Zusätzliche Dosen Erzgebirgskreis impft gegen Einschränkungen an

Robin Hartmann
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Der Erzgebirgskreis hatte lange Zeit mit einer sehr hohen Inzidenz zu kämpfen. Um die Pandemie wieder in den Griff zu bekommen, wurde mehr Impfstoff in die Region geschickt. Zusätzliche Mobile Teams wurden aufgestellt und im Impfzentrum wurde unter der Woche bis Mitternacht geimpft. Hat das alles geholfen, die Situation wieder zu verbessern?

Ein Banner mit der Aufschrift «Impfzentrum Sachsen» hängt vor der Messe Dresden. Am 11.01.2020 beginnt in Sachsen der offizielle Start der Impfzentren.
Längere Öffnungszeiten in Impfzentren und mehr Impfdosen für mobile Teams - das sollte dem Erzegbirgskreis helfen, die hohen Inzidenzen wieder in den Griff zu bekommen. Bildrechte: dpa

Auch wenn zurzeit keine Konzerte in der Festhalle Annaberg-Buchholz stattfinden, an diesem Nachmittag haben sich dennoch knapp 100 Autos auf dem Parkplatz eingefunden. Die meisten mit erzgebirgischem Kennzeichen, aber vereinzelt findet man auch Chemnitzer und Zwickauer Wagen. Das sich jetzt also ganz Sachsen im Erzgebirge gegen Corona impfen lässt, kann man nicht behaupten.

10.000 Dosen durch mobile Teams verimpft

Dafür ist hier das Impfzentrum zu klein, im Vergleich zu Dresden, Leipzig oder Löbau. Entsprechend gemischt waren auch die Erfahrungen der am vergangenen Freitag geimpften Personen bei der Terminbuchung. Bei den einen hat es gut funktioniert und alles ging ganz zügig. Andere mussten lange warten und eine Person berichtet sogar davon, dass sie sich mitten in der Nacht eingeloggt habe, um einen Termin zu bekommen.

In den letzten Wochen wurden in der Festhalle durch die längere Öffnungszeit rund 3.500 zusätzliche Dosen verimpft. Doch vor allem der Einsatz von mobilen Impfteams sollte die hohen Zahlen im Erzgebirge senken. Zuletzt sind fünf Teams im Landkreis unterwegs gewesen – mit dem Ziel, bis Ende Mai 10.000 Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson zu verteilen. Der Impfstoff kommt ohne Zweitimpfung aus.

Leute dankbar für mobile Impfteams

Ein weiterer Vorteil: Während das Impfzentrum jedem Menschen in Sachsen offensteht, werden die Termine der mobilen Teams durch die Gemeinden vergeben. Aileen Wölfel organisierte für die Stadt Oelsnitz im Erzgebirge ein mobiles Team. Die Stadt hatte in den letzten Wochen hohe Inzidenzzahlen und so wurden 500 Termine für die über 60-Jährigen in der Stadt angeboten.

Wölfel zieht ein positives Fazit, denn die Leute seien unendlich dankbar, dass für sie die Impfung nun endlich auch klappt. Man habe es am Anfang zwar durchaus auch mal mit Frust über längere Wartezeiten zu tun gehabt. Aber die Dankbarkeit über das Angebot habe immer überwogen. Und ein solches möchte man wieder nach Oelsnitz bringen.

Hoffen auf Rückkehr der Normalität

Im Erzgebirge blickt man dabei auch immer wieder auf den Vogtlandkreis, der im März noch eine der höchsten Inzidenzen im Freistaat hatte – nun eine der niedrigsten. Auch hier wurde verstärkt geimpft.

Jetzt hoffen die Menschen im Landkreis, dass auch im Erzgebirge die Impfungen wirken und bald wieder Normalität einzieht. Bei vielen wächst die Ungeduld, endlich mal wieder unterwegs ins Café zu gehen oder ein Geschäft ohne Termin zu besuchen. Auch beim Blick ins Nachbarland Tschechien, wo Menschen wieder Bier trinkend draußen sitzen, wächst die Sehnsucht nach Normalität. Noch muss man sich im Erzgebirge dafür gedulden. Doch ein Ende ist absehbar: Ab dem heutigen Montag wird die Bundesnotbremse gelockert, so ist im Einzelhandel wieder "Click & Meet" möglich. Die Inzidenz liegt zudem seit mehreren Tagen unter 100, so könnte die Notbremse bald ganz gelöst werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Mai 2021 | 06:00 Uhr

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