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Der Energieversorger enviaM rechnet mit weiter steigenden Preisen für Elektroenergie und Gas. Bildrechte: imago images/Eibner

JahresbilanzenviaM erwartet weiter steigende Preise – Versorgungssicherheit im Fokus

von Brigitte Pfüller

Stand: 11. Mai 2022, 20:06 Uhr

Der in Chemnitz ansässige führende ostdeutsche Energiedienstleister enviaM kann für 2021 eine gute Bilanz vorlegen. Wie das Unternehmen am Mittwoch informierte, steht bei künftigen Geschäftsentscheidungen vor allem die Versorgungssicherheit im Mittelpunkt.

Insbesondere bei Gas sieht enviaM die Situation aufgrund des Ukraine-Krieges kritisch. Wie Vorstandsvorsitzender Stephan Lowis sagte, sei eine Gas-Mangellage nach wie vor nicht auszuschließen.

Die Politik sei gefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. So müssten die Gasspeicher vor dem Winter gefüllt werden. Zugleich müsse man sich bundes- und europaweit auf einen möglichen  Engpass vorbereiten. Hier wolle enviaM der Politik beratend zur Seite stehen. Dazu hat das Unternehmen auch eine Task-Force eingerichtet, die sich wöchentlich mit der aktuellen Lage befasst.

Der Energiedienstleister verlangt von der Politik, dafür zu sorgen, dass die Gasspeicher bis zum Witer wieder befüllt werden. Bildrechte: VNG Gasspeicher GmbH

Energiepreise steigen

Die turbulente Situation am Energiemarkt hat nach Angaben von enviaM auch Auswirkungen auf Preiserhöhungen. Diese fallen nach Unternehmenseinschätzung im laufenden Jahr noch moderat aus. So sei zwar angekündigt worden, per 1. Juni 2022 die Strompreise um 3,22 Cent je Kilowattstunde zu erhöhen. Das werde aber durch den Wegfall der EEG-Umlage per 1. Juli 2022 kompensiert. 

Das Tochterunternehmen Mitgas erhöht ab 1. Juli 2022 den Preis für Erdgas um 4,25 Cent je Kilowattstunde. In den kommenden Monaten werden die Beschaffungskosten aber nach Einschätzung von enviaM steigen, was sich künftig auf die Preise niederschlägt.

"Wir haben als regionaler Versorger keinen Einfluss auf die Lage an den Großhandelsmärkten", sagte Vertriebsvorstand Andreas Auerbach. Zugleich sind die Kundenzahlen bei Strom um 47.000 auf rund 1,1 Millionen und bei Gas um 29.000 auf rund 203.000 gewachsen.

Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Versorgungssicherheit im Fokus

Bei künftigen Geschäftsentscheidungen will der Energieversorger die Versorgungssicherheit im Blick behalten. So plant das Unternehmen,  2022 seine Gas- und Stromnetze weiter zu modernisieren. Vorgesehen sind Ausgaben in Höhe von rund 330 Millionen Euro. Diese werden u.a. aufgewandt, um Umspannwerke und regionale Trafo-Stationen in Ortsnetzen digital auszustatten, um die Netze leichter steuerbar und stabiler zu machen.

Der Energieversorger enviaM will weiter in die Modernisierung der Gas- und Stromnetzt investieren. Bildrechte: envia Mitteldeutsche Energie AG

Einstieg ins Wasserstoff-Geschäft

Um  nabhängiger von Gas zu werden und den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken, engagiert sich enviaM für die Entwicklung einer leistungsfähigen Wasserstoff-Infrastruktur.

Der Energiedienstleister beabsichtigt, eine länderübergreifende Wasserstoffbrücke in Mitteldeutschland mit Partnern aus Sachsen und Sachsen-Anhalt zu bauen. Die Planungen laufen. "Wir trauen uns zu, in drei bis vier Jahren  BMW, Porsche und den Flughafen Leipzig mit Wasserstoff zu versorgen", sagte Andreas Auerbach.

Gemeinsam mit Partnern will enviaM eine Wasserstoff-Infrastruktur in Mitteldeutschland aufbauen. Bildrechte: enviaM/Christian Kortüm

Stabiler Gewinn

Basis für die Investitionen ist des stabile Geschäft. Der Gewinn bewegte sich mit 316,7 Millionen Euro im Jahr 2021 auf dem Niveau des Vorjahres (2020: 317,9 Millionen Euro). Die Anteilseigner erhalten eine Dividende von 0,77 Euro je Stückaktie.

EnviaM investiert auch in den Ausbau von Solarparks. Bildrechte: enviaM/Christian Kortüm

Insgesamt werden 191,1 Millionen Euro an die Gesellschafter ausgeschüttet. Die Dividenden kommen auch kommunalen Anteilseignern zugute, die 42,1 Prozent der Anteile an enviaM halten. An die rund 650 ostdeutschen Städte und Gemeinden fließen 80,5 Millionen Euro.

MDR (bp, tfr)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 11. Mai 2022 | 18:30 Uhr