über den Mittelflügel und ein moderater Anstieg über den Simmigweg möglich, wobei der letzte Abschnitt zwischen Simmigweg und Auersberg nochmals steil ist.

Wer es von Blauenthal bis zum 1.019 Meter hohen Auersberg geschafft hat, hat nicht nur über 500 Höhenmeter zurückgelegt, sondern wird auch noch mit einem einmaligen Ausblick auf die Erzgebirgslandschaft belohnt. Und vom Aussichtsturm reicht der Blick bis zum eigentlichen Ziel: die Talsperre Sosa.

Ausblick von einem Aussichtsturm in die Mittelgebirgslandschaft. Es handelt sich um den Aussichtsturm auf dem Auersberg. Auf einer gelben Tafel steht unter dem Stichwort "Geheimtipp": Sich nach einer anstrengenden Radtour oder Wanderung belohnen? Dann einfach den einmaligen Ausblick auf dem Auersberg genießen - nicht nur Richtung der Talsperren Sosa und Eibenstock, sondern auch nach Böhmen zum Erzgebirgskamm an der deutsch-tschechischen Grenze.
Bildrechte: Philipp Brendel/Silke Wild

Einmaliger Ausblick über die Talsperre zum Auersberg

Die gute Nachricht: Jetzt muss man sich nur noch mit dem Fahrrad rollen lassen. Doch Vorsicht! Die Hauptwege sind zwar gut ausgebaut, aber auf den schmaleren Wegen und den Abkürzungen lauern Rillen und Schlaglöcher.

Zwei Radfahrer fahren auf einem Waldweg in Richtung Kamera.
Einfach mal rollen lassen: Tino und Jana Schulz aus Thalheim fahren aus Richtung Großer Stern und Auersberg zur Talsperre Sosa hinab. Bildrechte: Philipp Brendel

Über den Mittelflügel, Mittelweg und Seitenflügel gelangen Radfahrer ohne Umwege bis zur Staumauer des Talsperre Sosa. Wer noch eine größere Runde um die Talsperre fahren möchte, kann über den Neuen Bärenweg bis zum Hirschknochenweg radeln. Auf der über 49 Meter hohen Staumauer der Talsperre können dann Radfahrer wie auch Wanderer den Blick über das Wasser bis zum Auersberg hinauf schweifen lassen.

Ein Ehepaar mit Mann und Frau blickt vom Geländer der Talsperre Sosa in die Ferne. Die Frau zeigt auf einem Aussichtsturm auf dem Auersberg.
Von der Staumauer der Talsperre Sosa kann man nicht nur die Augen über das Wasser schweifen lassen, sondern bis hoch hinauf zum Auersberg blicken. Bildrechte: Philipp Brendel

Fazit: Entspannter Ausklang einer Radtour im Dorf-Idyll

Und nach der Tagestour noch einmal gemütlich Essen gehen? Das sollte gut geplant sein, denn der Imbiss in der Erlebnisköhlerei Sosa beispielsweise macht auch am Wochenende bereits 16 Uhr zu. Eine kulinarische Alternative wäre das Schützenhaus in Sosa.

An einer Dorfstraße steht ein mit Blumenkästen geschmücktes Gasthaus mit dem Namen 'Gasthof Zum Schützenhaus', welches sich in Sosa im Erzgebirge befindet.
Eine Fahrt durch das heimelige Sosa mit seinen Fachwerkhäusern und dekorativen Kostbarkeiten sollte nicht ausgelassen werden. Bildrechte: Philipp Brendel

Einen gediegenen Abschluss für die Radtour rund um die Talsperre Sosa bietet überhaupt die Fahrt durch das heimelige Sosa. Über den Eibenstocker Weg können Radlerinnen und Radler einen entspannten Endspurt zum Ausgangsstandort am Blauenthaler Wasserfall zurücklegen.

Adresse und Anreise

Die Parkplätze Blauenthal, Wildenthal und Talsperre Sosa sind in Navigationsgeräten oder Google Maps zu finden.

Die Gast-Stube "Am Rölzhang" liegt direkt am Parkplatz Wildenthal, das Gasthaus auf dem Auersberg liegt in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes auf dem Auersberg. Die "Erlebnis-Köhlerei" ist unmittelbar vom Parkplatz Sosa aus zu erreichen.

Mit Bus und Bahn mit Start in Sosa oder Blauenthal:

  • Von Chemnitz aus: Vom Hauptbahnhof Chemnitz aus mit Bus 383 (in Richtung Aue-Bad Schlema), danach mit Bus 366 (in Richtung Sosa/Wendeschleife) bis Sosa, Wendeschleife (Fahrtzeit: 1:39h)


  • Von Zwickau aus: Mit der Regionalbahn (RB95/Richtung Johanngeorgenstadt Bahnhof) bis nach Aue Bahnhof, danach mit Bus 366 (in Richtung Sosa/Wendeschleife) bis Sosa Wendeschleife, 20 Minuten zu Fuß/5 Minuten Fahrrad bis zur Talsperre Sosa (Fahrtzeit 2:01h)


  • Von Plauen aus: Mit dem Regionalexpress (RE3/Richtung Dresden Hbf.) bis Zwickau Hbf., danach mit der Regionalbahn (RB95/ Richtung Johanngeorgenstadt Bahnhof) bis Aue Bahnhof, danach mit Bus 366 bis Sosa Wendeschleife, 20 Minuten zu Fuß/5 Minuten Fahrrad bis zur Talsperre Sosa (Fahrtzeit 2:01h)

Öffnungszeiten

Gast-Stube "Am Rölzhang": Montag bis Freitag auf Anfrage, Samstag und Sonntag ab 11 Uhr (Schließzeit nach Wetterlage)

Gasthaus Auersberg-Haus: Montag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr

Erlebnis-Köhlerei Sosa: Montag bis Mittwoch 9 bis 12 Uhr, Donnerstag bis Freitag 9 bis 16 Uhr, Samstag bis Sonntag/Feiertage 11 Uhr bis 16 Uhr

Kosten

Parktickets kosten auf allen Parkplätzen (Blauenthal, Wildenthal, Auersberg, Talsperre Sosa) ein Euro pro Stunde, die Tageskarte vier Euro.

Aufstieg auf den Auersberg-Aussichtsturm: ein Euro

Geeignet für

Radfahren nach verschiedenen Schwierigkeitsgraden, Wanderungen mit leichteren und schwereren Streckenprofilen

Barrierefreiheit

Aussichtsturm/Gasthaus Auersberg-Haus nicht barrierefrei

Quelle: MDR

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