Sicherheit und Mobilität Chemnitz bekommt erste Fahrradgaragen

Chemnitz will fahrradfreundlicher werden, werden, doch an vielen Stellen fehlen noch Abstellmöglichkeiten. Am Carlowitz Congresscenter gibt es jetzt acht Fahrradgaragen, die auch vor schlechtem Wetter und windigen Gestalten schützen.

Ein junger Mann schiebt ein Elektrofahrrad aus einem kleinen Metallcontainer, der an der Stirnseite eine Tür hat.
Acht der kleinen Parkhäuser für Fahrräder gibt es am Carlowitz Congresscenter Chemnitz. Bildrechte: Andreas Seidel

Die ersten Fahrradgaragen in Chemnitz sind einsatzbereit. Die acht kleinen Metallcontainer, die Platz für je zwei Fahrräder bieten, stehen seit Freitag am Carlowitz Congresscenter. Mitentwickelt hat sie der Chemnitzer Jungunternehmer Steve Winter. Steve Winter hatte eine sehr persönliche Motivation, sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu entwerfen. "Als ich an der TU studiert habe, sind mir zuerst die Laufräder, kurz darauf das gesamte Fahrrad gestohlen worden", berichtet Winter. Als er dann aus Verzweiflung das neue Rad mit in den Hörsaal nehmen musste, sei ihm gemeinsam mit seinem Freund Patrick Rabe die Idee mit der Fahrradgarage gekommen. Die Firma RWC Factory sei dann 2018 gegründet worden. Nach einer Zwangspause durch Corona sei der Vertrieb der Fahrradgaragen erst in diesem Jahr richtig angelaufen.

Sonderanfertigung für Chemnitz

Die acht kleinen Container sind eine Sonderanfertigung für das Carlowitz Congresscenter, sagt Ralf Schulze, der Geschäftsführer der C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH. "Wir haben hier beengte Platzverhältnisse, sodass wir spezielle Anforderungen an den Bau hatten." Steve Winter ergänzt: "Unser Garagensystem 'Velobrix' gibt es in der Größe L, der aus einem Schiffscontainer gebaut wird und als kleinere Ausführung 'M'. Für die Platzverhältnisse hier haben wir sie etwas modifiziert." Außerdem gebe es im Inneren einen Stromanschluss, um Elektrofahrräder während der Parkzeit laden zu können.

 Steve Winter, Mitbegründer der Firma RWC Factory GmbH, ein junger Mann mit Scheitelfrisur und einem Dreitagebart. 2: Ein junger Mann schiebt ein Elektrofahrrad aus einem kleinen Metallcontainer, der an der Stirnseite eine Tür hat.
Steve Winter, Mitbegründer der Firma RWC Factory GmbH, hat die Mini-Parkhäuser für Fahrräder entwickelt. Bildrechte: Andreas Seidel

Die Kosten für den Bau der Anlage haben nach Aussage von Ralf Schulze etwa 40.000 Euro gelegen. Die Parkkosten für die Nutzer bewegen sich zwischen 50 Cent pro Stunde und drei Euro für einen ganzen Tag. Bezahlt werden kann an einem Terminal mit EC-Karte. Damit werde auch die Öffnung und Schließung der Boxen gesteuert, sagt Winter. "Damit entfällt ein Schlüssel, der üblicherweise nötig ist." Die Doppelgarage werde auch nur an eine Radfahrerin oder einen Radfahrer vergeben.

C³-Chef Ralph Schulze denkt bereits über weitere Fahrradgaragen an der Chemnitzer Messe nach. Die Fahrradgaragen sind aber auch in anderen Städten gefragt: Die Firma hat nach eigenen Angaben mehrere große Aufträge in Pirna und Berlin. An der Bahnstrecke nach Aue werden an den Haltepunkten Dittersdorf und Meinersdorf ebenfalls Parkcontainer für Fahrräder gebaut.

Quelle: MDR/tfr

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