Protest Demonstration gegen Rechts in Chemnitz ohne Zwischenfälle

Vor drei Jahren wurde in Chemnitz ein junger Mann bei einem Messerangriff getötet. Kurz darauf folgten Demonstrationen und Ausschreitungen in der Stadt, an denen rechtsextreme Akteure maßgeblich beteiligt waren. Mit einer Demonstration hat das Bündnis "Chemnitz nazifrei" an die Vorkommnisse von damals erinnert und sich gegen Rechtsextremismus stark gemacht.

Eine große Gruppe Menschen läuft mit Transparenten eine Straße entlang.
Der Demonstrationszug auf seiner Tour durch Chemnitz. Bildrechte: Harry Härtel/haertelpress

Unter dem Motto "Nazis nicht in Ruhe lassen - Wir klingeln euch raus!" haben am Sonnabend in Chemnitz rund 300 Menschen gegen Rechtsextremismus demonstriert. Anlass war der Jahrestag der rechtsextremen Ausschreitungen, die 2018 deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt hatten. Die Veranstaltung wurde vom Bündnis "Chemnitz nazifrei" angemeldet und sollte laut dessen Homepage an "bedeutsamen Stationen der neonazistischen Szene" in der Stadt vorbeiführen.

Hintergrund soll dabei den Angaben zufolge sein, dass Chemnitz seit Langem ein Rückzugsort für Rechtsextreme aus ganz Deutschland ist. Weil die Demo unter anderem vor dem Haus des Vorsitzenden der rechtsextremen Partei "Freie Sachsen", Martin Kohlmann, Station machen wollte, gab es eine Auseinandersetzung vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen. Wie das Bündnis "Chemnitz nazifrei" auf Twitter schrieb, musste die Route in der Folge geändert werden.

Der Startschuss fielt nach Polizeiinformationen schließlich gegen 14:20 Uhr am Thomas-Mann-Platz. Anschließend zogen die Teilnehmer durch die Ortsteile Hilbersdorf, Sonnenberg und das Stadtzentrum.

Strafanzeige nach Hitlergruß

An der Kreuzung Palmstraße/Zietenstraße passierten sie 40 Personen, die laut Polizei augenscheinlich dem rechten Spektrum zuzuordnen waren. Dennoch kam es zu keinem Zwischenfall. Dabei blieb es im Wesentlichen bis zum Ende der Demo um 17:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Lediglich eine Strafanzeige nahmen die Beamten unterwegs auf, als ein 41 Jahre alter Mann kurz nach 15 Uhr im Bereich der Dresdner Straße/Hans-Link-Straße den Hitlergruß zeigte. Der Mann muss sich nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten.

170 Polizisten im Einsatz

Bei ihrem Einsatz wurde die Chemnitzer Polizei von der Sächsischen Bereitschaftspolizei unterstützt. Insgesamt waren nach Polizeiangaben rund 170 Polizisten im Einsatz.

Zahlreiche Polizisten haben sich am Rand einer Straße positioniert.
Die Polizei war mit 170 Einsatzkräften vor Ort, um die Veranstaltung abzusichern. Bildrechte: Harry Härtel/haertelpress

Quelle: MDR/sth

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