Verhandlungen Kreistag stellt Weichen für Klinik-Fusion im Erzgebirge

Eingangsbereich des Erzgebirgsklinikums. Ein Mann steht an einem gelben Briefkasten.
Das Erzgebirgsklinikum Annaberg, das Kreiskrankenhaus Stollberg und das Klinikum Mittleres Erzgebirge planen eine Fusion. Im Juli entscheidet der Kreisrat darüber. Bildrechte: Bernd März

Für die geplante Fusion von drei kommunalen Krankenhäusern im Erzgebirge sind die nächsten Weichen gestellt worden. Der Betriebsausschuss des Kreistags beauftragte die Klinikchefs am Mittwoch, die Verhandlungen über einen Zusammenschluss fortzuführen. Bei der Fusion sollen das Erzgebirgsklinikum Annaberg, das Kreiskrankenhaus Stollberg und das Klinikum Mittleres Erzgebirge mit seinen Standorten Zschopau und Olbernhau zusammengehen. Damit könnte die fünftgrößte Klinik im Freistaat entstehen.

Nichtmedizinische Dienstleistungen sollen ebenfalls fusionieren

Neben der Fusion der Krankenhausgesellschaft sollen auch die nichtmedizinischen Dienstleistungen der vier Häuser, wie unter anderem die Reinigung und die Speisenversorgung, vereinheitlicht und in zwei Tochtergesellschaften gebündelt werden. "Mit dem Beschluss des Betriebsausschusses ist der Fusionsprozess nun offiziell angestoßen worden. Wir werden die weiteren Schritte im stetigen Dialog mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Häuser vorbereiten", sagt Marcel Koch, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaften. "Zentrales Ziel ist dabei, innerhalb der nächsten drei Jahre zukunftsfähige Strukturen für die künftige Erzgebirgsklinikum gGmbH zu schaffen, um alle vier Häuser dauerhaft zu erhalten."

Gewerkschaft kritisiert Fusionspläne

Während die einen in dem Zusammenschluss eine zukunfts- und konkurrenzfähige Krankenhausstruktur sehen, machen sich aber vor allem unter den Mitarbeitenden Ängste breit. Von der Aushebelung der Tarifverträge sei die Rede. In einem offenen Brief hat die Gewerkschaft Verdi vor der Beschlussfassung gefordert, dass die neue Erzgebirgsklinikum gGmbH Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband werden muss.

"Mit der geplanten Verschmelzung will man aus unserer Sicht die Häuser, die noch an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gebunden sind, zukünftig tariflich schlechter stellen", heißt es in dem offenen Brief. Die Gewerkschaft befürchtet eine Stagnation der Gehälter bei Bestandsmitarbeitern und -mitarbeiterinnen. "Wir müssen verhindern, dass es im Erzgebirge zu einer erneuten Fluktuation wie in den neunziger Jahren kommt." Über die Fusion entscheidet der Kreistag Anfang Juli.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 29. April 2021 | 08:30 Uhr

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