Energiesparen Vom Boden bis zur Kuppel sparsame Beleuchtung am Hauptbahnhof Chemnitz

Spätestens seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine ist das Thema Energiesparen bei Privatleuten und Unternehmen in den Vordergrund gerückt, auch bei der Deutschen Bahn. Der Chemnitzer Hauptbahnhof wird jetzt - wie fast 2.600 andere Bahnhöfe in Deutschland - komplett mit LED-Licht beleuchtet. Die Umrüstung hatte aber schon vor der Energiekrise begonnen.

Eine Unterführung mit Wandgestaltung und Wandlampen
In den Unterführungen des Chemnitzer Hauptbahnhofes leuchten bereits seit einiger Zeit LED-Lampen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Der Reisende am Bahnhof Chemnitz eilt hastig vorüber, ohne zu bemerken, dass über seinem Kopf schon kräftig Energie gespart wird. Die Deutsche Bahn hat am Freitag darüber informiert, wie das Unternehmen bei der Beleuchtung des Chemnitzer Hauptbahnhofes, aber auch vieler anderer Bahnhöfe, Energie spart.

Ein beleuchtetes Bahnsteigschild in einer Unterführung
Die Wegweiser im Bahnhof sind auf LED-Beleuchtung umgerüstet worden. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Demnach habe der Konzern in den vergangenen drei Jahren am Chemnitzer Hauptbahnhof circa 180.000 Euro investiert, um den Bahnhof energieeffizienter zu machen. 350 veraltete Leuchten wurden gegen LED-Leuchten getauscht. Außerdem seien die neuen Leuchten wesentlich wartungsfreundlicher, sagt Bahnhofsmanagerin Ute Stuhr. "Die neuen Leuchten haben die doppelte Lebensdauer." Sie werden nach vier bis acht Jahren getauscht. Früher mussten wir das nach zwei bis vier Jahren tun." Das spare auch an anderer Stelle Kosten und Zeit.

Ute Stuhr, Bahnhofsmanagerin des Hauptbahnhofes Chemnitz
Ute Stuhr, die Bahnhofsmanagerin des Hauptbahnhofs Chemnitz, Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Einsparungen der Deutschen Bahn durch LED-Licht - Nach Angaben der Deutschen Bahn
hat sie seit 2017 die Beleuchtung von 1.600 Bahnhöfen auf LED-Licht umgestellt.
- Durch die energieeffiziente Bahnhofsbeleuchtung werden jährlich fünf Gigawattstunden Strom gespart. Das entspricht dem Verbrauch von etwa 1.250 Vier-Personen-Haushalten pro Jahr.

- In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden 2022 die Beleuchtungsanlagen von 148 Stationen auf LED-Licht umgerüstet. Damit werden 546 Megawattstunden Energie gespart.

Letzte Neonröhren verschwinden bald

Ein letztes Relikt aus der Zeit vor der Leuchtdiode, wie die LED auch genannt wird, gibt es in Chemnitz noch: ein mit Leuchtstoffröhren ausgestatteter Bahnsteig-Wegweiser. Er wurde extra für den Pressetermin dort belassen, um einen Vergleich zwischen dem alten und neuen System zu zeigen. Alle anderen Wegeleitsysteme und die Beleuchtung der Bahnsteige, Unterführungen und der Bahnhofshalle sind bereits auf das energiesparende LED-System umgerüstet worden. Die letzten alten Röhren sollen nun so schnell wie möglich getauscht werden, hieß es. Dann werden aus 99,9 Prozent LED-Licht im Chemnitzer Hauptbahnhof 100 Prozent.

Zwei beleuchtete Bahnsteigschilder in einer Unterführung
Bei genauem Hinsehen kann man die Leuchtstoffröhren hinter der letzten damit ausgestatteten Anzeige auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof erahnen. Aber ihr Tage sind gezählt. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Weihnachtspracht ohne Licht

Ute Stuhr hat noch einer Beleuchtung den Stecker gezogen: Die Weihnachtsbäume, die in der Halle die Reisenden in Chemnitz zur Weihnachtszeit empfangen, sind in diesem Jahr geschmückt, bleiben aber unbeleuchtet. Nur die beiden Schwibbögen, die Chemnitz als "Tor zum Erzgebirge" ausweisen, strahlen nach wie vor, sagt Ute Stuhr. "Auch hier leuchten LED-Kerzen. Daher sind Energieverbrauch und Kosten gering."

Ein Tannenbaum mit Weihnachtskugeln ohne Beleuchtung steht in einer Bahnhofshalle
Die Weihnachtsbäume in der Ankunftshalle des Chemnitzer Hauptbahnhofes werden in diesem Jahr nicht beleuchtet. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Die Büros der Bahnmitarbeiter sind gedämmt worden, um die Heizkosten zu senken. Auch das Bahnhofsgebäude wird, wie in der "Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen" des Bundeswirtschaftsministeriums vorgegeben, nicht mehr angestrahlt. Die Bahnhofsmanagerin Stuhr betont jedoch, dass keine der Einsparungen zu Lasten der Sicherheit der Reisenden gehe. "Wir haben genaue Vorgaben, damit sich die Reisenden hier gefahrlos aufhalten können." Das werde penibel eingehalten. "Die Sicherheit unserer Fahrgäste geht auf jeden Fall vor."

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MDR (tfr)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 25. November 2022 | 18:30 Uhr

2 Kommentare

Haller vor 10 Wochen

Licht ganz aus.
Und Fahrschein wird ohne Strom mit der Hand geschrieben.

lk2001 vor 10 Wochen

Unbeleutete Weihnachtsbäume .... was für ein Armseliges verhalten.

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