Versäumnisse Gesundheitsamt 24 Corona-Todesfälle mehr in Chemnitz als bisher bekannt

Ein Rettungsassistent der Berufsfeuerwehr Halle hält einen Coronatest.
Durch Versäumnisse im städtischen Gesundheitsamt wurden 24 Todesfälle bislang nicht in den Corona-Statistiken der Stadt Chemnitz ausgewiesen. Bildrechte: dpa, imago images/imagebroker

Die Corona-Pandemie hat in Chemnitz mehr Tote gefordert als bislang in den Statistiken ausgewiesen. Anstatt der 19 bislang gemeldeten soll es bereits mehr als 40 Opfer geben. Sozialbürgermeister Ralph Burghart begründet das mit Versäumnissen im städtischen Gesundheitsamt. In der Zeit vom 9. bis 16. November seien die insgesamt 24 Todesfälle nicht an das RKI weitergeleitet worden.

"Wir haben die Information von den Krankenhäusern und Pflegeheimen bekommen und die wurden nicht ins Computersystem eingepflegt", sagt Burghart. Man wisse, an welcher Stelle es liegen geblieben ist. "Es waren Krankheitsfälle genau in dem Bereich, wo die Mitarbeiter dafür zuständig waren. Und das ist dann im Rahmen der Aufarbeitung der Rückstände zutage getreten."

Bei den 24 Todesfällen handelt es sich um 16 Frauen und acht Männer. Das durchschnittliche Alter liegt laut Stadtverwaltung bei über 80 Jahren. 13 Menschen verstarben in Kliniken, zehn in Pflegeheimen und einer zu Hause.

Anpassungen im Gesundheitsamt

Damit das zukünftig nicht noch einmal passiert, gab es laut Burghart Anpassungen "in der internen Organisation". "Es wurden Verantwortliche für bestimmte Vorgänge und zusätzliche Vertretungen festgelegt", sagt er. Außerdem gebe es eine zusätzliche Überprüfung.

Auswirkungen auf die Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten hat der Vorfall nicht. "Nach heutigem Stand gibt es keinen Fall, der nicht in unserem System erfasst ist", so Burghart. Letzte Woche hatte die Stadt Chemnitz eine Umstellung der Software und der Darstellung der täglichen Corona-Zahlen vorgenommen. In dieser können sich auch Zahlen der jeweils letzten zwei bis drei Tage rückwirkend ändern, falls noch ein Fall nachgepflegt werden muss.

Quelle: MDR/al/maw

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.11.2020 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

3 Kommentare

m.pfehlemich vor 20 Wochen

Ich beschäftige mich hobbymäßig viel mit Statistik und führe seit Beginn der Corona-Pandemie akribisch Buch. Die von Herrn Burghart angeführten Zahlen und Erläuterungen sind daher für mich leider wenig plausibel. Während es in 8 Monaten in Chemnitz insgesamt 11 Corona-Tote gab, sollen es danach allein in einer Woche auf einmal 24 Todesopfer gewesen sein. Zu vermuten ist eher, dass sich die fehlende Registrierung über weit mehr als eine Woche hingezogen hat. Folge war übrigens, dass es heute in Deutschland fälschlicherweise allein durch die "neuen" (alten) Chemnitzer Fälle einen neuen Höchststand an Corona-Toten gegeben hat. Ebenso bezweifle ich die angegebene Altersspanne, vor allem dass das jüngste dieser 24 Todesopfer bereits 76 Jahre alt gewesen sein soll. Außerdem hätte ich von dem verantwortlichen Bürgermeister zumindest eine Entschuldigung für die Versäumnisse der ihm unterstellten Behörde erwartet.

Anita L. vor 20 Wochen

Ihre Familienangehörigen sind ganz offensichtlich nicht betroffen.

jackblack vor 21 Wochen

Das Durchschnitt liegt bei ÜBER 80, ohne Corona wären ALLE 105 geworden oder ???

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