Uran-Bergbau Kundschafter-Treffen der Wismut in Bad Schlema

Kundschafter, so hießen die Auslandsspione in der DDR. Aber auch bei der Wismut gab es "Kundschafter". Die erkundeten allerdings nicht undercover, sondern unterirdische Uranlagerstätten. An diesem Wochenende treffen sich die Kundschafter-Veteranen der Wismut in Bad Schlema.

Wismut-Kumpel lebten gefährlich: Der Uranbergbau forderte unzählige Opfer und hinterließ bei vielen gesundheitliche Schäden.
Wismut-Kumpel in den 1960er Jahren. Bildrechte: MDR/AstFilm Production

Rund 250 ehemalige Mitarbeiter des Zentralen Geologischen Betriebs (ZGB) der SDAG Wismut wollen sich am Sonnabend zum ersten Mal in Bad Schlema treffen. Bei dem Traditionstreffen im "Kulturhaus Aktivist" wollen sie feiern: den 55. Jahrestag der Gründung des ZGB und den 75. Jahrestag der Gründung der Sächsischen Gewinnungs- und Erkundungsgruppe (SGEG) feiern.

Mitarbeiter unterlagen strenger Geheimhaltung

Der Zentrale Geologische Betrieb war für die Erkundung von Uranvorkommen in der DDR zuständig. Die SGEG war sein Vorgängerbetrieb. Die Arbeit der Spezialisten wurde in der DDR streng geheim gehalten. Schließlich suchten die Geologen nach dem strategisch wichtigen Uran. Wurden sie gefragt, wonach sie suchen, erzählten sie eine Tarngeschichte.

Kumpel verschließen einen Stollen des Wismut Werkes in Dresden Gittersee
Die SDAG Wismut förderte das strategisch wichtige Uran. 1989, zur Wende, hatte die Wismut über 42.000 Beschäftigte. Bildrechte: imago/Ulrich Hässler

Im Gegensatz zu ihrer früher im Verborgenen stattfindenden Arbeit ist das Traditionstreffen der einstigen Wismut-Kumpel am Sonnabend öffentlich. "Interessierte Gäste aus der Region sind willkommen“, sagt Cheforganisator Reiner Brumme aus Chemnitz. Er war Oberjustiziar des ZGB und hat das Treffen organisiert. "1989 hatte der ZGB 1.850 Mitarbeiter, die alle der Geheimhaltung unterlagen. Deshalb war es nicht einfach solch ein Treffen nach all den Jahren zu organisieren", erklärt Brumme.

Vorträge und Foto-Safari im Russen-Jeep

Im Foyer des Kulturhauses werden in mehreren Vitrinen Werkzeuge und Erinnerungsstücke aus der Arbeit der Uran-Kundschafter gezeigt. Im Kinosaal wird es Vorträge zur Uran-Geologie und zu einer Rekord-Tiefenbohrung in Finnland geben. Auf dem Treffen wird auch ein soeben erschienenes Buch zur Arbeit des ZGB vorgestellt. Wer will, kann in einem originalen sowjetischen Jeep Aussichts- und Foto-Fahrten zum Biedenkopfblick auf die renaturierte Hammerberghalde unternehmen.

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 10. September 2021 | 13:00 Uhr

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