Onlinehandel Weihnachtsbaumkauf 2.0 in Hohenstein-Ernstthal

Im vergangenen Pandemie-Winter durften Weihnachtsbäume trotz Lockdown verkauft werden. In diesem Jahr weiß niemand, wie die Regelungen in den nächsten Wochen aussehen. Ein Händler aus Hohenstein-Ernstthal hat vorgesorgt.

Ein Mann mit Mütze filmt mit seinem Smartphone Weihnachtsbäume, die in einer Halle nebeneinander aufgestellt sind.
Bei Uwe Siegert, dem Chef der Garten-Baumschule in Hohenstein-Ernstthal, kann man per Video-Telefonie Weihnachtsbäume aussuchen. Bildrechte: Garten-Baumschule Hohenstein-Ernstthal GmbH & Co.KG/Uwe Siegert

Natürlich kann man in der Gartenbaumschule Hohenstein-Ernstthal ganz persönlich nach einem passenden Weihnachtsbaum suchen. Doch niemand weiß, wie sich in den kommenden Wochen vor Weihnachten die Corona-Lage entwickelt und ob der Handel wieder schließen muss, sagt Uwe Siegert, Chef der Garten-Baumschule in Hohenstein-Ernstthal. "In diesem Jahr hat noch niemand aus der Politik gesagt, dass Geschäfte, die Weihnachtsbäume verkaufen, geöffnet bleiben. Im vergangenen Jahr war das anders, da galten diese Verkäufer als 'systemrelevant'." Sicherheitshalber hat sich Uwe Siegert auf alle Eventualitäten vorbereitet. Mit seinem Smartphone nimmt er seine Kunden mit auf virtuelle Einkaufstour.

Lockdown-Erfahrung brachte Siegert auf die zündende Idee

"Ich hatte bereits während der ersten beiden Lockdowns Kunden, die trotz Corona-Infektion bei mir etwas kaufen wollten für ihren Garten", sagt Siegert. Also sei er mit seinem Smartphone durch das Geschäft gegangen und habe seine Ware gefilmt. "So konnten sich die Kunden virtuell etwas aussuchen." Er habe dann die Ware verpackt und ausgeliefert. "Bezahlt wurde mit Rechnung, weil die Kunden ja das Haus nicht verlassen durften."

Für die Weihnachtsbäume könne er das auch so machen. "Bei mir stehen die Bäume ausgepackt auf Ständern. Das ist wie in einem Wald." Er könne durch diesen Wald laufen und dabei über Video-Telefonie mit seinem Kunden verbunden sein. "Wenn der Kunde am anderen Ende der Leitung sagt: 'Bitte stehenbleiben. Diesen Baum hätte ich gern', sind wir uns handelseinig." Dann folge die Auslieferung und eine Rechnung.

Das Angebot kann jeder aus der Umgebung wahrnehmen. Ich diskriminiere niemanden, ganz gleich, ob er geimpft ist oder nicht. Es soll für jeden möglich sein, Weihnachten einen Baum zu haben.

Uwe Siegert Garten-Baumschule Hohenstein-Ernstthal GmbH & Co.KG

Ein Weihnachtsbaum steht auf einer Verkaufsfläche in einem Ständer.
So sieht der "Weihnachtsbaumkauf 2.0" aus der Käuferperspektive aus. Bildrechte: Garten-Baumschule Hohenstein-Ernstthal GmbH & Co.KG/Uwe Siegert

Preise für Weihnachtsbäume in diesem Jahr unverändert

In der Gartenbaumschule könnte es passieren, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Denn Uwe Siegert hat 500 bis 600 Bäume vorrätig. "Wir haben Blaufichten und Kiefern aus Sachsen und Nordmanntannen aus Dänemark." Die dänischen Bäume hätten die beste Qualität. Wer das ensprechende Geld ausgebe, solle auch einen ordentlichen Baum bekommen. Die Preise hätten sich gegenüber der vergangenen Saison nicht verändert, sagt Siegert. "Wir bewegen uns zwischen 15 und 70 Euro. Die Lieferung kostet in Hohenstein-Ernstthal nichts." Er liefere aber in einem Radius von etwa 20 Kilometern, also auch bis nach Chemnitz aus. Dann käme noch eine Liefergebühr dazu.

Ein Mann mit Mütze filmt mit seinem Smartphone Weihnachtsbäume, die in einer Halle nebeneinander aufgestellt sind.
Wer nicht selbst zum Kaufen kommen kann, entscheidet sich gemeinsam mit Uwe Siegert per Video-telefonie für einen Weihnachtsbaum. Bildrechte: Garten-Baumschule Hohenstein-Ernstthal GmbH & Co.KG/Uwe Siegert

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 30. November 2021 | 16:30 Uhr

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