Wirtschaft Investoren für insolventes Eisenwerk Erzgebirge gesucht

Blick auf das Werksgelände des Teilezulieferers ES Automobilguss.
Für den insolventen Gussteilehersteller Eisenwerk Erzgebirge wird nun ein Investor gesucht, um das Unternehmen zu erhalten. Bildrechte: dpa

Das Insolvenzverfahren des Automobilzulieferers Eisenwerk Erzgebirge im Schönheide ist am 1. August eröffnet waren. Darüber informierte der zuständige Insolvenzverwalter. Seinen Angaben zufolge ist es oberstes Ziel, den Geschäftsbetrieb und die 91 Arbeitsplätze zu erhalten. Kündigungen seien bislang noch nicht ausgesprochen worden. Die Suche nach potentiellen Investoren laufe. Im Schönheider Werk werden unter anderem Kipphebel und Bremsträger gegossen.

Positiv wirkt sich dabei die Rückmeldung der Kunden des Unternehmens aus, sagt Ingo Schorlemmer, Sprecher des Unternehmens Schultze & Braun, das die Insolvenz verwaltet. Es gebe Rückmeldungen der Kunden, dass sie gern mehr bei Eisenwerk bestellen würden. "Das heißt, wir sehen schon die Möglichkeit, dass wir das Unternehmen, so wie es heute ist, erhalten können", meint Schorlemmer.

Gewerkschaft optimistisch

Auch die IG Metall Zwickau als zuständige Gewerkschaft zeigt sich optimistisch. Die Qualität der Produkte habe immer für sich gesprochen. "Wir wollen den Prozess konstruktiv begleiten", sagt Florian Hartmann auf Anfrage von MDR SACHSEN. "Die Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter gestaltet sich vertrauensvoll." Ende August sei eine Versammlung der Mitglieder geplant, um über das weitere Verfahren zu sprechen. Man sei an einer schnellen Lösung mit einem Investor interessiert.

Wir haben eine hochmotivierte Belegschaft, die bereit ist, einen Neuanfang mitzugehen.

Florian Hartmann IG Metall Zwickau

Das Eisenwerk gehört zur Preventgruppe. Diese hat laut Schorlemmer grundsätzlich ihre Bereitschaft erklärt, an einem Verkauf des Unternehmens mitzuwirken. "Allerdings haben wir im Laufe des bisherigen Verfahrens leider teilweise sehr widersprüchliche Signale aus dieser Richtung bekommen, was die Mitwirkung am Insolvenzverfahren an sich anbelangt", so Schorlemmer. "Deswegen müssen wir abwarten, wie belastbar die Aussagen hinsichtlich der Unterstützung des Verkaufs sein werden."

Umsatzeinbruch um zwei Drittel

Die wirtschaftliche Schwierigkeiten der Preventgruppe reichen Jahre zurück. Nach einem Streit der Preventgruppe mit dem Volkswagenkonzern (VW), kündigte VW die Verträge mit der Gießerei im Erzgebirge. Damit verlor das Werk einen der Hauptkunden. Im Jahr 2020 ging mit Renault ein weiterer Großkunde verloren. Damit brachen die Umsätze nach Firmenangaben um zwei Drittel ein. Die Folge waren Arbeitsplatzverluste.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 04. August 2021 | 13:30 Uhr

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