Arbeitsmarkt in Sachsen Arbeitslosigkeit in Sachsen im Januar angestiegen

Eingangsbereich einer Agentur für Arbeit
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Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen ist zum Januar deutlich um 10.800 gestiegen. Damit waren zum Stichtag 13. Januar fast 139.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Chemnitz um 0,6 Punkte auf 6,6 Prozent.

Der Anstieg sei typisch für die Jahreszeit, hänge aber auch mit der Corona-Krise zusammen, sagte Klaus-Peter Hansen, der Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen der Arbeitsagentur. "Die Ursachen dafür sind Entlassungen zum 31. Dezember. Das betrifft viele, die draußen arbeiten. Das ist beispielsweise der Bau, der Gartenbau oder Gärtnereien." Gleichzeitig seien die Folgen des zweiten Lockdowns in einzelnen Branchen zu spüren. "Das sind Hotels und Gaststätten, die Logistik und nachgelagerte Gesundheitsdienstleistungen. Auch da steigt die Arbeitslosigkeit." Im Vergleich zum Januar 2020 stieg die Arbeitslosenquote in Sachsen deutlich um 14,9 Prozent.

Mehr Arbeitnehmer in Kurzarbeit

Auch die Kurzarbeit hat weiter zugenommen, sagte Hansen.

Seit November haben mehr als 17.000 Betriebe in Sachsen Kurzarbeit angezeigt. Das ist wieder ein deutlicher Zuwachs an Kurzarbeit, aber es ist eine gute Lösung in der Not.

Klaus-Peter Hansen Chef der sächsischen Arbeitsagentur

Wie viele Arbeitnehmer von dieser Regelung betroffen sind, ließe sich aber erst in einigen Monaten genau sagen, so Hansen.

Gewerkschaften zeigen sich erleichtert

Der sächsische DGB-Vorsitzende Markus Schlimbach hat sich angesichts der veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen erleichtert gezeigt, dass der Arbeitsmarkt trotz aller Schwierigkeiten stabil ist.

Der Damm Kurzarbeit hält weiter und sichert vielen Beschäftigten in Sachsen den Arbeitsplatz.

Markus Schlimbach DGB-Vorsitzender in Sachsen

Jedoch sei die Lage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in der Gastronomie, im Einzelhandel oder bei Friseuren seit Monaten in Kurzarbeit seien, prekär. "In den Niedriglohnbranchen ist dringend eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes notwendig", so Schlimbach.

Mann mit kurzen grauen Haaren, kurzem grauen Bart und schwarzer Brille schaut in die Kamera
Der sächsische DGB-Chef Markus Schlimmbach warnt davor, dass die Erfolge der Arbeitsmarktpolitik in der Krise verlorengehen könnten. Bildrechte: DGB Sachsen/M. Rietschel

Gleichzeitig warnte der sächsische DGB-Chef davor, dass die Erfolge der Arbeitsmarktpolitik der vergangenen Jahre in der Krise verloren gehen könnten. "Wir konstatieren einen dramatischen Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat um über 12.500 Personen. Hier muss die Bundesagentur für Arbeit gegensteuern“, sagte Schlimmbach. Auch die jungen Menschen zwischen 20 und 25 Jahren seien stärker von Arbeitslosigkeit betroffen. "Wir appellieren an die Unternehmen, die Kammern und die Arbeitsverwaltung, die Jugendlichen frühzeitig zu betreuen, verstärkt Ausbildung anzubieten, die Übernahme von Auszubildenden zu garantieren und die Vermittlung zu intensivieren." Es müsse alles dafür getan werden, dass bei jungen Menschen Dauerarbeitslosigkeit gar nicht erst entsteht", sagte Schlimbach.

Quelle: MDR/tfr/mv/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.01.2021 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

1 Kommentar

Maria A. vor 43 Wochen

Zuallererst möchte ich anmerken, dass ich heute unbedingt mal die Bereitschaft des MDR-Teams, User zu manchen Themen bloggen zu lassen, lobend erwähnen möchte. Also, ein großes Dankeschön! Man weiß ja nie, wie lange das noch so ist. Beim NDR verschwand sang- und klanglos mit dem Dezember die Kommentarfunktion; beim WDR schon vor einigen Jahren. Ein unleugbares Beispiel dafür, wie sehr sich die Medienlandschaft in Deutschland geändert hat. Denn was haben wir doch in der Nachwendezeit in Foren schreiben können, weil die Sender vielfältige Möglichkeiten dazu boten.
Zum Thema möchte ich anmerken, dass uns diese Hiobsbotschaft nicht erstaunt. Es ist nur eine weitere, die wir Mediennutzer seit dem erstmaligen Auftreten des
Virus und den damit verbundenen misslichen Folgemaßnahmen zur Kenntnis nehmen. Während die davon persönlich Betroffenen leider eher schlecht, als recht, mit dem Jobverlust klar kommen müssen.

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