Corona-Pandemie Corona-Lage im Erzgebirgskreis weiter sehr angespannt

Stollberg Rathaus
Bildrechte: MDR/Anett Linke

Der Erzgebirgskreis gilt als einer der Corona-Hotspots in Deutschland. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner liegt bei 599 (Stand 18. Dezember), die Zahl bestätigter Neuinfekionen lag am Freitag bei 322 im Landkreis. Stollberg, Marienberg und Aue-Bad Schlema weisen alle 7-Tage-Inzidenzwerte von mehr als 700 pro 100.000 Einwohner aus. In Stollberg stieg der Wert am Montag sogar auf 1.204.

Corona-Kritiker ratlos, wo hohe Infektionszahlen herkommen

Eine Erklärung hat der Stollberger Oberbürgermeister Marcel Schmidt dafür nicht. Auch in den anderen Städten sind die Gründe unklar. In keinem der Orte sind Ausbrüche in Pflegeheimen bekannt, die sonst oft ein hohes Infektionsgeschehen befeuern.

Noch Ende November war der Stollberger Bürgermeister Marcel Schmidt wegen eines Briefs an die Bürger der Stadt im Erzgebirge in die Kritik geraten. Schmidt von den Freien Wählern bedauerte darin die Absage des diesjährigen Weihnachtsmarktes. Zugleich kritisierte er die Einschränkungen der Regierung und verharmloste die Corona-Pandemie:

Wir werden sehen, ob Corona mehr Opfer kosten wird, als schwere Grippewellen in den letzten Jahren forderten. Wir können wahrscheinlich nicht in jeder kommenden Grippewelle sämtliche Traditionen über Bord werfen, alle bisher geltenden Grundsätze beiseite schieben, um keine Menschen sterben lassen zu müssen.

Laut den jeweiligen Stadtverwaltungen halten sich die Bürger an die Corona-Einschränkungen. "Aus dem Ortsbild ist deutlich sichtbar, dass die wenigen Bürger, die seit der Verschärfung der Corona-Regeln per 12.12.2020 noch in der Stadt unterwegs sind, Mund-Nase-Schutze tragen, Abstand halten und ihre Aktivitäten außer Haus deutlich reduziert haben", teilte die Stadtverwaltung Marienberg auf Anfrage mit.

Im Kreiskrankenhaus in Stollberg ist die Lage sehr angespannt. Das sei aber ein Problem in ganz Südwestsachsen, so der Leitende Chefarzt des Krankenhauses, Gregor Hilger. "Die Koordinierungsstelle in Chemnitz funktioniert aber sehr gut", sagt er. "Dort können wir anrufen, wenn ein Intensivpatient nicht versorgt werden kann und über ein Dashboard finden sie die Klinik, die noch Kapazitäten hat. Schon mehrmals wurden Patienten aus Stollberg in andere Krankenhäuser verlegt.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 17.12.2020 | 19:00 Uhr

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