Volkskunst Nachwuchskräfte für erzgebirgisches Kunsthandwerk

Die Männelmacher im Erzgebirge freuen sich über Nachwuchs. Sechs junge Leute haben ihre Lehre erfolgreich beendet, elf beginnen diesen Beruf zu erlernen. Der Berufsverband sieht die Jugendlichen als Botschafter für die Region.

Ein junger Mann und fünf junge Frauen haben ihre Lehre als Kunsthandwerkinnen im Erzgebirge abgeschlossen.
Haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen:
Martin Dostlebe (v. li. n. re.), Marilen Dreier, Julia Jean Mazanec, Melanie Bauer, Jenny Müller und Sarah Hetze.
Bildrechte: Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller

Sechs Holzspielzeugmacher sind mit der feierlichen Übergabe ihrer Facharbeiterbriefe offiziell freigesprochen worden. Vier von ihnen absolvierten ihre Ausbildung bei der Firma Wendt & Kühn, zwei weitere bei der Firma Christian Ulbricht, teilte der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller mit. Alle bleiben der Branche als Junghandwerkerinnen und Junghandwerker erhalten, hieß es.

Seit 1936 gibt es den Beruf des Holzspielzeugmachers – seit 1995 ist er bundesweit als Ausbildungsberuf anerkannt und wird deutschlandweit nur im Kurort Seiffen ausgebildet.

Verband: Männelmacher sind Botschafter des Erzgebirges

Die dreijährige Ausbildung vermittelt den Angaben zufolge "eine fundierte Grundlage für vielseitiges Arbeiten mit dem Werkstoff Holz – von der manuellen und maschinellen Holzbearbeitung über das Schnitzen und Drechseln bis hin zum Bemalen und Dekorieren."

Für ihre Gesellenstücke haben die jungen Leute ihre Kreativität bewiesen: Von einem Multicar über Spieldosen "Crybaby" und "Am Weihnachtsbaume" bis zu einer Pyramide mit Winterkindern, eine Spielsammlung und einem Schwibbogen mit Motiven einer Herbstwanderung reichte die Bandbreite.

Mit eurer Arbeit führt ihr unser regionaltypisches erzgebirgisches Kunsthandwerk in die Zukunft. Ihr tragt dazu bei, dass dieses wunderschöne Handwerk nicht ausstirbt.

Mike Bernhardt Handwerkskammer Chemnitz

Elf junge Leute neu am Start

Mit Beginn des Ausbildungsjahrs 2021/22 haben elf junge Menschen ihre Lehre zum Holzspielzeugmacher angetreten, so der Männelmacherverband. Der positive Trend der Lehrlingszahlen der vergangenen Jahre könne damit fortgesetzt werden. Verbandsgeschäftsführer Frederic Günther lobt das Engagement der jungen Kunsthandwerker über ihre eigentliche Arbeit hinaus. Viele würden mit Herzblut für ihr Handwerk und für das Erzgebirge werben, seien damit Botschafter für das regionale Kunsthandwerk und für die Region.

Neben der Verbundausbildung über den Verband bilden auch einige Betriebe der Branche noch eigene Lehrlinge aus, hinzu kommt der eigenständige Lehrberuf der Drechsler.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 31. August 2021 | 15:30 Uhr

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