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Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Claus Weselsky, beharrt auf der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn bei der City-Bahn in Chemnitz. Bildrechte: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm

TarifstreitBis Montagfrüh: Weselsky ruft wieder zum Streik bei City-Bahn Chemnitz auf

13. Juni 2024, 18:18 Uhr

14 Streiks hatte es bislang im aktuellen Tarifstreit zwischen der City-Bahn Chemnitz und GDL gegeben. Geht es nach dem Willen der Eisenbahner-Gewerkschaft folgt Nummer 15 ab diesen Freitag. Weil der Schülerverkehr bei so einem kurzen Streik-Vorlauf nicht gefährdet werden darf, gilt der Aufruf erst ab 17 Uhr.

Die Lokführer bei der City-Bahn Chemnitz sollen auch an diesem Wochenende die Arbeit niederlegen. Dazu hat die Lokführergewerkschaft GDL aufgerufen. Der Ausstand soll von Freitag ab 17 Uhr bis zum kommenden Montag, 17. Juni, 5 Uhr dauern. Erst in der neuen Woche sollen die Bahnen wieder rollen. Die GDL verlangt eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Chemnitzer City-Bahn lehnt dies aus Kostengründen ab. Die Gewerkschaft betont, für neue Verhandlungen bereit zu sein. Allerdings warte die GDL auf ein seriöses Angebot, dass eine schrittweise Senkung der Arbeitszeit beinhalten solle.

Teilzeit, Lohnerhöhungen: Das Angebot der Arbeitgeber

Die City-Bahn sagte MDR SACHSEN, sie habe vorige Woche ein Angebot vorgelegt, bei dem Eisenbahner bis zu 30 Stunden pro Woche Teilzeit arbeiten könnten, auch Lohnerhöhungen bis 14 Prozent seien angeboten worden. "Aber die GDL sagt: 35 Stunden sind nicht verhandelbar. Als kommunales Unternehmen können wir den vollen Lohnausgleich nicht leisten", sagte Sprecher Falk Ester. Er verwies auf drei weitere Eisenbahnunternehmen im Bereich des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS), mit denen man sich auch auf einen Tarifvertrag geeinigt habe, ohne Beharren auf 35-Stunden bei vollem Entgelt. "Diese Zahl ist keine Marktreferenz, auch wenn das die GDL immer wieder behauptet."

GDL-Chef Weselsky will "marktgerechten Tarifabschluss erzwingen"

GDL-Chef Claus Weselsky wiederum schreibt im neuerlichen Streikaufruf: "Der Atem der GDL ist lang und es gibt keinen Grund daran zu zweifeln, dass die GDL auch bei der City-Bahn Chemnitz einen marktgerechten Tarifabschluss erzwingen wird." Er wirft der City-Bahn "Blockadehaltung" vor.

In dieser Woche erst war die Lokführergewerkschaft in zweiter Instanz vor Gericht gescheitert. Das Landesarbeitsgericht hatte das Urteil des Arbeitsgerichts Chemnitz vom 29. Mai in wesentlichen Teilen bestätigt und darauf gedrungen, dass der Schülerverkehr abzusichern ist. Das heißt, bei kurzfristig angekündigten Streiks an Schultagen soll der Schülerverkehr morgens und nachmittags rollen. Daher auch der Aufruf zum Streik an diesem Freitag erst ab 17 Uhr.

Trotz Streiks soll Schülerbeförderung rollen

Das kommunale Unternehmen City-Bahn, das mehrere Linien im Raum Chemnitz betreibt, hatte sich mit einer einstweiligen Verfügung im Mai ans Arbeitsgericht Chemnitz gewandt. Damit sollte der Schülerverkehr von weiteren Streiks verschont bleiben. Laut City-Bahn fahren täglich rund 1.800 Kinder und Jugendliche mit den Linien, um zur Schule und wieder nach Hause zu kommen.

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MDR (kk)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 13. Juni 2024 | 18:30 Uhr