Schwere Verletzungen Nachwuchspolizist stürzt aus Fenster der Polizeifachschule Chemnitz

Das Landespolizeipräsidium ermittelt intern zu einem Unfall an der Polizeifachschule in Chemnitz. Dort verletzte sich ein Polizeifachschüler schwer - er war aus dem Fenster gestürzt. Aber warum

ILLUSTRATION - Ein Streifenwagen der Bundespolizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht bereit.
Der Unfall, bei dem ein 22 Jahre alter Polizeischüler schwer verletzt wurde, ereignete sich in der Nacht zum Dienstag (Symbolfoto). Bildrechte: dpa

In der Nacht zu Dienstag ist ein Polizeimeisteranwärter an der Polizeifachschule Chemnitz aus dem Fenster eines Lehrgebäudes gestürzt. Der 24 Jahre alte Mann wurde dabei schwer verletzt und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Wie das Landespolizeipräsidium in Dresden mitteilt, gehen die Ermittler von einem Unfall aus. Die genauen Umstände seien allerdings noch unklar.

Demnach wurde bei dem verletzten Anwärter Alkoholgeruch festgestellt. Die Auswertung dazu stehe noch aus. Wie das Landespolizeipräsidium weiter mitteilte, hatten am Montagabend offenbar mehrere Polizeischüler gemeinsam ihren Klausurerfolg auf dem Areal der Bereitschaftspolizei gefeiert. Auch der später verletzte Anwärter habe an dieser Feier teilgenommen.

Interne Untersuchung angeordnet

Wegen des Vorfalles hat das Landespolizeipräsidium im Innenministerium am Donnerstag eine interne Untersuchung des Vorfalls angeordnet. Dabei sollen die Einzelheiten aufgeklärt und Schlussfolgerungen gezogen werden, sagte Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa. "Wenn wir wissen, wie es dazu kommen konnte, dann werden wir konsequent die nötigen Schlüsse ziehen und handeln." Ziel müsse es sein, solche Vorfälle bei der Polizei Sachsen nicht nur zu vermeiden, sondern künftig auszuschließen.

Das Landespolizeipräsidium rechnet für Mitte Juni mit Ergebnissen der internen Untersuchung.

Ein Mann Ende 50 sitzt in Polizeiuniform an einem Tisch und hält ein Mikrofon in der Hand. Es ist der neue Landespolizeipräsident Jprg Kubiessa, der ab 1.4.2022 die Geschicke der Polizei im Freistaat leitet.
Bildrechte: xcitepress/Benedict Bartsch

Wenn wir wissen, wie es dazu kommen konnte, dann werden wir konsequent die nötigen Schlüsse ziehen und handeln.

Jörg Kubiessa Landespolizeipräsident Sachsen

Sachsens Polizei in den Schlagzeilen

In den vergangenen Wochen geriet sächsischen Polizei immer wieder in die Schlagzeilen. Ende April wurde bekannt, dass die Polizei Thüringen gegen zwei sächsische Polizeischüler wegen des Verdachts der Beleidigung ermittelt. Sie sollen eine Frau in Nordhausen verbal angegangen haben. Auch die Mobilen Einsatzkommandos gerieten immer wieder in die Kritik. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) reagierte auf die Skandale und umstrittenen Personalentscheidungen, indem er den CDU-Politiker Roland Wöller als Innenminister entließ. Sein Nachfolger Armin Schuster (CDU) ist seit Ende April im Amt.

MDR (tfr, kk)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten aus dem Regionalstudio Chemnitz | 12. Mai 2022 | 17:30 Uhr

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