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EisenbahnanbindungVMS schreibt Fernverkehr zwischen Chemnitz und Berlin europaweit aus

von MDR SACHSEN

Stand: 17. August 2021, 08:58 Uhr

Ab Sommer 2022 sollen Fernverkehrszüge zwischen Chemnitz und Berlin fahren - spendiert vom Freistaat Sachsen. Der Verkehrsverbund Mittelsachsen hat die Leistung nun europaweit ausgeschrieben und konkrete Anforderungen aufgezählt.

Der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen hat die geplante Fernverkehrsanbindung von Chemnitz nach Berlin europaweit ausgeschrieben. Die Züge sollen bereits ab Juni 2022 einsatzbereit sein und fahren. Laut Ausschreibung gilt der Vertrag bis 2028, gegebenenfalls mit jährlicher Verlängerung bis maximal 2037. Die Ausschreibung schreibt keine konkrete Strecke vor - damit wäre eine Fahrt über Riesa und Elsterwerda, Dresden und Elsterwerda oder Riesa und Falkenberg theoretisch möglich. Maximal 2,5 Millionen Euro - finanziert vom Freistaat Sachsen - darf die Fernverbindung kosten. Innerhalb Sachsens muss deshalb auch der Nahverkehrstarif anerkannt werden. An die Reisezeiten stellt die Ausschreibung keine Anforderungen.

Auszug aus den Anforderungen

  • Anbindung der Region Chemnitz - Berlin ohne Umstieg und mit wenigen Halten
  • keine längeren Standzeiten auf Unterwegsbahnhöfen
  • Bedienung der Station "Flughafen BER - Terminal 1-2"
  • Bedienung mindestens eines Bahnknotens in Berlin mit Anschluss an S-Bahn und Regionalverkehr
  • mindestens zwei tägliche Verbindungen in beide Richtungen zwischen 6 Uhr und 22 Uhr
  • Kundenbetreuer in jedem Zug
  • Reservierbarkeit der Sitzplätze
  • kleines Cateringangebot mit Kaffee, Kaltgetränken und Snacks
  • vollwertige 1. Klasse
  • klimatisierte Fahrzeuge mit Steckdosen (mindestens eine für zwei Sitze)
  • mindestens zwei funktionierende WC je Zug
  • Stauraum für Gepäck

Chemnitz seit 2006 vom Fernverkehr auf der Schiene abgehängt

Dem Vernehmen nach haben sich bereits vorab mehrere Verkehrsunternehmen für den von der öffentlichen Hand finanzierte Fernverkehr zwischen Chemnitz und Berlin interessiert. Details wollte der Verkehrsverbund mit Verweis auf Wettbewerbsrecht aber nicht nennen. Seit 2006 ist Chemnitz vom Fernverkehr auf der Schiene abgehängt.

Hinderlich für einen modernen und schnellen Eisenbahnanschluss des Ballungsraums Chemnitz - Zwickau sind insbesondere noch fehlende Elektrifizierungen der Strecke Chemnitz - Leipzig sowie der Streckenabschnitte südlich von Hof nach Regensburg/Nürnberg sowie zwischen Gößnitz und Weimar. Ein Umspannen von Zügen zwischen Elektroloks aus Dieselloks ist zeit- und personalaufwendig, wird von der Deutschen Bahn AG deshalb nur noch auf wenigen, für sie lukrativen Strecken praktiziert. So fahren noch Intercitys auf die Nordseeinsel Sylt oder ins Allgäu, die auf den letzten Abschnitten von Dieselloks gezogen werden.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 17. August 2021 | 11:30 Uhr