Probelauf Stadt Chemnitz testet Corona-Besucher-Apps beim Basketball

Die Stadt Chemnitz prüft derzeit insgesamt drei Apps, die zum einen die Ergebnisse von Schnelltests erfassen können und zum anderen dann als Legitimation für den Besuch von Kinos, Gaststätten, Veranstaltungen und ähnlichem dienen können. Eine App war bereits vor wenigen Tagen bei der Stadtratssitzung getestet worden. Am Rande des Basketball-Heimspiels der Niners Chemnitz am Mittwochabend wurden nun zwei weitere Corona-Besucher-Apps getestet. An dem Probelauf beteiligten sich Mitarbeiter vom Verein und Veranstaltungsort, Vertreter der Stadt und des Gesundheitsamtes, Medienvertreter und Vertreter der Sportwelt, wie Verantwortliche vom RB Leipzig und Katharina Witt. MDR SACHSEN-Reporterin Anett Linke hat den Testlauf mitgemacht.

Corona-Apps, Testlauf in Chemnitz
An vier Teststationen im Foyer der Messehalle Chemnitz wurden die Schnelltests durchgeführt. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Es ist Mittwochabend und ich darf bei einem Spiel der Niners Chemnitz live dabei sein. Aber nicht nur das: Ich bin auch Teil eines Probelaufs der Stadt, bei der zwei Apps getestet werden sollen. Diese sollen in Verbindung mit einem Schnelltest den Zugang zu Kultur, Gastronomie, Handel und Sport wieder möglich machen.

Schon im Vorfeld sollten alle Tester beide Apps auf ihrem Handy installiert haben, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Die Luca-App kann ich einfach aus dem Playstore herunterladen und meine Kontaktdaten eintragen. Schon ist die App fertig eingerichtet.

Für die BeSafe-App, eine Chemnitzer Entwicklung, muss ich mich zuerst auf der Internetseite der App-Entwickler registrieren. Dort kann ich dann auch die App herunterladen. Nach der Registrierungsbestätigung per E-Mail muss ich in der App noch die Kontaktdaten und ein Foto hinterlegen. Trotzdem geht die Einrichtung auch hier einfach und innerhalb weniger Minuten.

Anmelden, testen und einchecken

Zwei Stunden vor Spielbeginn an der Messe Chemnitz: Direkt am Eingang gibt es zwei getrennte Wege. Einen für diejenigen, die schon einen Test am gleichen Tag an einer BeSafe-Teststelle gemacht haben und einen für diejenigen, die sich vor Ort in der Messe testen lassen wollen. Beim Test vor Ort wird zuerst nach der Installation der BeSafe-App gefragt. Mitarbeiter vor Ort stehen für Fragen bereit. Auch eine Möglichkeit für Menschen ohne Smartphone ist gegeben, bei der eine Registrierung vor Ort und ein Ausdruck des Testergebnisses von Mitarbeitern durchgeführt wird. Ich stelle mich an der Schlange für den Schnelltest an.

Corona-Apps, Testlauf in Chemnitz
Per E-Mail kam innerhalb weniger Minuten das Testergebnis. Dieses wurde automatisch in der BeSafe-App hinterlegt und ein 24-Countdown gestartet. So lange soll der Test gültig sein und den Eintritt in die teilnehmenden Einrichtungen ermöglichen. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Dann geht es zur Anmeldung. Der QR-Code aus der App wird gescannt, ausgedruckt und auf ein Testkit geklebt. Mit diesem geht es in eine von vier Teststationen. Der Schnelltest selbst wird als Nasenabstrich genommen. Rund 15 leicht unangenehme Sekunden und ein leichtes Augentränen später ist schon alles vorbei. Im Wartebereich kommt schon nach wenigen Minuten die E-Mail mit dem Testergebnis: negativ. Damit kann ich nun mit der App einchecken und die Halle betreten. Zusätzlich wird mit der Luca-App ebenfalls über einen QR-Code eingecheckt. Im Gegensatz zur BeSafe-App wird hier aber nicht das Testergebnis hinterlegt, sondern einfach meine Anwesenheit mit Kontaktdaten erfasst.

