Neuer Wald 35.000 Bäumchen für Hochwasserschutz - Rückhaltebecken Niederwürtschnitz begrünt

Die Jahrhundertflut 2002 in Sachsen liegt fast 20 Jahre zurück. Seither wurde viel für den Hochwasserschutz gebaut. Dazu zählt auch das Rückhaltebecken in Neuwürschnitz. Dort wurde in der Talsenke ein 500 Meter breiter Steindamm errichtet. Der soll bei Starkregen den Beuthenbach aufhalten, damit Wassermassen nicht bis Chemnitz für Überschwemmungen sorgen. Das Rückhaltebecken ist seit vier Jahren fertig. Aber noch immer wird dort gearbeitet und gegärtnert.

Aufforstung Hochwasserrückhaltebecken Niederwürschnitz
Am Hochwasserrückhaltebecken Niederwürschnitz wurden auf über zehn Hektar hochwassersichere Bäume und Sträucher angepflanzt. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Die Wiederaufforstung am Hochwasserrückhaltebecken in Niederwürschnitz ist abgeschlossen. Auf mehr als zehn Hektar Fläche wurden hochwassersichere Bäume angepflanzt. Diese dienen als Ersatz für die Bäume, die beim Anlegen des Staubeckens gefällt werden mussten.

"Bei Starkregen schwillt der Bach an. Die Bäume stehen im Wasser. Die Wurzelwerke saugen sich voll. Und das halten zum Beispiel Fichten und Birken nicht aus", erklärt Volker Schreiter von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. "Diese Bäume sind hier entnommen worden und ersetzt worden durch Pflanzen, die das Wasser vertragen."

Bäume und Sträucher mit tiefen Wurzeln gepflanzt

Birken und Fichten sind Flachwurzler. Wenn diese in aufgeweichtem Boden stehen, können sie leicht umstürzen und schlimmstenfalls Durchlässe verstopfen. Nun sind Bäume und Sträucher mit tiefen Wurzeln gesetzt worden. Dafür wurde der Marienberger Forstdienstleister ACZ angeheuert.

Aufforstung Hochwasserrückhaltebecken Niederwürschnitz
Insgesamt wurden rund um das Hochwasserrückhaltebecken Niederwürschnitz 35.000 Bäume und 2.100 Strucher gepflanzt. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

750.000 Euro Kosten für Aufforstung

"Hier wurden Stieleiche und Schwarzerle gepflanzt und außerdem Sträucher und Heister als Gehölzsaum. Wir haben 35.000 Forstpflanzen und rund 2.100 Sträucher und Heister gesetzt", sagt der Chef Andre Schroll. Ein immenser Aufwand und auch nicht billig. 750.000 Euro hat die Bepflanzung insgesamt gekostet.

"Aufgrund der Waldsituation – Borkenkäfer, Sturmschäden – wird sehr viel aufgeforstet. Der Bedarf an Forstpflanzen ist sehr groß. Das treibt die Preise nach oben", sagt Volker Schreiter von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Es sei auch schwierig gewesen, eine Baufirma für die Durchführung zu bekommen. Die Arbeiten sind fast abgeschlossen und dann ist auch der Wald um das Hochwasserrückhaltebecken am Beuthenbach hochwassersicher.

Hochwasserrückhaltebecken Niederwürschnitz Nach dem Hochwasser 2002 wurden für Sachsen Hochwasserschutzkonzepte entwickelt. Im Ergebnis wurde der Standort am Beutehnbach in Niederwürschnitz als optimal und wirksam für den Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens ausgewählt.

Fünr rund 21,8 Millionen Euro wurde das Becken gebaut. Damit sollen die Gemeinden, die unterhalb des Beckens entlang der Würschnitz bis nach Chemnitz liegen, geschützt werden.

Das maximale Stauvolumen des Beckens beträgt 923.000 Kubikmeter auf einer Fläche von 25,53 Hektar.

Quelle: MDR/al/maw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 27. Mai 2021 | 16:30 Uhr

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