Statistik Erzgebirgskreis hat höchste Dichte an privaten Autos in Sachsen

Auf dem Land ist es schwieriger, auf einen privaten Pkw zu verzichten. Die Bahn- und Busverbindungen sind in dünn besiedelten Gebieten schlechter. Das spiegelt sich auch in der Dichte der Privat-Pkw wider. Die wenigsten Privat-Pkw je 1.000 Einwohner gibt es in den drei sächsischen Großstädten. Dort sind aber in den vergangenen zwei Jahren viele Wohnmobile zugelassen worden - für Urlaub mit Abstand in der Pandemie.

Autos fahren dicht an dicht durch ein Wohngebiet, weil sich der Verkehr vor einer Ampel staut.
Sachsen liegt mit 485 private Autos je 1.000 Einwohner etwas unter dem Bundesdurchschnitt von 521. Bildrechte: dpa

Der Erzgebirgskreis hat die höchste Dichte an Privatautos in Sachsen. Auf 1.000 Einwohner entfallen 562 Pkw privater Halter, wie aus Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. Es folgen der Landkreis Bautzen (560) und der Vogtlandkreis (556).

Deutlich weniger Autos pro Einwohner gibt es in den Städten. Am wenigsten private Pkw entfallen im Freistaat auf die Stadt Leipzig (345). Auch in Dresden (359) und Chemnitz (449) gibt es vergleichsweise wenige Privatautos. Insgesamt entfallen auf je 1.000 Einwohner Sachsens 485 private Autos, was etwas weniger als der Bundesschnitt (521) ist. Spitzenreiter der Bundesländer ist das Saarland mit 608 privaten Pkw je 1.000 Einwohner. Schlusslicht ist Berlin mit 293.

Kfz-Zulassung und Nummernschild
Im Erzgebirgskreis gibt es die meisten Privat-Pkw je 100.000 Einwohner. Bildrechte: IMAGO / Shotshop

Wohnmobile boomen seit der Pandemie

Wohnmobile werden in Zeiten der Pandemie immer beliebter. Das hat die Berliner Anwaltskanzlei Goldenstein ermittelt, die nach eigenen Angaben im sogenannten Dieselskandal Geschädigte vertritt. Generell stieg die Zahl der Menschen, die sich während der Corona-Pandemie für ein eigenes Wohnmobil entschieden haben bundesweit an - besonders markant unter anderem auch in Leipzig. Während es in der Messestadt am 1. Januar 2020 noch 1.940 angemeldete Wohnmobile gab, lag diese Zahl zwei Jahre später schon bei 2.939.

Wohnmobil auf schmaler Straße in den Bergen.
Seit der Pandemie fahren immer mehr Sachsen auf ein eigenes Wohnmobil ab. Bildrechte: Colourbox.de

Auch in Chemnitz stieg der Wert im selben Zeitraum um fast 40 Prozent. In absoluten Zahlen bleibt Chemnitz mit 9,9 Wohnmobilzulassungen je 1.000 Neufahrzeugzulassungen aber im Feld der Großstädte mit der niedrigsten Wohnmobildichte. Spitzenreiter sind nach Angaben der Anwälte Kiel, Freiburg, Lübeck, Oldenburg, München und Hamburg.

MDR (lam)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 26. April 2022 | 11:30 Uhr

3 Kommentare

Bernd_wb vor 9 Wochen

eigentlich schon gut erklaert. Wer im laendlichen Erzgebirge wohnt braucht wohl ein Auto um zur Arbeit, zum Einkauf oder Arzt zu kommen. Hinzu kommt die Bahninfrastruktur ist in den letzten Jahrzehnten nicht besser geworden. In den Staedten ist der Nahverkehr ausgebaut worden. So ist auch erklaerbar dass in den Staedten welche fuer weniger Individualverkehr huepfen was anderen Sorgenfalten beschert.

Frank 1 vor 9 Wochen

Logische Folge eines miserabel ausgebauten ÖPNV. Wer hat das zu vertreten? Lösungsansätze? Fehlanzeige!

jackblack vor 9 Wochen

Ist doch logisch- wie soll man sonst im Dorf von A nach B kommen !!!

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