Revitalisierungsprojekt Sachsenforst will Moore im Westerzgebirge wiederbeleben

Fünf Prozent der Fläche Deutschlands sind Moorgebiete. Ein wichtiger Faktor für unsere Umwelt und den Klimaschutz. Die meisten von ihnen sind allerdings bereits ausgetrocknet. Der Sachsenforst will nun Moore im Westerzgebirge wiederbeleben.

Moor Revitalisierung Sachsenforst Erzgebirge
Projektmitarbeiter von "MooReSax" analysieren den Zustand vom Graupenmoor im Erzgebirge. Bildrechte: Isabelle Fanghänel

Der Sachsenforst startet ein großes Moor-Projekt im Westerzgebirge. Dort sollen zehn Waldmoore aktiv wiedervernässt werden. Die insgesamt 80 Hektar liegen in den Forstbezirken Eibenstock und Neudorf. Außerdem sollen mit dem Projekt "MooReSax" (Moorwissen umsetzen – Moorrevitalisierung in der Modellregion Westerzgebirge) auch umfangreiche Fachinformationen für ein langfristiges Entwicklungskonzept für Waldmoore erarbeitet werden.

"Ich freue mich, dass wir Moore in Sachsen auf diese Weise stärken können", so Umweltminister Wolfram Günther. Die Laufzeit des Projektes beträgt vier Jahre. Die Finanzierung teilen sich der Bund und der Freistaat Sachsen. 650.000 Euro werden aus dem Förderprogramm Waldklimafonds des Bundes bereitgestellt. Weitere 440.000 Euro stellt das sächsische Umweltministerium zur Verfügung.

Moor Revitalisierung Sachsenforst Erzgebirge
Im Umfeld vom Naturschutzgebiet "Grünheider Hochmoor" im Forstbezirk Eibenstock sollen weitere Moorflächen revitalisiert werden. Bildrechte: Isabelle Fanghänel

Das ist eine wichtige Investition in den Natur- und Klimaschutz. Moore sind faszinierende und artenreiche Lebensräume. Vor allem aber sind sie wichtige und hocheffiziente CO2-Senker.

Wolfram Günther Sächsischer Umweltminister

Eines der zehn Revitalisierungsobjekte ist das Moor am Pfahlberg bei Oberwiesenthal, laut Sachsenforst ein besonders wertvolles Kleinod. Dessen Zustand könne durch eine Wassereinspeisung aus dem Umfeld gesichert und weiter verbessert werden. Dazu sollen Entwässerungsgräben geschlossen und mit Rohren das Umgebungswasser wieder zugeführt werden.

"Kaputt ist das Moor schnell", sagt Rainer Petzold, Referent für Standortserkundung beim Sachsenforst. Doch die Revitalisierung würde Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte dauern. "Der Torf wächst zwei Millimeter im Jahr, wenn es gut funktioniert." Die Entwässerungsgräben seien bis zu zwei Meter tief. "Wir müssen den Prozess der Entwässerung umkehren und alles rückgängig machen", so Petzold. Die Baumaßnahmen sollen rund zwei Monate dauern und danach überlasse man den Rest der Natur.

Moor Revitalisierung Sachsenforst Erzgebirge
Das Moor am Pfahlberg bei Oberwiesenthal ist eines der insgesamt zehn Revitalisierungsobjekte, das wieder verwässert werden soll. Bildrechte: Ulrich Wendt

Besondere Sorgfalt bei Revitalisierung

Moore gelten als äußerst sensible Ökosysteme. Sie sind Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere, wie das Birkhuhn und die Bergkiefer. Sie wirken als Wasserspeicher und können Dürre- und Hochwasserphasen abmildern. Intensive Landnutzung, Torfabbau und Klimawandel bedrohen die Moore.

Moore beeinflussen auch die Wasserqualität. "In Trinkwassereinzugsgebieten müssen Revitalisierungsmaßnahmen mit der Landestalsperrenverwaltung und den Wasserbehörden abgestimmt werden, um den Eintrag von schwerlöslichen organischen Kohlenstoffverbindungen in die Talsperren gering zu halten", so der Sachsenforst.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 13. Juli 2021 | 13:30 Uhr

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