Radfernfahrt Erste Etappe der Friedensfahrt 2.0 startet am Sonnabend in Chemnitz

Die Internationale Friedensfahrt, die "Tour de France" des Ostens, rollte zwischen 1948 und 2006 zwischen Prag, Warschau und Berlin. Chemnitz will die Tour 2025 als Kulturhauptstadt wiederbeleben. Eine erste Etappe dazu startet am Sonnabend.

Vor dem Karl-Marx-Monument in Chemnitz stehen ein Mann und eine Frau in Radfahrerkleidung und ein weiterer Mann hinter einem Rennrad.
Streckenorganisator Kai Winkler (Bildmitte) schaut mit den Fahrerinnen und Fahrern bereits erwartungsvoll in Richtung Etappenziel Prag. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Die Vorbereitungen für die Radfernfahrt "European Peace Ride" von Chemnitz nach Prag am Wochenende sind fast abgeschlossen. 90 Radfahrerinnen und Radfahrer stehen bereits in den Startlöchern, beziehungsweise auf dem Pedal. Die zweitägige Radfernfahrt über jeweils etwa 200 Kilometer in die tschechische Hauptstadt und zurück ist der Auftakt für die Wiederbelebung der Friedensfahrt 2025, sagt der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze. "Wir haben ja im vergangenen Jahr das Bewerbungsbuch für die Kulturhauptstadt per Rad nach Berlin geschafft. Dieses Bild von Rad und Kultur wollen wir gern weiterführen." Die Friedensfahrt sei vielen Menschen noch ein Begriff. "Wir wollen bis 2025 weiter daran arbeiten. Dann gibt es 85 Jahre Frieden in Europa.

Deutschland - Tschechien - Radfahren: Das ist ein verbindendes Element, das auch für unseren Ansatz als zukünftige Kulturhauptstadt sehr prägend ist.

Sven Schulze Oberbürgermeister Chemnitz

Anspruchsvolle, aber machbare Strecke

Kai Winkler, der mit seinem Team von "Fit4Bike" die Tour organisiert hat, erwähnt beiläufig die Streckendaten. "Zwei Mal sind etwa 200 Kilometer mit rund 2.500 Höhenmetern zu bewältigen." Die Fahrer müssten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde erreichen. Trotzdem sei es kein Problem gewesen, Radsportbegeisterte für die Tour zu gewinnen, sagt Winkler. "Wir hatten eine Warteliste von 120 Fahrern und mussten dann aussieben."

Täve Schur bei der Friedensfahrt
Auf den Spuren von Täve Schur soll die Friedensfahrt 2025 wiederbelebt werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fahrerinnen und Fahrer sind voller Vorfreude

Manja Seemann vom SV Remse und Torsten Prenzlow werden am Wochenende die insgesamt 400 Kilometer unter die Räder nehmen. Manja Seemann freut sich auf die Fahrt. "Es ist ein tolles Event, um die gesamte Region und die Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 zu unterstützen." Es sei toll, dass jedermann die Möglichkeit habe, das Projekt mit eigener Muskelkraft zu unterstützen. Torsten Prenzlow brennt seit seiner Jugend für die Friedensfahrt. "Ich war schon immer dabei, wenn Karl-Marx-Stadt Etappenort war und hatte Poster von Täve Schur und Olaf Ludwig an der Wand." Nach der Wende sei er wieder vom Radsportfieber infiziert worden. "Ich war gleich begeistert, als ich gehört habe, dass bei der Kulturhauptstadtbewerbung die Friedensfahrt in einem etwas anderen Rahmen wiederbelebt wird." Er sei sehr froh, ein Teil davon zu sein.

Ich denke, die Tour ist eine unheimlich gute Werbung für Chemnitz.

Torsten Prenzlow Teilnehmer "European Peace Ride"

Das sind die Etappen am Wochenende

Sonnabend:

  • Start: 8 Uhr am Chemnitzer Stadion an der Gellertstraße
  • Etappenorte auf deutscher Seite: Flöha, Augustusburg, Zschopau
  • Zielankunft: gegen 17:30 Uhr in Prag auf dem Mariánské náměstí


Sonntag:

  • Start: 8 Uhr in Prag auf dem Mariánské náměstí
  • Etappenorte auf deutscher Seite: Annaberg-Buchholz, Zwönitz, Stollberg
  • Zwischenziel: gegen 17 Uhr am Straßenbahnmuseum Chemnitz, Zwickauer Straße 164
  • Zielankunft: gegen 18 Uhr am Chemnitzer Karl-Marx-Monument

Die Marketingleiterin bei der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft, Susan Endler, freut sich dass andere Städte mitmachen. "Wir haben die Kommunen informiert, damit sie auch ihre Einwohner an die Strecke bringen. Das ist das, was wir uns für alle Beteiligten wünschen."

Eine Frau und ein Mann in Radfahrerkleidung stehen lachend mit einem Rennrad vor einem Steinsockel.
Manja Seemann und Torsten Prenzlow wollen mit ihrer Teilnahme am "European Peace Ride" die Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 unterstützen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Erste Etappe auf dem Weg zur großen Tour

Endler hat sich vom Enthusiasmus der Beteiligten anstecken lassen. "Es ist beeindruckend, wie viele Menschen für die Idee des European Peace Ride brennen. Man sieht deutlich, was europäische Vernetzung bewirken kann. Das sind genau die Projekte, die Chemnitz braucht und die langfristig international wirken können." Es habe sich gezeigt, dass man mit der ersten Radfernfahrt für die großen Projekte üben könne. "In den kommenden Jahren werden wir ähnliche Veranstaltungen umsetzen. Wir wollen ja noch mehr Akteure einbinden."

Gemeinsame Zielankunft mit Radsportbegeisterten

Die Fahrer werden am Sonntag gegen 17 Uhr am Straßenbahnmuseum auf der Zwickauer Straße in Chemnitz zurückerwartet. Von dort aus können alle radsportbegeisterten Chemnitzerinnen und Chemnitzer die letzten Kilometer zum Zielort am Karl-Marx-Monument gemeinsam mit den Sportlern radeln. 18 Uhr werden sie dort wieder von Oberbürgermeister Sven Schulze empfangen. Zum Auflockern der verspannten Beine gibt es ab 19 Uhr ein Konzert in der Reihe "Rock Am Kopp".

Quelle: MDR/tfr/igr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 07. September 2021 | 16:30 Uhr

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