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Handarbeit

Fichtelberg: Sechzehn Messungen für eine Schneehöhe

Stand: 31. Januar 2021, 14:00 Uhr

Anfang 2019 hatte der Deutsche Wetterdienst die Wettermessung auf dem Fichtelberg automatisiert. Dagegen regte sich damals großer Protest. Denn Computer können die Schneehöhe auf dem Dach Sachsens aber nicht korrekt ermitteln. Ein Meteorologe a.D. lässt sich von der modernen Technik nicht beirren und misst weiterhin manuell nach.

Meteorologe Gerd Franze misst die Schneehöhe auf dem Fichtelberg ganz konventionell und schlägt dem Computer damit ein Schnäppchen. Bildrechte: MDR/Promovie

Der Winter hat den 1.215 Meter hohen Fichtelberg fest in die Zange genommen. Schnee türmt sich auf, abseits der mühsam geräumten Wege kommt man nur mit Schneeschuhen voran. Meteorologe Gerd Franze nimmt den beschwerlichen Weg zu verschiedenen Messstellen jeden Tag in Angriff, obwohl er nicht mehr im Dienst ist. "Bei uns hier oben muss man an mindestens 16 Stellen messen. Das sind in jeder Himmelsrichtung jeweils vier Messungen." Der daraus gebildete Mittelwert ergebe dann die Schneehöhe.

20 Zentimeter Abweichung zur offiziellen Messung

Die so ermittelten Werte weichen stark von der automatischen Messung ab, die im Januar 2019 vom Deutschen Wetterdienst auf dem Fichtelberg installiert wurde, sagt Franze. "Die automatische Schneehöhenmessung funktioniert auch auf den Zentimeter genau. Allerdings nur an einer Stelle. Dieser Punkt ist aber nicht immer repräsentativ." Momentan würden dort 20 Zentimeter weniger ermittelt.

Mit seinen Messungen führt Gerd Franze die Messreihen fort, die seit mehr als 100 Jahren das Wetter auf dem Fichtelberg dokumentieren. Bildrechte: MDR/Promovie

Der Messwert ist nicht repräsentativ. Statistisch kann man ihn zur wissenschaftlichen Auswertung nicht verwenden.

Gerd Franze | Meteorologe

Franze führt die Messreihen fort, die seit mehr als 100 Jahren das Wetter auf dem Fichtelberg dokumentieren. Er weiß deshalb auch, dass in diesem Winter ganz normales Wetter auf dem Dach Sachsens herrscht. "Eine Schneehöhe von einem Meter zu erreichen, ist hier ganz normal. Gegenüber dem vorigen Jahr, als maximal 64 Zentimeter Schnee erreicht wurden, ist das schon ein ganz ordentliches Ergebnis."

Tief verschneit und nahezu unberührt präsentiert sich der Fichtelberg in diesem Winter. Bildrechte: Bernd März

Einziger Wermutstropfen: Den Anblick der weißen Pracht können in diesem Jahr nur die Oberwiesenthaler genießen. Unter ihnen Gerd Franze. Doch er ist ja im Dienst der Wissenschaft unterwegs.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSENMDR SACHSENSPIEGEL | 30.01.2021 | 19:00 Uhr

MDR Unterwegs in Sachsen | 23.01.2021 | 18:15 Uhr

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