Seiffen - Weltall Hölzerner Passagier an Bord der Raumstation ISS

Seit dem 12. November ist der deutsche Astronaut Matthias Maurer an Bord der Weltraumstation ISS. Besonders weihnachtlich wird es im All nicht werden. Aber ein erzgebirgischer Nussknacker bringt etwas Weihnachtsstimmung in den Orbit und Stolz zurück ins Erzgebirge.

Der Nussknacker in traditioneller From vor der Weltkugel.
Der Nussknacker Wilhelm ist der am weitesten gereiste seiner Zunft. Nach dem Besuch von 40 Ländern ist er jetzt auch im Weltall unterwegs. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Astronaut Matthias Maurer hat mit dem Nussknacker Wilhelm einen ganz besonderen Passagier zur internationalen Raumstation ISS mitgenommen. "Geboren" wurde Wilhelm in der Werkstatt von Markus Füchtner in Seiffen. Pate für die Figur stand kein Geringerer als der erste erzgebirgische Nussknacker überhaupt. Den hatte Markus Urururgroßvater Wilhelm im Jahr 1870 gefertigt. Daher ist er der Namensgeber für den kleinen roten König, der zum Weltenbummler geworden ist. Denn inzwischen hat er mehr als 40 Länder bereist.

Über dessen Reiseabenteuer berichten Markus Füchtner und einige Freunde aus Seiffen im Internet. Aber dass Wilhelm einmal durchs Universum fliegen wird, daran hätten sie nur im Traum geglaubt, meinte Füchtner augenzwinkernd.

Wenn die Vorfahren wüssten, dass ihr Nussknacker jetzt im All schwebt und 28.000 Kilometer pro Stunde um die Erde fliegt... Sie wären sicher stolz und könnten es gar nicht glauben, dass das möglich ist, so etwas zu tun.

Markus Füchtner Traditionshandwerker in Seiffen

Die internationale Raumstation ISS - Die Raumstation ISS (engl.: International Space Station) umkreist seit 1998 die Erde in rund 400 Kilometern Höhe.
- Mit einer Größe von etwa 109 x 51 x 73 Metern ist sie das größte von Menschen gemachte Objekt im Weltall.
- Bislang waren mehr als 250 Raumfahrer bei unterschiedlichen Missionen auf der ISS.
- Seit dem 12. November ist mit Matthias Maurer wieder ein deutscher Astronaut an Bord.

Erzgebirgs-Werbung in 400 Kilometern Höhe

In einer Videobotschaft haben sich die Astronauten Matthias Maurer und Wilhelm jetzt an die Erde gewandt. Maurer schickte herzliche Grüße aus dem Weltall. "Ein ganz besonderes Hallo geht hier nach Seiffen ins Erzgebirge. Das kleine Spielzeugdorf liegt in einer Region rund um die Stadt Chemnitz in Sachsen, die 2025 europäische Kulturhauptstadt wird", sagte er. Der Nussknacker Wilhelm sei der kosmische Botschafter für Chemnitz als Kulturhauptstadt. Das Tor zum Erzgebirge stehe offen für Besucher aus der ganzen Welt.

Chemnitz freut sich über kosmischen Botschafter

Der Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 GmbH, Stefan Schmidtke, freut sich über die Aktion. "Die Macher wohnen hier bei uns im Erzgebirge und auch in Chemnitz. Wir sind eine Stadt der Tüftler, Denker, Macher, Erfinder. Das ist die große Message an alle Leute, die das noch nicht wissen. Kommt her, lernt uns kennen und seht, wer wir sind!"

Kleiner Seiffener schreibt Geschichte

Viele Seiffener waren dabei, als das rot-gelb lackierte Nussknacker-Unikat Ende Oktober ins Weltall flog. Zehn Tage später startete Astronaut Martin Maurer auch dorthin. Am 4. Advent durfte Wilhelm raus aus dem Gepäck und als erster Nussknacker überhaupt in 400 Kilometer Höhe über der Erde durch die ISS schweben. Damit hat der zwölf Zentimeter kleine Seiffener Geschichte geschrieben.

Die Internationale Raumstation
Die Raumstation ISS umkreist die Erde in etwa 400 Kilometern Entfernung. Bildrechte: NASA

Quelle: MDR/tfr/mur

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 22. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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