Corona-Pandemie Chemnitz geht Sonderweg bei Lolli-Tests

Kita-Kinder werden anders als Schulkinder nicht regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Doch bei einem positiven Fall in einer Einrichtung müssen alle Kinder, die Kontakt mit der Person hatten, getestet werden. Um das möglichst schonend durchzuführen, hat das Sozialministerium Sachsen Lolli-PCR-Tests zur Verfügung gestellt, die auch sachsenweit genutzt werden. Nur Chemnitz geht nun einen Sonderweg.

Eine Schülerin der Klaase 3a der Maria-Kunigunda-Grundschule macht den "Lolli-Test.
Für die Stadt Chemnitz bergen die sogenannten Lolli-Tests eine Unfallgefahr und sollen daher nicht die die Testung von Kita-Kindern genutzt werden. Bildrechte: dpa

Die Stadt Chemnitz hat ihr Verfahren zur Testung von Kontaktpersonen bei Corona-Fällen in Kitas angepasst. Demnach sollen die Kinder zwei PCR-Tests innerhalb einer zehntägigen Beobachtungszeit in einem beauftragten Testzentrum, beim Arzt oder in einer Apotheke durchführen lassen. Das haben das Jugendamt und das Gesundheitsamt der Stadt Chemnitz gemeinsam beschlossen.

Die sogenannten PCR-Lolli-Tests dürfen nicht genutzt werden. Diese seien nicht praktikabel, heißt es aus der Stadtverwaltung. Den Grund dafür sieht sie nicht etwa in einer Ungenauigkeit der Tests: Die Stadt Chemnitz befürchtet vielmehr durch die Lollitests eine Verletzungsgefahr für die Kinder. Ausprobiert wurden die Tests allerdings nicht, heißt es auf Anfrage von MDR SACHSEN.

Es handelt sich um circa 15 Zentimeter lange Plastikstäbchen mit einer Sollbruchstelle im Vorderbereich. Daher wurde aus Gründen des Unfallschutzes von der Verwendung dieser Testkits Abstand genommen.

Stadt Chemnitz

Lolli-Tests sachsenweit im Einsatz

Die Stadt Chemnitz scheint mit dieser Bewertung ziemlich allein dazustehen. Laut dem sächsischen Sozialministerium werden die Lolli-Tests sachsenweit für die Testung der Kontaktpersonen bei Corona-Fällen in Kitas genutzt. "Die PCR-Testung mittels Lolli-Test gilt als zuverlässig und einfach in der Anwendung", so das Ministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN.

Die Ansicht über die Unfallgefahr scheint das Ministerium nicht zu teilen. "Die Handhabung für den Kleinkindbereich kann herausfordernd sein, wenn sich das Kind selbst testet. Daher ist es auch möglich, dass Eltern die Testung am Morgen durchführen", so das Sozialministerium auf Nachfrage.

Leipzig zufrieden mit Lolli-Tests

Anders als Chemnitz nutzt die Stadt Leipzig die Lolli-Tests bereits, wie einer Anfrage von MDR SACHSEN ergab. "Die Kitas und Eltern nehmen das neue Prozedere gut an", so die Stadt Leipzig. Zukünftig seien auch sogenannte Pooltestungen geplant. Dabei werden mehrere Proben gemeinsam im Labor untersucht und nur bei einem positiven Befund müssen die Kinder noch einmal einzeln getestet werden.

Dieses Vorgehen spart Laborkapazitäten und wird bereits in einigen Bundesländern, zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, angewandt.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt grundsätzlich Lolli-PCR-Pool-Testungen für Kitas und Grundschulen. Laut RKI besitzen diese Test "eine höhere Sensitivität als Antigentests" und lieferten daher genauere Ergebnisse.

Quelle: MDR/al

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