Arbeitseinsatz Seiffen erhält Stück für Stück seine Naturbühne zurück

Seiffen - da denkt man an Weihnachten, erzgebirgische Männl und die berühmte Bergkirche. Doch es gibt dort ein verstecktes sommerliches Geheimnis, das gerade aus dem Dornröschenschlaf geküsst wird: die Naturbühne in der Binge.

An einem Hang, auf dem viele Bankreihen stehen, erneuern mehrere Männer das Holz einiger Bänke.
In einem ersten Schritt sind die untersten Sitzreihen durch freiwillige Helfer mit neuem Holz versehen worden. Bildrechte: Seiffener Berg– und Hüttenknappschaft e.V. / Jörg Beyer

Nach fünf Jahren Zwangspause bekommt der Kurort Seiffen seine Naturbühne in kleinen Schritten zurück. Mitglieder der Seiffener Berg– und Hüttenknappschaft haben am Sonnabend gemeinsam mit freiwilligen Helfern aus dem Ort damit begonnen, den Wildwuchs auf dem Gelände zu entfernen und die maroden Sitzbänke mit neuem Holz zu beplanken. Jörg Beyer von der Knappschaft ist zufrieden. "Die Binge 'Geyerin', in der die Naturbühne ihren Platz hat, gehört zum bergbaulichen Erbe von Seiffen." In den vergangenen fünf Jahren habe die Bergsicherung alte Entwässerungsschächte und -stollen saniert, ohne die die Binge vollgelaufen wäre. "Jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen. Doch das Areal ist in dieser Zeit natürlich verwildert und auch die Holzbänke haben gelitten", sagt Beyer. "Da mussten wir handeln."

Spenden brachten eine Menge Holz zusammen

Das Geld für die ersten Bänke, auf denen etwa 100 Gäste in Zukunft wieder bequem sitzen können, kam ausschließlich durch Spenden zusammen. "Wir wollten nicht, dass im wahrsten Sinne des Wortes Gras über die Naturbühne wächst", sagt Jörg Beyer. Daher habe man gemeinsam mit dem FDP-Ortsverband eine Spendenaktion ins Leben gerufen. "Damit ist genug Geld zusammengekommen, um die untersten Bankreihen neu zu beplanken." Man habe sibirische Lärche gewählt, die besonders witterungsbeständig sei. Doch das sei erst der Anfang, sagt Beyer. "Wir wollen die restlichen Bankreihen ebenfalls als langfristiges Provisorium herrichten." Für den Fall, dass man in Zukunft Fördermittel bekomme, wolle die Gemeinde die Naturbühne später vollständig sanieren.

Drei Männer bringen mit frischem Holz Lehnen an einer Bankreihe an.
Alles neu macht ... der September. Die ersten 100 Sitzplätze der Freilichtbühne machen wieder einen einladenden Eindruck. Bildrechte: Seiffener Berg– und Hüttenknappschaft e.V. / Jörg Beyer

Binge "Geyerin" in Seiffen Die "Geyerin" ist eine von zwei bis zu 34 Meter tiefen Bingen in der Nähe der Seiffener Bergkirche. Sie entstand im 16. Jahrhundert durch den Zinnbergbau im Tagebau. In der Binge "Geyerin" wurde 1934 eine Naturbühne Keingerichtet. Dort fanden Konzerte und Theateraufführungen statt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Freilichtbühne ab 1948 regelmäßig bespielt. Ab 1981 gibt es dort aller zwei Jahre ein bergmännisches „Glückauf“ zur Pflege bergmännischen Brauchtums. Zwischen 2016 und 2021 wurde die historischen Stollen zur Entwässerung der Binge durch die Bergsicherung saniert.

Genaues Timing

Den Termin für den Arbeitseinsatz, bei dem etwa 35 freiwillige Helfer kräftig angepackt hätten, habe man nicht zufällig gewählt, sagt Beyer. "Am Sonntag, dem 'Tag des offenen Denkmals', können wir den Besuchern schon zeigen, dass sich in der 'Geyerin' etwas tut. Schließlich steht die Binge unter Natur- und Denkmalschutz." Die erste Veranstaltung nach der langen Pause habe man dabei auch im Blick. "Am 19. September wird es eine Bergandacht in der Binge 'Geyerin' geben. Vorher haben wir einen kleinen Bergaufzug zur Binge geplant." Dabei sei die Wiederherstellung der Naturbühne kein Selbstzweck der Berg- und Hüttenknappschaft. "Wir wollen, dass hier in Zukunft wieder verschiedene Veranstaltungen und Konzerte stattfinden können", sagt Beyer.

Frauen und Männer schneiden Gestrüpp von den Hängen an einem Hohlweg.
Auch der Zugang zur Binge "Geyerin" wurde von Wildwuchs befreit. Bildrechte: Seiffener Berg– und Hüttenknappschaft e.V. / Jörg Beyer

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 05. August 2021 | 19:00 Uhr

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