Demo Asylbewerber in Schneeberg protestieren gegen Erstaufnahmeeinrichtung

In Schneeberg haben am Sonntag die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung für bessere Lebensbedingungen demonstriert. Sie forderten unter anderem das Recht auf Bildung, Arbeit, Internet und bessere Krankenversorgung. Außerdem forderten sie, dass speziell diese Erstaufnahmeeinrichtung geschlossen wird.

Eine demonstrierende Gruppe Männer kommt auf dem Marktplatz in Schneeberg an. Sie tragen Transparente, Schilder und überwiegend Mund-Nasen-Schutz.
Die Demoteilnehmer kommen auf dem Markt in Schneeberg an. Bildrechte: MDR/Tobias Wilke

Am frühen Sonntagnachmittag haben zunächst mehr als 100 Teilnehmer vor der Erstaufnahmeeinrichtung in Schneeberg eine Kundgebung abgehalten. In ihren Redebeträgen forderten die Heimbewohner die Schließung der Einrichtung. Sie sei die schlimmste überhaupt, hieß es. Hier gebe es kein Internet, keine Fernseher, die Bewohner dürften nicht arbeiten. Sie fühlten sich wie eingesperrt. Das Heim liege eine halbe Stunde Fußmarsch vom Schneeberger Stadtkern entfernt.

Kundgebung auch in der Innenstadt von Schneeberg

Im Anschluss ist der Demonstrationszug zum Marktplatz gelaufen. Hier gab es eine weitere Kundgebung. Die Asylbewerber warben unter anderem um Verständnis, dass es ihnen untersagt sei, zu arbeiten, solange sie in einer Erstaufnahmeeinrichtung leben. Je nach Nationalität müssten sie bis zu zwei Jahre in der Einrichtung zubringen.

Die Asylbewerber forderten in ihren Redebeiträgen ein Recht auf Bildung, das Recht zu arbeiten und eine bessere Krankenversorgung.

Außenansicht der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Schneeberg
Erstaufnahmeeinrichtung Schneeberg (Archivbild) Bildrechte: MDR/Sven Boettger

Landesdirektion Sachsen hat sich im Vorfeld geäußert

Ohne die bei den Protesten am Sonntag erhobenen Vorwürfe der Bewohner zu kennen, hat sich die zuständige Landesdirektion Sachsen auf Nachfrage von MDR SACHSEN zur Krankenversorgung geäußert. In der Gesundheitsstation der Einrichtung arbeiten demnach drei Krankenschwestern und ein Pfleger von Montag bis Freitag. Zusätzlich fänden wöchentlich Sprechstunden von verschiedenen Fachärzten statt. Auch würden, soweit erforderlich, Termine zu Fachärzten außerhalb der Einrichtung organisiert.

Quelle: MDR/tw/nk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 19. September 2021 | 19:00 Uhr

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