Bilanz Energiedienstleister enviaM plant Rekordinvestitionen in Sachsen

Die enviaM-Gruppe hat trotz Corona-Krise ihre Unternehmensziele im Geschäftsjahr 2020 erreicht. Wie das in Chemnitz ansässige Unternehmen mitteilte, konnte das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um knapp zwei Millionen Euro auf 317,9 Millionen Euro gesteigert werden - ungeachtet leicht rückläufiger Strom- und Gasabsätze. Der Konzern kann demnach eine konstante Dividende von 0,65 Cent pro Aktie an die Anteilseigner auszuschütten. Darunter sind 650 Kommunen aus Ostdeutschland.

Positive Aussichten

Angaben zum Nettogewinn hat das Unternehmen nicht gemacht. Für das Geschäftsjahr 2021 zeigt sich Vorstandsvorsitzender Stephan Lowis optimistisch.

Ich bin sicher, dass wir trotz der aktuellen Turbulenzen weiter erfolgreich Kurs halten und unsere Position als führender regionaler Energiedienstleister in Ostdeutschland behaupten werden.

Stephan Lowis Vorstandsvorsitzender enviaM

Investitionen auf Rekordniveau

Dafür nimmt enviaM im laufenden Geschäftsjahr viel Geld in die Hand. "Die Investitionen sind auf den höchsten Stand seit Beginn der Energiewende", so Lowis. Ein großer Teil davon fließe in erneuerbare Energien. So will das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr allein 322 Millionen Euro für die Instandhaltung und den Ausbau des Stromnetzes bereitstellen, um deren reibungslose Einspeisung zu gewährleisten. Im Netzgebiet der enviaM-Gruppe decken die erneuerbaren Energien rein rechnerisch schon heute 122 Prozent des Stromverbrauchs ab. "Damit liegen wir weit vor den westlichen Bundesländern", so Lowis. Die Überschüsse werden ins Netz eingespeist und verteilt.

Neue Solarparks entstehen

Zugleich werden 23 Millionen Euro für regenerative Energieerzeugung aufgewandt. Geplant sind fünf neue Solarparks in Borau (Sachsen-Anhalt), Guben (Brandenburg), Markkleeberg (Sachsen), Neukirchen (Sachsen) und Nienburg (Sachsen-Anhalt). Neben Solarenergie setzt der Energiedienstleister auch auf Windenergie. Vorgesehen sei etwa den Windpark in Lützen (Sachsen-Anhalt) weiter auszubauen. Außerdem engagiert sich enviaM in der Wasserstoff-Technologie.

Erstmals Glasfaser für Privatkunden

2021 wird der Ausbau des Glasfasernetzes fortgeführt. Dabei will das Unternehmen neben Geschäftskunden erstmals auch private Haushalte an sein Glasfasernetz anschließen. Pilotregion ist der Landkreis Leipzig. Geplant ist hier die Kommunen Böhlen, Elstertrebnitz, Groitzsch, Pegau und Zwenkau mit rund 16.000 Haushalten an das Glasfasernetz anzubinden. Die Baumaßnahmen sollen Mitte 2021 beginnen. Die Investitionen dafür belaufen sich nach Unternehmensangaben bis 2024 auf 55 Millionen Euro.

Geschäftszahlen 2020:

  • Der Umsatz ist 2020 auf knapp 2,78 Milliarden Euro gesunken. Im Vorjahr lag dieser bei 3,09 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist nach Unternehmensangaben neben der Zunahme des Wettbewerbsdrucks auch die Corona-Krise, die zu einem Absatzrückgang in der Energiewirtschaft führte.
  • Die Stromabgabe ist 2020 mit 14.643 Gigawattstunden (2019: 16.972 Gigawattstunden) gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.
  • Die Zahl der Kunden ist 2020 auf 1,276 Millionen (2019: 1,314 Millionen Kunden) gesunken. Ausschlaggebend waren Rückgänge im Strombereich. Gegenläufig stiegen die Kundenzahlen im Gasbereich.
  • Die Mitarbeiterzahl der enviaM-Gruppe hat sich 2020 leicht erhöht. Sie belief sich zum 31.12.2020 auf 3.318 Beschäftigte (2019: 3.293 Beschäftigte).

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 28. April 2021 | 13:30 Uhr

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