In aller Herrgottsfrühe Jöhstadt im Erzgebirge begeht traditionelle Christmette der Bergleute

Bergmännische Christmette in Jöhstadt/Erz
Die Bergbrüder von Jöhstadt laufen unter Geleucht zur Frühmette in die Kirche. Bildrechte: promovie

Am frühen Freitagmorgen ist die traditionelle Christmette der Bergleute in der Sankt Salvatorkirche in Jöhstadt im Erzgebirge begangen worden. Die örtliche Bergbrüderschaft hat dafür Pfarrer Martin Seltmann abgeholt und nach alter Tradition unter offenem Geleucht zur Kirche geleitet.

Tradition seit dem 17. Jahrhundert

Da die Bergleute auch früher am ersten Weihnachtsfeiertag nicht arbeiteten, wurde dieser Kirchgang für sie zur Tradition. Seit 1655 wird der Berggottesdienst regelmäßig zu Pfingsten und zu Weihnachten durchgeführt. Nur in den letzten beiden Kriegsjahren - 1944 zu Weihnachten und 1945 zu Pfingsten - musste er ausfallen.

Bergmännische Christmette in Jöhstadt/Erz
Mit Maske und Abstand - trotz Einschränkungen konnten die Jöhstädter die traditionelle Christmette am frühen Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages begehen. Bildrechte: promovie

Mit Maske und ohne Bergaufzug

Auch wegen der Corona-Pandemie war es nicht sicher, ob die Christmette in diesem Jahr stattfinden wird. Unter Einhaltung der Hygiene-Auflagen und ohne anschließenden Bergaufzug vom Musikverein konnte der Gottesdienst schließlich stattfinden. "Der Kirchgang gehört Weihnachten dazu. Es war wunderschön heute und es hat noch angefangen zu schneien. Wir müssen durch die Widrigkeiten durch und das werden wir auch schaffen", sagte eine Besucherin danach.

Durchführung war Herzenswunsch der Beteiligten

Neben der Bergbrüderschaft waren auch die Bergschwestern und die Bergkinder an der Durchführung beteiligt, sagte der Vorsitzende der Bergbrüderschaft, Peter Haustein.

Wir mussten Abstriche machen, aber ich bin froh, dass wir es machen konnten. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Mir war es ein Herzenswunsch, dass es stattfindet.

Peter Haustein 1. Vorsitzender Berg-, Knapp- und Brüderschaft Jöhstadt e.V.

Quelle: MDR/sm

2 Kommentare

pepe79 vor 15 Wochen

Die Schliesung snderer Einrichtung ist genauso falsch. Wir sollte froh sein über jede gröffnete Abwechlung und Normslität die uns bleibt. Die meisten Sbsteckungen finden in engen geschlossenen Räumen statt und vor sllem in Heimen die Monatelang im Stich gelassen wurden. Wir sollten alle animieren auch jetzt wenn es ungemütlicher ist raus vor die Tür ins Freie zu gehen und dafürAngebote schaffen anstatt alle einzusperren. In der molligen trockenen Wohnungsheizungsluft fühlt sich so ein Virus so richtig heimelich!

Barskalin vor 15 Wochen

"Zum Glück" wurden alle anderen Einrichtungen zur Eindämmung der Pandemie geschlossen, damit jetzt die Kirchen ihre Extrawurst bekommen und öffnen dürfen. Was ist an Ihrem Hygienekonzept anders im Vergleich zu Kinos, Theatern, etc.? Das sage ich als Bergmann, der die Tradition auch gern lebt, erlebt und weitergibt.

Mir wäre es auch ein Herzenswunsch, dass meine Kinder gemeinsam mit ihren Freunden spielen und im Kindergarten gemeinsam Neues erleben können...

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