Corona-Pandemie Covid-19-Patienten erzählen: "Ich habe mein Kurzzeitgedächtnis verloren"

Covid-19 ist eine Krankheit, die sehr unterschiedlich verläuft: Manche haben nur eine Erkältung oder gar keine Symptome, andere trifft es schwer. Auf MDR SACHSEN berichten Menschen aus der Region von ihren Erfahrungen mit der Krankheit und den damit verbundenen Einschränkungen. Der 68-jährige Axel Fischer aus Chemnitz kämpft auch drei Monate nach seiner Infektion noch mit seinem Kurzzeitgedächtnis und anderen Nachwirkungen.

Covid-19-Patient Chemnitz
Axel Fischer hat eine Covid-19-Erkrankung überstanden. Mit den Folgen kämpft er aber auch noch drei Monate nach der Infektion. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Anfang September infizierte sich Axel Fischer mit dem Coronavirus. "Ich weiß nicht, wie", sagt er. "Ich war von einem Tag auf den anderen total platt." 14 Tage lag der 68 Jahre alte Chemnitzer nur im Bett. 40 Grad Fieber, Kopfschmerzen, Kraftlosigkeit und Halluzinationen quälten ihn.

Seine Hausärztin habe sich gut um ihn gekümmert und alle zwei Tage angerufen. Doch etwas gegen die Krankheit tun, konnte auch sie nicht. "Man ist so hilflos", erzählt Fischer. Seine Frau habe ihn gepflegt. Zum Glück habe sie sich damals nicht angesteckt. Allerdings bekam sie dann Mitte Dezember selbst Covid-19. "Zum Glück war der Verlauf nicht ganz so schwer", sagt Fischer.

Man kann nur daliegen und hoffen, dass es nicht noch schlimmer wird.

Axel Fischer

Bei seiner eigenen Infektion war Fischer vor allem besorgt, viele andere Menschen angesteckt zu haben. "Aber zum Glück haben es weder meine Freunde noch meine Frau bekommen", sagt er. Auch die Physiotherapeutin, bei der er noch kurz vor dem Ausbruch war, hat sich nicht infiziert. "Das ist das heimtückische an dem Virus", sagt Fischer. "Man denkt, man hat es nicht und steckt in der Zeit vielleicht alle an." Es gehe nur mit Kontaktvermeidung. Das zuständige Gesundheitsamt habe sich zwar bei ihm gemeldet, aber nicht nach seinen Kontakten gefragt. Er habe sein Umfeld selbst informiert.

Verlust des Kurzzeitgedächtnisses

Auch drei Monate nach seiner Covid-19-Erkrankung leidet der 68-Jährige an den Folgen. Bei einem Lungen-CT zeigten sich Schäden. Lange habe er auch noch unter Kopfschmerzen gelitten. Außerdem kommt Haarausfall dazu. Insgesamt acht Kilogramm verlor er in den zwei Wochen, in denen er nur im Bett lag. Sein Kurzzeitgedächtnis geht auch heute noch gegen Null. "Ich spiele jetzt Memory, um das Gedächtnis wieder zu trainieren", erzählt er. "Aber ich brauche ein akribisches Ablagesystem, um meine Sachen wiederzufinden." Ob und wann sein Kurzzeitgedächtnis zurückkehrt, kann ihm niemand sagen.

Viele sagen, es ist ja nur eine Grippe. Aber das ist es nicht.

Axel Fischer

Auch er habe geglaubt, dass ihm das Virus nicht viel anhaben könne. "Ich walke, fahre Fahrrad. Ich war vor der Krankheit sehr fit", erzählt Fischer. Auch jetzt ist er wieder aktiv unterwegs. "Aber ich bin etwa bei 70 bis 80 Prozent meiner alten Leistung", sagt er.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 15.12.2020 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Anita L. vor 17 Wochen

Ich wünsche Ihnen gute Besserung und auf dass Sie gesundheitlich hoffentlich bald wieder auf der alten Höhe sind. Der Freund meines Sohnes hat jetzt, nach drei Wochen, langsam seinen Geschmackssin wieder.

Querdenker vor 17 Wochen

Der pandemische Multiorganvirus greift oft verschiedene Organe an. Das Immunsystem vieler Menschen ist unvorbereitet, wodurch der Tisch für das Coronavirus reich gedeckt ist. Das Coronavirus feiert Weihnachten in Deutschland.

siehe „ruhr24 Corona: Keine reine Lungenkrankheit – welche Schäden im Gehirn entstehen“

Zitat: „Auch bei einem leichten Verlauf können schwerwiegende Hirnschäden auftreten.“

Selbst Kinder können unter Folgeschäden leiden, auch wenn sie keine typischen Corona-Symptome haben.

siehe „fr Corona-Studie zeigt: Spätfolgen bei Kindern möglich“

Freiheit vor 17 Wochen

Eine ganz untypische Erscheinung bei einem 68jährigen! Das kann nur C. sein.

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