Nun kann ich die Halle betreten. Mit mir befinden sich ungefähr 70 Personen darin. Zu normalen Heimspielen sitzen hier bis zu 5.000 lautstarke Fans. Ein seltsames Gefühl, ein Basketballspiel ohne diese Geräuschkulisse zu erleben. Über die erste Halbzeit möchte ich lieber nichts sagen. Braunschweig führt mit 35:50. Doch in der zweiten Hälfte geben die Niners alles und können schließlich doch noch den Heimsieg mit 87:83 erringen. Gerade in diesen Momenten fehlen mir und vermutlich auch den Spielern die Fans, um diese Kraftanstrengung mit Jubel zu würdigen.

Corona-Apps, Testlauf in Chemnitz
Die BeSafe-Mitarbeiter Noura Harzallah und Thomas Winkler betreuen am Mittwochabend die Anmeldung und erklären geduldig die Funktionsweise der App und den Testablauf. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Basketballer hoffen auf Fans zum letzten Heimspiel

Nach dem Spiel spreche ich mit Matthias Pattloch, Pressesprecher der Niners Chemitz, über den Testlauf. Für ihn ist es eine gute Möglichkeit, Optionen für Öffnungen auszuprobieren. "Mit Tests, begrenzten Zuschauerzahlen, Masken, Abstand und Kontaktnachverfolgungen könnte das eine Möglichkeit sein, dass wir bald wieder Zuschauer in der Halle haben", sagt er.

Wir haben im Mai noch zwei Heimspiele, das letzte gegen Alba Berlin. Es ist unser Traum dort mit dem Impffortschritt und Schnelltests wieder einige Zuschauer dabei haben zu können.

Die Fans fehlen auch den Basketballern, verrät mir Niners-Spieler Jonas Richter, als ich ihm zum Sieg gratuliere. "Gerade bei Highlight-Games wie einem Dunk würde die Halle schon brennen", sagt er. Richter hofft wie seine Teamkameraden auf eine Lösung. "Die heute getesteten Apps bieten hoffentlich einen Ansatz, dass bald zumindest ein paar Fans wieder dabei sein dürfen", sagt er.

Kurz nach 21 Uhr verlasse ich schließlich die Halle. Am Ausgang muss ich mich noch mit der Luca-App auschecken, bei BeSafe geht alles automatisch. Hier läuft im Hintergrund noch ein 24-Stunden-Countdown, der es mir ermöglichen würde, mit meinem Negativtest auch noch weitere Veranstaltungen oder Einrichtungen zu besuchen.

Stadt Chemnitz möchte Öffnungsperspektiven aufzeigen

Als Stadt ist uns wichtig, dass die Systeme mit dem Gesundheitsamt zusammenspielen, das heißt wenn wir einen positiven Fall haben, müssen die Daten schnellstmöglich elektronisch ans Gesundheitsamt übermittelt werden.

Matthias Nowak Pressesprecher der Stadt Chemnitz

Nun liegt es an der Stadt Chemnitz den Testlauf auszuwerten. Ziel sei es Öffnungsperspektiven für Veranstaltungen, für Restaurants und für Handel, so Matthias Nowak, Pressesprecher der Stadt Chemnitz. Dass es zumindest mit einer begrenzten Personenzahl problemlos funktionieren kann, habe ich bei dem Probelauf in der Messe festgestellt. Nach der Auswertung könne die Stadt eine Empfehlung abgeben, so Nowak. "Und dann müssen wir schauen, was die Inzidenzen zulassen, was die rechtlichen Rahmenbedingungen nach Ostern zulassen, um eben so schnell wie möglich wieder in ein geöffnetes Leben in der Innenstadt oder bei Veranstaltungen zu kommen", sagt er.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.03.2021 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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