Schlingel Filmfestival für Kinder holt Filmgrößen nach Chemnitz

Auf die Frage, welches Land denn nun zum ersten Mal beim Schlingel, dem Internationalen Filmfest für Kinder und junges Publikum vertreten ist, muss Michael Harbauer für einige Momente grübeln. Bhutan könnte erstmals dabei sein, seine Hand will der Festivalleiter dafür aber nicht ins Feuer legen. "Es ist schwierig, nach 27 Festivaljahren ein ein Land zu finden“, sagt er. Alleine in diesem Jahr stehen 159 Filme aus 60 Ländern im Programm, darunter auch einer aus Russland und zwei aus der Ukraine.

Kinder sitzen in einem Kinosaal auf roten Kinosesseln
Das internationale Filmfestival "Schlingel" findet in diesem Jahr zum 27. Mal statt. (Archivfoto) Bildrechte: Internationales Filmfestival SCHLINGEL

  • Eine Weltpremiere greift Fantasiefiguren rings um die beliebten Figuren Petterson und Findus auf.
  • Ukraine und Russland senden beide Filmbeiträge und die Festivalleitung begrüßt das.
  • Das Festivalprogramm wird auf mehrere Spielstätten in Chemnitz und Zwickau aufgeteilt.

Vier Welturaufführungen, acht Internationale und 48 deutsche Kinopremieren können Filmfans vom 8. bis zum 15. Oktober in Chemnitz erleben. Das diesjährige Internationale Filmfestival für Kinder und junges Publikum "Schlingel" wartet in diesem Jahr mit zahlreichen ersten Malen auf – oft verquickt mit Stippvisiten der Filmschaffenden und auch der ein oder andere Schauspieler gibt sich die Ehre.

Eine Weltpremiere, dass heißt, eine allererste Aufführung vor Publikum überhaupt, findet am 9. Oktober statt. Gezeigt wird dann der Film "Die Mucklas und wie sie zu Petterson und Findus kamen“, ein Familienfilm, bei dem Animationen und Realverfilmung sich die Hand reichen. Aufgegriffen werden nicht nur bei Kindern beliebte Figuren, sondern auch die Besetzung kann sich sehen lassen. Uwe Ochsenknecht, der im Film einen Kammerjäger spielt, wird laut Michael Harbauer sowohl am Premierentag als auch am Folgetag, wenn der Film vor hunderten Schulkindern in der Chemnitzer Stadthalle gezeigt wird, zugegen sein.

Ukraine und Russland sind Gast aber kaum Thema

Michael Harbauer, Leiter des Filmfestivals Schlingel
Michael Harbauer, Leiter des Filmfestivals Schlingel: Kultur muss Grenzen überwinden. Bildrechte: SCHLiNGEL – Internationales Filmfestival für Kinder und junges Publikum

Nicht physisch anwesend, aber online zugeschaltet und auf eine Leinwand gestreamt, soll Nikander Fjodorow sich den Fragen des Publikums stellen können. Der russische Regisseur zeigt sich für den in der Region Jakutien spielenden Kinderfilm "Wie man ein Fahrrad repariert“ zuständig. Problematisch findet die Festivalleitung die Teilnahme eines russischen Künstlers im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht. "Ich finde, dass die Kultur versuchen muss, Grenzen zu überwinden. Dieser Blick darf uns nicht verloren gehen", sagt Michael Harbauer.

Gleichwohl habe man aber auch zwei Filme aus der Ukraine im Programm und versuche sich an einem Sonderformat speziell für ein Publikum aus diesem Land, um ihnen Wissen über die hiesige Kultur zu vermitteln. In Zusammenarbeit mit einem Filmfestival in der Ukraine haben man mehrere deutsche Filme mit ukrainischen und russischen Untertiteln versehen.

Filmtausch im Festivalclub

Untertitel und Synchronisierungen sind beim Schlingel ein Thema, was zunehmend an Wichtigkeit gewinnt. Schließlich werden nicht nur in Chemnitz und Zwickau Filme aus aller Welt in Originalsprache gezeigt, sondern zum Festivalkonzept gehört es auch, Filme in die Welt zu tragen.

Um das zu vereinfachen, hat das Festivalteam den sogenannten Club of Festivals gegründet, bestehend aus 22 internationalen Filmfestivals, die in regem Austausch miteinander stehen. "Sie nehmen die Filme hier wahr, nehmen sie dann mit nach Montreal und Tokio, wo sie ebenfalls auf Festivals gezeigt werden", erklärt Harbauer. Insgesamt seien neben den Kindern und Jugendlichen, die die Filme sehen, auch in diesem Jahr gleich mehrere Filmjurys und ein umfangreiches Fachpublikum geladen.

Schlingel setzt auf mehrere Orte

Im Mittelpunkt des Festivals stehen wie gewohnt junge Menschen aus der Region. Wie Michael Harbauer erklärt, könne man schon jetzt mehr als 10.000 Anmeldungen von Schulen verzeichnen, man rechne aber mit weit mehr in den kommenden Tagen. Um diese ganzen Filmfans unterzubringen, setzt das Festival erneut auf mehrere Spielstätten.

Den Anfang macht es vom 5. bis zum 7. Oktober im Filmpalast Astoria in Zwickau. Vom 8. bis zum 15. Oktober dann wird das Filmfestival in Chemnitz auf die folgenden Spiel und Austragungsstätten verteilt: die Stadthalle Chemnitz, das Opernhaus, das Kinos Cinestar und Metropol sowie das Clubkino Siegmar.

Die Eröffnungsfeier des Festivals findet am 8. Oktober im Chemnitzer Opernhaus statt. Alle Termine sowie das Programm finden Sie hier!

 MDR (sho)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 21. September 2022 | 16:30 Uhr

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